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Felix Neureuther stand mit zweieinhalb Jahren erstmals auf Skiern © getty

Nach dem Triumph von Kitzbühel nimmt Slalom-Ass Felix Neureuther sein Ausscheiden in Schladming relativ gelassen hin.

Schladming - Es ist noch nicht lange her, da hätte sich Ski-Rennläufer Felix Neureuther über ein Ausscheiden wie am späten Dienstagabend beim Weltcup-Slalom in Schladming "schwarz geärgert".

Doch seit Sonntag hat der 25-Jährige eine schlichte, aber wirksame Methode parat, um mit Rückschlägen umzugehen.

"Jedes Mal, wenn ich an Kitzbühel denke, muss ich anfangen zu lachen", sagte er nach dem Aus bei der österreichischen Slalom-Party auf der Planai.

Kitzbühel, Ski-Kultstätte, Ganslernhang: Begriffe, die seit Sonntag immer mit dem Namen Felix Neureuther verbunden sein werden.

Seit dem ersten Sieg des Partenkirchners im Weltcup. Beflügelt von diesem Triumph wollte er in Schladming wieder auf das Podium fahren - doch er scheiterte nach sieben Sekunden mit einem "Einfädler".

Psycho-Vorteil vergeben

"Das kann passieren, Slalom ist da einfach brutal. Ein Fehler - und schon du bist weg", sagte Augenzeuge Wolfgang Maier.

Allzu sehr kritisieren wollte der Alpindirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV) seinen besten Athleten für das Missgeschick nicht, doch Maier ärgerte sich ein bisschen darüber, "dass Felix den psychologischen Vorteil des Sieges nicht hat nutzen können".

Herbst: "Zum Kotzen"

Stattdessen habe Neureuther die laut Maier für ihn "typische Achterbahnfahrt" gezeigt: "Am einen Tag geht's rauf und gleich am nächsten Tag steil wieder runter."

Die Leistungsschwankungen sind stilbildend in Neureuthers Karriere - und nicht nur in seiner.

"Es ist zum Kotzen! Aber so ist halt der Slalom", sagte der Österreicher Reinfried Herbst, der vor 40.000 Fans seinen dritten Sieg in diesem Winter feierte, zwei Tage zuvor in Kitzbühel aber als Führender des ersten Laufs nach schwerem Patzer auf Rang 26 zurückgefallen war.

Olympia-Generalprobe in Kranjska Gora

"Es trifft alle gleich", sagte Maier zur Ausfall-Problematik, "das kommt davon, dass du extrem am Limit fahren musst, wenn du nach vorne willst."

Doch die Athleten könnten die Gefahr auch minimieren. Maier: "Das ist eine Frage der Trainingsgestaltung, da ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht" - auch nicht bei Neureuther.

Der fuhr daher sogleich zum Üben auf die nahe Reiteralm.

"Ich muss mein Aus analysieren und es beim nächsten Mal besser machen", sagte er selbstkritisch. Dazu hat er ab Freitag Gelegenheit, wenn er bei der Olympia-Generalprobe im slowenischen Kranjska Gora startet. "Darauf freue ich mich, da war ich letztes Jahr Dritter", sagte er.

Knorpel im Gelenkspalt kein Hindernis

Zumindest ein Platz in den Top 10 ist in diesem Jahr sein Ziel, davon soll ihn auch eine Knieverletzung nicht abhalten.

"Ich habe ein Problem mit dem Meniskus. Ein Stück vom Knorpel hat sich gelöst und ist in den Gelenkspalt reingerutscht. Das hat mein Knie blockiert, sodass ich es nicht mehr ausstrecken konnte", beschrieb Neureuther die Blessur, die ihn seit Weihnachten quält: "Mein Physiotherapeut Martin Auracher hat das aber perfekt hinbekommen, beim Fahren habe ich kein Problem mehr damit."

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