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Gina Stechert fuhr bei der Abfahrt in Cortina diese Saison erstmals unter die Top 15 © imago

Stechert erfüllt auf den letzten Drücker die Olympia-Norm. Riesch verpasst eine "große Chance". Auch Neureuther patzt.

St. Moritz/Kranjska Gora - Maria Riesch stand noch lange nach ihrem Aus bei der Super-Kombination an der Weltcup-Strecke von St. Moritz - ihre Skibrille noch immer im Gesicht, um ihre Tränen zu verbergen.

Während sich ihre Teamkollegin Gina Stechert über ihr Olympiaticket freute und Anja Pärson (Schweden) ihren ersten Saisonsieg feierte, blieb für den Topstar der deutschen Mannschaft nur Ärger.

"Ich bin sehr enttäuscht, sowas darf mir nicht passieren. Im Gesamtweltcup habe ich die große Chance verpasst, ein paar Punkte gutzumachen. Und die Super-Kombi-Kugel ist auch weg", sagte die 25 Jahre alte Partenkirchnerin, die von ihrer ehemaligen Teamkollegin Martina Ertl-Renz getröstet wurde.

Kleine Kristallkugel in weiter Ferne

Die kleine Kristallkugel für die Disziplinbeste kann sie bei nur noch einem ausstehenden Wettbewerb kaum mehr gewinnen, in der Gesamtwertung liegt sie jetzt 116 Punkte hinter Lindsey Vonn (USA), die Dritte wurde.

"Für Maria ist das bitter, gerade wegen der Weltcupwertungen. Aber für uns als Verband war heute die Olympia-Quali von Gina das Wichtigste, das war für uns alle eine Herzensangelegenheit", sagte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier.

Stechert erleichtert

Die 22 Jahre alte Stechert hatte sich im März 2009 das Kreuzband gerissen und kam nur sehr langsam zurück. Auf der "Corviglia" krönte sie ihr Comeback nun als Neunte. "Unglaublich, fantastisch! Mir fällt ein riesengroßer Stein vom Herzen. Nach meiner schweren Verletzung hat die Olympia-Quali einen hohen Stellenwert", sagte die Oberstdorferin.

Bei zunächst strahlendem Sonnenschein über dem Olympia-Ort von 1924 und 1948 nutzte sie die günstige Startnummer 1 und legte mit Platz vier im Super-G den Grundstein (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender).

Im folgenden Slalom-Lauf ("das liegt mir eigentlich nicht so") fiel sie zurück, hielt sich aber locker in den Top 15 - und erfüllte damit die erforderliche Norm leicht.

"Olympia spukte bei mir im Hinterkopf herum, aber ich habe versucht, locker zu bleiben. Vor dem Slalom war ich dann richtig nervös", berichtete Stechert noch.

Stechert gut, der Rest sch...

Dass sie in St. Moritz überhaupt noch einmal eine Chance erhielt, hatte sie einem Antrag Maiers beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zu verdanken - die Frist für die Erbringung der Norm war eigentlich schon vor Tagen abgelaufen.

Auch für Isabelle Stiepel gab es einen solchen Antrag, doch die Mittenwalderin verpasste als 30. die Norm.

Dass Viki Rebensburg wie Riesch im Super-G ausschied und auch Riesenslalom-Weltmeisterin Kathrin Hölzl als 29. enttäuschte, hellte die Laune von Cheftrainer Mathias Berthold nicht eben auf. "Gina war gut, der Rest sch....", lautete sein Fazit schon vor dem Slalom.

Simmerling mit schwerem Sturz

Überschattet wurde das Rennen vom Sturz der Kanadierin Georgia Simmerling. Simmerling musste mit dem Helikopter abtransportiert werden.

Nach der ersten Diagnose hat die 20-Jährige bei ihrem zehnten Einsatz im Weltcup einen Beinbruch erlitten.

Damit hält die Pechsträhne von "Team Canada" vor den Heim-Winterspielen an.

Abfahrtsweltmeister John Kucera erlitt vor einigen Wochen einen Unterschenkelbruch und musste die Teilnahme an Olympia absagen.

Auch Jean-Philippe Roy, Francois Bourque, Larisa Yurkiw und Kelly Vanderbeek (alle Kreuzbandriss) müssen auf einen Start bei "ihren" Spielen in Whistler verzichten.

"Halbe Eier" bei Neureuther

Auch Felix Neureuther war mit seinem Abschneiden in Kranjska Gora beim Riesenslalom alles andere als zufrieden: Platz 39 genügt nicht seinen Ansprüchen.

"Im Riesenslalom musst du Eier haben, und ich habe heute nur halb Eier gezeigt", sagte der Partenkirchner, der am vergangenen Sonntag beim Slalom von Kitzbühel seinen ersten Weltcupsieg gefeiert hatte.

Olympia-Teilnahme von Cuche offenbar nicht gefährdet

Schlecht verlief der Tag auch für Didier Cuche. Der Schweizer stürzte und brach sich den Daumen der rechten Hand. Am Samstag soll der 35-Jährige in Zürich operiert werden.

Die Teilnahme Cuche an den Olympischen Winterspielen in Vancouver ist aber offenbar nicht gefährdet.

"Olympia ist nicht gefährdet. Man muss jetzt sehen, wie die Operation läuft und wie die Hand dann geschützt werden kann", so Cuche, der vergangene Woche als erst dritter Läufer in der Geschichte Super-G und Abfahrt in Kitzbühel gewinnen konnte.

Der Tagessieg in Kranjska Gora ging an Ted Ligety (USA).

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