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Maria Riesch besiegte in dieser Saison als einzige Läuferin Lindsey Vonn in der Abfahrt © getty

Auf ihrer Hausstrecke fügt die Partenkirchnerin der Amerikanerin die zweite Abfahrt-Niederlage zu. Der Cheftrainer zerstreut Gerüchte.

Garmisch-Partenkirchen - Eine goldene Saison geht zu Ende, doch Maria Riesch ist noch immer für einen Paukenschlag gut.

In der letzten Abfahrt des Weltcup-Winters fuhr die Doppel-Olympiasiegerin vor der eigenen Haustür in Garmisch-Partenkirchen selbst der "Speed Queen" Lindsey Vonn auf und davon.

"Das war ein perfektes Rennen", sagte die selig lächelnde 25-Jährige, die überlegene 0,48 Sekunden vor ihrer Rivalin aus den USA lag.

Und Riesch ergänzte: "Ich bin so stolz, dass ich hier zu Hause gewonnen habe." (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender)

Lob von Seizinger

Die Fahrt von Maria Riesch brachte auch ihre Vorgängerin als deutsche Ski-Königin zum Schwärmen.

"Das war eine Ski-Demonstration von Maria", lobte Katja Seizinger, selbst drei Mal Olympiasiegerin und 1998 letzte deutsche Gesamtweltcup-Gewinnerin.

Maria Riesch ist die erste Deutsche seit Hilde Gerg im Winter 2001/2002, die in ein und derselben Saison zwei Abfahrten gewonnen hat. "Jetzt haben wir eine würdige Nachfolgerin", sagte Seizinger und betonte: "Lindsey Vonn hat anspruchsvolle Konkurrenz bekommen."

Gesamt-Weltcup nicht mehr realistisch

Maria Riesch konnte sogar verschmerzen, dass der Gesamtweltcup auch in diesem Winter für sie nicht mehr zu gewinnen ist.

"Ich bin wahrscheinlich auch deswegen so gut gefahren, weil da eigentlich für mich nichts mehr geht", sagte die Partenkirchnerin.

Vor den drei abschließenden Saisonrennen verkürzte sie den Rückstand auf Vonn im Kampf um die große Kristallkugel zwar auf nun 225 Punkte, aber auch Cheftrainer Mathias Berthold legte sich fest: "Es wäre schön, wenn es noch klappt, aber es ist nicht realistisch."

Nur Riesch Konkurrenz für Vonn

Immerhin: In den acht Weltcup-Abfahrten des olympischen Winters gelang es allein Maria Riesch, Abfahrts-Olympiasiegerin Vonn in der alpinen Königsdisziplin zwei Mal davonzufahren.

Kurz vor Olympia in St. Moritz, nun in "GaPa", wo 2011 die nächsten Weltmeisterschaften ausgetragen werden.

"Es ist gut zu wissen, dass ich hier gut zurechtkomme", sagte die "Hausherrin". Im Abfahrtsweltcup belegte sie hinter der überragenden Vonn den zweiten Rang.

Erster Heimsieg seit 14 Jahren

Der Sieg von Maria Riesch zum Auftakt des Weltcup-Finales war der erste deutsche "Heimsieg" seit 14 Jahren.

"Sehr eindrucksvoll", nannte Cheftrainer Berthold die atemberaubend lockere und sichere Fahrt Rieschs zum dritten Saison-Erfolg im Weltcup.

Und doch war er beinahe eine Art Abfallprodukt, denn das letzte große Saisonziel von Maria Riesch ist der Gewinn des Slalom-Weltcups.

"Diese Kugel will sie unbedingt noch gewinnen", sagte Berthold. Im letzten Rennen des Winters, fällt die Entscheidung.

Knappes Finish bei den Herren

Vonn und der Schweizer Didier Cuche hatten bereits vor dem Finale in "GaPa" als Gewinner der Abfahrtskugel festgestanden - im Gesamtweltcup der Männer läuft es auf ein Fotofinish hinaus.

Carlo Janka aus der Schweiz fuhr auf der für die WM umgebauten Kandahar zu seinem fünften Saisonsieg, in die drei noch ausstehenden Rennen geht der Riesenslalom-Olympiasieger mit einem Polster von 54 Punkten auf Benjamin Raich aus Österreich.

Demütigung für Österreich

Jankas knapper Sieg in der letzten Saison-Abfahrt vor Mario Scheiber aus Österreich (0,02 Sekunden zurück) war zugleich die ultimative Demütigung für die Ski-Rennläufer aus Österreich.

Zum ersten Mal seit dem Winter 1991/1992 gewann das rot-weiß-rote Team kein Rennen in der Königsdisziplin.

Vor 18 Jahren aber war immerhin Patrick Ortlieb noch Olympiasieger geworden.

Berthold will beim DSV bleiben

Unterdessen zerstreute Damen-Cheftrainer Berthold Spekulationen und erklärte, weiter für den DSV arbeiten zu wollen.

Jüngste Meldungen, wonach der Österreichische Ski-Verband (ÖSV) ihm bereits ein Angebot gemacht habe, bezeichnete er als Gerücht.

"Ich bin jetzt hier seit sieben Jahren mit Leib und Seele dabei, da interessiert mich Österreich überhaupt nicht", sagte der 44 Jahre alte Österreicher am Rande des Weltcup-Finales.

"Würde gern weitermachen"

Berthold ist seit 2003 für den DSV tätig. Nach drei Jahren als Slalom- und Riesenslalomtrainer der deutschen Frauen übernahm er im Anschluss an die Olympischen Spiele 2006 in Turin den Posten des Cheftrainers.

Sein Vertrag läuft nach dem Ende der Saison aus. Er werde demnächst mit DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier reden. "Ich würde gerne weitermachen", sagte Berthold.

Unter seiner Führung gewannen die deutschen Frauen bei der WM 2009 zwei Titel sowie bei Olympia 2010 drei Goldmedaillen.

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