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Viktoria Rebensburg belegte im Gesamtweltcup mit 415 Punkten den 16. Platz © getty

Für die DSV-Damen war es eine überragende Saison. Rebensburg sticht besonders hervor. Für den nächsten Winter hat sie große Ziele.

Von Rainer Nachtwey

Garmisch-Partenkirchen - Es ist das passende Bild zur Saison:

Viktoria Rebensburg steht im Zielraum von Garmisch, strahlt mit der Sonne um die Wette, lacht und scherzt, in der Hand ein Getränk eines österreichischen Limonadenherstellers, das angeblich Flügel verleiht (Super-G: Vonn feiert historischen Triumph).

Die 20 Jahre alte Riesenslalom-Olympiasiegerin vom Tegernsee war eine der Überfliegerinnen des Winters im DSV-Team (Riesch und Co. so gut wie zuletzt 1998).

Oberbayrischer Akzent und Lächeln

Nur kurz verschlägt es ihr die Sprache, als Andrea Fischbacher beim Super-G schwer stürzt.

"Oh leck, die hat's voll überschlagen", bringt sie nach kurzer Pause in ihrem oberbayrischen Akzent hervor. "Hoffentlich geht's der guad."

Dann erscheint wieder das Lächeln in ihrem Gesicht, auch weil sie bemerkt, dass die österreichische Super-G-Olympiasiegerin aufsteht und den Hang selbstständig hinunterfährt (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender).

Überragende Saison mit weniger glücklichem Abschluss

"Man wird hier schneller als man denkt", analysiert sie ihr Rennen bei Sport1.de, das sie auf Bestzeitkurs wegen eines Torfehlers kurz vor dem Ziel nicht beendete. "Ich habe die Geschwindigkeit falsch eingeschätzt. Aber auch wenn der Abschluss jetzt nicht ganz passt, war es eine überragende Saison."

Was will man als Riesenslalom-Olympiasiegerin auch anderes sagen?

Das Vorgenommene erreicht

Mit dem überraschenden Erfolg in Vancouver, einem Podestplatz, zwölf Platzierungen unter den ersten Zehn im Weltcup und Platz vier in der Riesenslalom-Gesamtwertung hat Rebensburg die Erwartungen weit übertroffen.

Auch wenn sie sich selbst für den Winter hohe Ziele gesteckt hatte.

"Im Riesenslalom wollte ich vorne mitfahren und auch einen Sieg einfahren", sagt die Kreutherin. "Das habe ich geschafft. Und ich war ein Mal auf dem Podium. Ich habe eigentlich immer das umgesetzt, was ich mir vorgenommen habe."

Großes Potenzial für Speed-Disziplinen

Aber nicht nur im Riesentorlauf, auch in Abfahrt und Super-G hat Rebensburg ihr Können unter Beweis gestellt. In Crans Montana fuhr sie in der Abfahrt auf Rang fünf, auf der schweren Strecke von Val d'Isere wurde sie im Super-G Achte.

Alpindirektor Wolfgang Maier hält große Stücke auf "die Vicky". Er traut ihr insbesondere in den schnellen Disziplinen noch einen großen Schritt zu, "das Potenzial dazu hat sie auf jeden Fall".

Erfahrung zählt

Für Rebensburg ist es eine Frage der Zeit, bis sie in Abfahrt und Super-G aufs Podest fährt.

"Bei den Speed-Disziplinen kommt es vor allem auf die Erfahrung an. Die kommt mit der Zeit. Für mich zählt jetzt, die Strecken kennen zu lernen", weiß sie. "Bis auf die Abfahrt in Cortina d'Ampezzo bin ich diese Saison schon alle Rennen gefahren."

Großer Fan von Cortina

Vor allem die Tofana, die Piste des renommierten italienischen Skiorts, hat es Rebensburg angetan. "Cortina mag ich sehr gerne. Da macht es mir sehr viel Spaß, zu fahren. Von den Speedstrecken gefällt mir Haus im Ennstal sehr gut."

Und die Kandahar in Garmisch sowieso.

Das macht Hoffnung für den kommenden Winter, in dem sie sich vorgenommen hat, ihre Erfolge zu bestätigen.

Rückkehr an die Stätte des Erfolges

Und vor allem beim Highlight, der Heim-WM in Garmisch-Partenkirchen. "Das wird auf alle Fälle großartig. Ich hoffe, dass viele Zuschauer kommen", sagt Rebensburg. "Das ist richtig cool, vor heimischem Publikum zu fahren."

Erfahrung hat sie hierbei bereits zweimal gesammelt und auch gezeigt, dass sie dem Druck standhält. Bei der Junioren-WM 2009 in Garmisch gewann sie Gold in Super-G und Riesenslalom.

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