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Maria Riesch bereitet sich auf den Weltcup-Winter vor © getty

Im Interview der Woche äußert sich Maria Riesch bei Sport1.de über Vorbereitung, Ziele, Urlaubsvorlieben und Ess-Gewohnheiten.

Von Wolfgang Kleine

Schwäbisch Hall/München - Auch der Regen auf dem Airport des DSV-Sponsors Würth in Schwäbisch Hall konnte Maria Riesch nicht aus der Ruhe bringen.

Die 23-jährige Frontfrau der deutschen Ski-Damen wirkt vor dem Weltcup-Saisonstart am Samstag in Sölden gelöst. Diesmal will Riesch punkten, nachdem sie im Vorjahr im zweiten Lauf ausgeschieden war.

Die Garmischerin, die mit Kathrin Hölzl zu den Hoffnungen im Riesenslalom zählt, hat für die kommende Saison Großes im Visier: den Erfolg im Gesamt-Weltcup und bei der WM Anfang 2009.

Deshalb wird sie auch in allen vier Disziplinen starten und hat sich nicht spezialisiert.

Im "Interview der Woche" äußert sich Maria Riesch bei Sport1.de über die Vorbereitung, die Ziele, Urlaubsvorlieben und neue Ess-Gewohnheiten.

Sport1.de: Wird das die erste Saison nach Ihren beiden schweren Knieverletzungen, in die Sie wieder frei von äußeren Umständen gehen können?

Maria Riesch: Man hat auch schon in der letzten Saison relativ schnell gesehen, dass ich gut drauf bin und auch vorne mitmischen kann. Somit war nach den ersten Erfolgen der Kampfgeist schnell wieder geweckt.

Sport1: Worauf legen Sie in der kommenden Saison ihre Schwerpunkte? Nehmen Sie wieder alle vier Disziplinen mit, oder konzentrieren Sie sich mehr auf die Speed-Disziplinen?

Riesch: Es gibt keinen Grund, das zu machen. Ich bin im Slalom unter den besten sieben und möchte wieder alle Disziplinen fahren. Ich möchte irgendwann den Gesamtweltcup gewinnen. Also kann ich mich gar nicht spezialisieren.

Sport1: Was ist das große Ziel?

Riesch: Natürlich will ich mich nicht verschlechtern. Letztes Jahr habe ich zwei Kugeln gewonnen. Aber es wird schwierig, das zu übertreffen. Trotzdem ist es wieder mein Ziel, um den Gesamtweltcup mitzufahren. Und bei der WM eine Medaille zu gewinnen, wäre natürlich toll.

Sport1: Weltcup oder WM - was ist wichtiger?

Riesch: In diesem Jahr ist die WM schon ein wenig wichtiger, aber man kann sich deshalb nicht anders auf die Saison vorbereiten. Man muss fit zur WM fahren und dann auch noch den richtigen Tag erwischen. Ich verlasse mich aber nicht darauf, bei der WM eine Medaille zu gewinnen, sondern gehe in die Saison wie in jede andere.

Sport1: Wie haben Sie sich im Sommer vorbereitet?

Riesch: Wir sind bis April gefahren, dann war ich im Mai noch im Urlaub. Ende Mai ging es aber schon wieder los mit der Konditionsvorbereitung. Da waren wir mit dem ganzen Team in drei Trainingslagern auf Mallorca, im Allgäu und in Vorarlberg. Ansonsten habe ich zu Hause am Olympiastützpunkt täglich trainiert. Mitte August waren wir dann für vier Wochen in Neuseeland zum Skifahren und anschließend waren zwei Trainingskurse in Sölden.

Sport1: Also ist die Vorbereitung perfekt gelaufen?

Riesch: Ich hatte vielleicht etwas zu wenig Speed-Training in schwierigem Gelände, weil es einfach sehr schwer ist, dafür geeignete Orte zu finden. Das war nicht ganz optimal. Aber die ersten Speed-Wettbewerbe sind erst im Dezember, und ich werde frühzeitig nach Übersee reisen, um dann zunächst in Kanada und in den USA zu trainieren.

Sport1: Haben Sie wie in der letzten Saison, als sie mit fünf Kilogramm weniger in die Saison starteten, erneut etwas im körperlichen Bereich unternommen?

Riesch: Ich habe nichts Besonderes in der Hinsicht beachtet. Vom Gewicht her liege ich noch niedriger als vergangenes Jahr, wobei das eigentlich nicht geplant war. Ich werde jetzt mit Nahrungsergänzungsmitteln versuchen, mein Gewicht über die Saison zu halten. Ich darf nicht zu viel verlieren, weil dadurch auch Muskeln verloren gehen.

Sport1: Besteht da nicht die Gefahr, das falsche Mittel zu bekommen?

Riesch: Ja, da muss man natürlich besonders aufpassen. Die Sachen, die wir bekommen, werden von unseren Teamärzten geprüft, damit wir die Garantie haben, dass alles in Ordnung ist.

Hier geht's zum 2. Teil des Interviews - Maria Riesch über schwache Disziplinen

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