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Alois Vogl konnte in seiner Karriere einen Weltcupsieg einfahren © getty

Der deutsche Ski-Rennläufer Alois Vogl beendet nach fortwährenden gesundheitlichen Problemen seine wechselhafte Karriere.

München - Jahrelang kämpfte Alois Vogl trotzig um seine Karriere als Ski-Rennläufer, jetzt hat der mittlerweile 36 Jahre alte Slalom-Spazialist doch das Handtuch geworfen.

"Um ganz vorne mitzufahren, ist der Trainingsrückstand einfach zu groß. Ein Start bei Weltcup-Rennen macht unter diesen Voraussetzungen keinen Sinn mehr", sagte Vogl vier Tage vor dem Beginn der Weltcup-Saison auf dem Rettenbachgletscher im österreichischen Sölden.

Seit Jahren war Vogl wiederholt von den Folgen einer tückischen Darmerkrankung zurückgeworfen worden.

Karriere wie eine Achterbahnfahrt

Seine Karriere, die 1991 mit seinem ersten Weltcup-Start begann, glich aber nicht nur deshalb bisweilen einer Achterbahnfahrt.

Sein Talent war stets unbestritten, nach seinem damals sensationellen zehnten Rang beim Slalom im Januar 1994 in Kitzbühel galt er als Versprechen auf die Zukunft, eingelöst wurde dieses Versprechen von ihm allerdings nie.

Goldener Herbst

Trotz seines fortgeschrittenen Alters galt Vogl wegen seines begnadeten Talents bis zuletzt als Anwärter auf eine Platzierung in den Top Ten, selten allerdings konnte er sein Potenzial abrufen.

Bei 146 Starts im Weltcup fuhr er nur fünfmal aufs Siegertreppchen - das erste Mal erst im Dezember 2004, danach gelang ihm im Januar 2005 in Wengen sogar sein erster und nunmehr einziger Weltcup-Sieg. Zuletzt war er im Januar 2007 in Kitzbühel aufs "Stockerl" gefahren.

Fortwährende Probleme

Ehe ihm im Herbst seiner Karriere tatsächlich doch noch ein Sieg und die meisten seiner 17 Top-Ten-Platzierungen gelangen, war Vogl wiederholt schon fast von der Bildfläche verschwunden.

Er galt als ewiges Talent, als Sensibelchen, als eigenbrödlerisch. Zwischenzeitlich fiel Vogl sogar aus der Förderung und musste sich selbst finanzieren. Erst der damalige Cheftrainer Werner Margreiter hatte ihn vor vier Jahren aus seiner Lethargie reißen können.

Allgemeines Bedauern

"Es ist schade, dass man Aktive mit einem so hohen Leistungspotential durch langjährige Erkrankungen verliert", sagte Wolfgang Maier, Sportdirektor Alpin des Deutschen Skiverbandes (DSV) zum Rücktritt des Routiniers und betonte: "Alois wäre auch mit seinen 36 Jahren noch in der Lage gewesen, auf internationalem Niveau ganz vorne mitzufahren."

Vogl fühlt sich zwar fit, hat aber nun genug vom Kampf um die Karriere.

Künftig Polizist

Nach dem Rücktritt als aktiver Ski-Rennläufer will Vogl, der als ausgezeichneter Golfspieler gilt, bei der Bundespolizei bleiben. "Darüber hinaus könnte ich mir vorstellen, dem alpinen Skisport in welcher Form auch immer treu zu bleiben", sagte er.

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