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Trotz einiger Fehler im 1. Lauf noch Elfte in Sölden: Kathrin Hölzl © getty

Nach dem Missgeschick blasen die DSV-Frauen beim Saisonauftakt in Sölden im 2. Riesenslalom-Lauf zur Aufholjagd. Hölz überzeugt.

Sölden - Auf der Tribüne machte sich zum ersten Mal ihr neu gegründeter Fanclub bemerkbar, doch die lautstarke Unterstützung der knapp hundert Anhänger von Maria Riesch verfehlte ein bisschen ihre Wirkung.

Beim Weltcup-Auftakt der alpinen Ski-Rennläufer in Sölden reichte es für die Partenkirchenerin nur zu Rang 13.

"Ich hatte mir mehr vorgenommen, aber der erste Lauf war unter den Erwartungen. Ich war schon etwas nervös", sagte die 24-Jährige.

Riesch fand immerhin Trost in der Feststellung, dass sie im Vorjahr an gleicher Stelle noch ausgeschieden war: "Ich bin unter den ersten 15. So gut war ich im Riesenslalom die ganze letzte Saison nicht."

Kathrin Zettel siegt

Beste Deutsche beim deutlichen Sieg der Österreicherin Kathrin Zettel (2:22,99 Minuten), die vor der Finnin Tanja Poutiainen (0,98 Sekunden Rückstand) und Teamkollegin Andrea Fischbacher (1,48) ihr drittes Weltcup-Rennen gewann, war Kathrin Hölzl (Bischofswiesen).

Sie belegte wie im Vorjahr Rang acht (1,85).

"Das war schon okay", sagte Cheftrainer Matthias Berthold nach dem Rennen auf dem anspruchsvollen Kurs auf dem Rettenbach-Gletscher.

"Völlig verkrampft"

Im ersten Lauf, bemängelte er aber, seien Hölzl und Riesch "völlig verkrampft" gewesen: "Wir müssen entschlossener Ski fahren, und wir müssen aufpassen, dass wir konzentriert weiterarbeiten."

DSV-Alpinchef Wolfgang Maier verfolgte die Fahrten von Hölzl und Riesch mit gemischten Gefühlen.

"Das Ergebis ist okay", sagte auch er, gab aber unumwunden ebenso zu: "Ich hatte gemeint, dass wir besser sind. Aber das regt mich jetzt nicht weiter auf. Wir müssen keine Panik haben, dass wir nicht dabei sind."

DSV-Frauen im Pech

Die DSV-Frauen hatten aber schon vor dem Rennen viel Pech. Ihnen wurden die präparierten Rennski und Stöcke gestohlen.

Damit mussten sie vor allem im 1. Lauf ein großes Handicap überwinden.

Nach Sölden jetzt Levi

Nach dem Auftakt in Sölden und einem Slalom im finnischen Levi in drei Wochen nimmt der Weltcup erst Ende November in Nordamerika Fahrt auf - auch Maria Riesch wollte das erste Rennen deshalb nicht als richtungweisend verstanden wissen: "Das erste Rennen darf man nicht überbewerten. Das ist zum Warmmachen."

Riesch verschlief wie Hölzl den ersten Durchgang, immerhin verbesserten sich beide mit guten Fahrten im Finallauf: Riesch von Rang 19, Hölzl von Rang 11.

"Ich hätte mir für meinen Fanclub schon ein besseres Resultat erwartet", räumte Riesch ein, "aber auf dem Ergebnis kann ich schon aufbauen."

Riesenslalom die Problemdisziplin

Der Riesenslalom ist ohnehin die "Problemdisziplin" der deutschen Damen. Seit die vor zwei Jahren zurückgetretene Martina Ertl-Renz 2003 das Auftakt-Rennen in Sölden gewann, reichte es nur noch zu einer Platzierung auf dem Siegertreppchen: Im März 2007 in Lenzerheide belegte Hölzl Rang zwei.

Auch Hoffnungsträgerin Viktoria Rebensburg patzte.

"Das ist einfach bitter"

Schon nach 44 Sekunden im ersten Lauf war für die hochtalentierte Schülerin das Rennen zu Ende. "Das ist einfach bitter. Ich hatte ein gutes Gefühl, und ich war auch ganz gut dabei", sagte die Überraschungs-Achte der WM 2007 in Are, die im Weltcup noch auf den Durchbruch wartet.

Neben Rebensburg gingen auch die Nachwuchshoffnungen Carolin Fernsebner (Ramsau) und Fanny Chmelar (Partenkirchen) leer aus: Mit jeweils rund drei Sekunden Rückstand im ersten Lauf verpassten sie mit den Rängen 34 und 35 den Finaldurchgang der besten 30.

Neureuther trägt die DSV-Hoffnungen

Am Sonntag steigt der Auftakt der Herren. Im Riesenslalom ist Felix Neureuther als einziger DSV-Starter dabei.

Er will jetzt unbedingt einmal unter die besten 30 kommen (ab 9.30 Uhr LIVE).

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