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Goldfavorit Julien Lizeroux verpasste bei Olympia als Neunter eine Medaille © getty

In Garmisch verpasst Julien Lizeroux den Slalom-Gesamtsieg nur knapp. Bei Sport1.de spricht er über das Finale in Garmisch.

Von Rainer Nachtwey

Garmisch-Partenkirchen - Es ist die letzte Entscheidung beim Weltcup-Finale von Garmisch bei den Herren: Reinfried Herbst gegen Julien Lizeroux um die kleine Slalom-Kristallkugel.

Mit 22 Punkten Vorsprung sichert sich der Österreicher vor dem Franzosen den Weltcup im Torlauf (Heimsieg: Neureuther lässt Garmisch jubeln).

"Natürlich bin ich ein wenig enttäuscht", sagt der geschlagene Lizeroux. "Aber Reini hat es verdient." (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender)

Der zweifache Vizeweltmeister von Val d'Isere spricht im Interview mit Sport1.de über die knappe Entscheidung, seine Saison und das Weltcup-Finale in Garmisch-Partenkirchen.

Sport1.de: Herr Lizeroux, sind Sie sehr enttäuscht, dass es nicht zum Gesamtsieg gereicht hat?

Julien Lizeroux: Natürlich bin ich ein wenig enttäuscht. Ich muss Reini gratulieren, er hat es verdient. Er war der schnellste Slalomfahrer der Saison, ich der konstanteste.

Sport1.de: Sind so enge Entscheidungen besonders bitter?

Lizeroux: Nein, das ist der Grund, warum wir den Skisport so lieben. Du weißt nie, was am Ende passiert. Es war eine harte Saison mit einem tollen Sieger.

Sport1.de: Wie zufrieden sind Sie mit der Saison? Bei Olympia wurden Sie nur Neunter.

Lizeroux: Es war eine sehr gute Saison. Ich bin Zweiter im Slalomweltcup und meine schlechteste Platzierung war ein siebter Platz. Deswegen bin ich sehr zufrieden.

Sport1.de: Was hatten Sie sich für das Rennen vorgenommen?

Lizeroux: Ich wollte noch einmal Spaß haben und dann sehen, was dabei rauskommt.

Sport1.de: Wie sind Sie den zweiten Lauf angegangen? Sie mussten angreifen und weit nach vorne fahren.

Lizeroux: Ja ich habe gewusst, dass ich Gas geben muss. Ich hatte aber auch nichts zu verlieren. Unten bin ich nicht mehr so gut gefahren, aber ich bin schon ein wenig müde, die Beine waren leer. Ich habe meinen Job erledigt, aber es hat nicht gereicht. Aber es war eine gute Show und ich muss denjenigen, die mich besiegt haben, ein großes Lob aussprechen.

Sport1.de: In welchem Zustand waren die Pisten?

Lizeroux: Sehr gut, die Leute hier haben einen sehr guten Job gemacht. Aber die Wetterverhältnisse sind ein wenig verrückt. Jetzt ist Frühling und wir haben Winterverhältnisse. In Vancouver war Winter und wir hatten ein Wetter wie im Frühling.

Sport1.de: Was halten Sie von der Riesenslalomstrecke mit dem freien Fall?

Lizeroux: Für mich war die Piste ja ganz neu. Ich bin davor noch nie gefahren, nur den Slalom-Hang. Diese Piste ist echt verrückt. Das ist die wohl schwerste des gesamten Weltcups. Wir haben schon mit den ganzen Fahrern gescherzt, dass es ein Riesenslalom ist, der aber aussieht wie die Abfahrt in Kitzbühel. Ich habe das Abfahrtstraining nicht mitgemacht, um mir meine Energie für den Riesenslalom und den Slalom zu sparen.

Sport1.de: Entscheidet der freie Fall das gesamte Rennen?

Lizeroux: Der freie Fall ist schon verrückt, das ist sicher mit ausschlaggebend. Aber die besten Skifahrer werden sich auch da durchsetzen. So ist das nun mal.

Sport1.de: Wie haben Ihnen die Stimmung und das ganze Ambiente in Garmisch-Partenkirchen gefallen?

Lizeroux: Die Atmosphäre hier ist klasse, die Zuschauer sind fantastisch und dazu noch das Wetter. Das war ein tolles Weltcup-Finale und macht Vorfreude auf die WM. Das werden bestimmt großartige Weltmeisterschaften. Die Leute scheinen gut vorbereitet zu sein.

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