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Im Vorjahr scheiterte Maria Riesch im 2. Lauf des Riesenslaloms © getty

Das deutsche alpine Trumpf-Ass kann der Weltcup-Start am Samstag in Sölden kaum erwarten. Was schafft Kathrin Hölzl?

Von Rainer Nachtwey

Sölden - Wäre Maria Riesch ein Rennpferd, sie würde seit Tagen ungeduldig mit den Hufen scharren.

"Ich freue mich riesig auf das erste Rennen", sagt Deutschlands beste Ski-Rennläuferin, und am Samstagmorgen (ab 9.30 Uhr LIVE) kann sie nun endlich loslegen.

Auf dem Gletscher hoch über dem österreichischen Sölden beginnt der alpine Weltcup und zugleich ein WM-Winter, und wenn nicht alles täuscht, dann hat sich Maria Riesch viel vorgenommen. "Endlich", sagt sie, "geht es los."

Nach ihren bemerkenswerten Erfolgen in der vergangenen Saison will die Partenkirchnerin keine konkreten Ziele benennen, doch ihr eigener Anspruch verheißt nur Gutes.

"Es soll keine Rückschritte geben"

"Auf alle Fälle soll es keine Rückschritte geben", sagt die 24-Jährige, und das hieße: Rang drei im Gesamtweltcup und der Gewinn von zwei Disziplin-Weltcups dürfen es gerne wieder sein.

Bei der WM im Februar 2009 in Val d'Isere (3. bis 15. Februar) soll außerdem eine Medaille her.

"Eine Medaille wäre schon mal schön, ich bin ja auch schon 24 Jahre alt", sagt Maria Riesch. Erst bei zwei Großveranstaltungen war sie bisher dabei: 2003 als Talent bei der WM in St. Moritz, und 2007 bei der WM in Are.

Noch nie so austrainiert

Damals war sie nach zwei Kreuzbandrissen, die sie die Teilnahme an der WM 2005 und bei Olympia 2006 gekostet hatten, aber längst nicht in Form. "Ich habe immer ein bisschen Pech gehabt, es wäre jetzt also langsam mal an der Zeit." Mit einer Medaille.

Was immer sie auch selbst von sich erwartet - Maria Riesch macht offensichtlich ernst: Noch nie hat die Allrounderin, die in diesem Winter bei allen 36 Weltcup- und sechs WM-Wettbewerben fahren will, vor dem Beginn einer Saison so austrainiert gewirkt.

Vor einem Jahr hatten ihr die Trainer vorgehalten, sie habe nicht mit letztem Willen die Grundlagen für den langen Winter gelegt. "Heuer war sie sehr fleißig", sagt Cheftrainer Mathias Berthold - und grinst.

Riesch lässt sich nicht aus der Reserve locken

Mit einem Thema sieht sich Maria Riesch schon konfrontiert, noch ehe das erste Rennen gestartet ist. Im vergangenen Winter fuhr sie lange um den Sieg im Gesamtweltcup mit, der Gewinn der "großen Kristallkugel" ist bei ihrem gewaltigen Potenzial auch überfällig.

Doch Riesch mag sich auch da nicht aus der Reserve locken lassen: "Es bringt nichts, wenn man darüber nachdenkt. Ich kann nicht sagen, ich will den Gesamtweltcup gewinnen. Es muss einfach passieren."

Es hätte schon im letzten Winter passieren können. Da hatte sich Maria Riesch aber noch ein paar Schwächen geleistet. Es gab da drei Abfahrtsrennen, bei denen ihr der Sieg nicht zu nehmen schien - bei allen dreien schied sie aus.

Nur 39 Weltcup-Punkte

Und da ist der Riesenslalom, jene Disziplin, mit der am Samstagmorgen traditionsgemäß der Weltcup beginnt. Im Vorjahr holte Maria Riesch im Riesenslalom nur 39 ihrer 1146 Weltcup-Punkte.

Nichts käme Maria Riesch also gelegener als ein gelungener Start in den Winter.

Im Vorjahr sah es beim Auftakt in Sölden auch schon gut aus, nach dem ersten Lauf lag die Partenkirchenerin sehr aussichtsreich auf Rang fünf, schied aber im Finale aus und fand fortan über die ganze Saison keinen rechten Schwung im Riesenslalom.

Das würde sie gerne besser machen: "Ich bin zuversichtlich", sagt sie, "dass ich eine gute Leistung zeigen kann."

Hölzl der DSV-Trumpf in Sölden

Erfolgreicher im Riesenslalom als Maria Riesch ist Kathrin Hölzl. Sie denkt zwar schon an den Saisonhöhepunkt, die WM in Val d'Isere, will sich jetzt erst einmal auf den Start in Sölden konzentrieren.

Hölzl gegenüber Sport1.de: "Ich kann jetzt nicht nur an die WM denken. Ich muss erst einmal nach Sölden blicken. Ich rechne mir da etwas aus. Danach folgt eine längere Pause. Aber die werde ich schon gut überbrücken."

Neureuther mit Exoten-Startnummer

Auch Felix Neureuther will eine gute Leistung zeigen, aber seine Zuversicht wird ein wenig gedämpft.

Der Partenkirchener geht im Riesenslalom der Männer am Sonntag mit der Startnummer eines Exoten an den Start und will daher erst mal nur den zweiten Lauf erreichen. "Es wird schwierig werden", weiß er.

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