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Kathrin Hölzl gewann 2009/10 die Riesenslalom-Rennen in Aspen und Lienz © imago

Beim Weltcup-Auftakt will Kathrin Hölzl vorne mitfahren. Im Sommer bremste sie allerdings eine mysteriöse Verletzung.

München - Die Aussage liest sich völlig harmlos.

"Nach einem ereignisreichen Sommer freue ich mich auf den Saisonstart in Sölden", teilte Kathrin Hölzl am Dienstag über den Presseservice des Deutschen Skiverbandes (DSV) gewohnt unaufgeregt mit.

Doch was die Weltmeisterin im Riesenslalom "ereignisreich" nennt, war in der Tat ein Sommer voller Qualen und Ängste.

Gleich mehrfach wurde Hölzl von muskulären Problemen derart heftig heimgesucht, dass sie bisweilen nicht mal gehen konnte und tagelang nur im Bett lag.

"Ganzkörperschmerzen" habe sie verspürt, "ich habe geschrien", berichtet die eher stille Bischofswiesenerin vor dem Weltcup-Auftakt am kommenden Samstag im österreichischen Sölden.

Hölzl konnte mal "fünf Tage nicht laufen"

Eine genaue Analyse ihrer Probleme fällt Hölzl schwer, angefangen jedenfalls hatte es im Juni damit, dass "ich meine Muskel nicht mehr anspannen konnte", die mysteriösen Beschwerden traten dann "meistens beim Training oder in der Nacht" auf.

"Dann konnte ich mal wieder fünf Tage nicht gehen", erzählt die 26-Jährige.

Bis heute weiß Hölzl nicht, was die Ursache der Muskelprobleme ist - kein Arzt konnte bislang etwas finden, geschweige denn helfen.

"Zwischenzeitlich war das nicht so lustig für die Psyche, wenn dir keiner einen Anhaltspunkt geben kann", sagt sie. Deshalb brach sie die anhaltend ergebnislose Ärzte-Tour schließlich ab, "ich wollte keine Untersuchungen mehr haben".

Medaille als großes Ziel

Beruhigend ist wenigstens, dass Hölzl und ihre Trainer während der Saisonvorbereitung im August in Neuseeland feststellten: "Beim Skitraining gibt es keine Probleme."

Mit den Brettern an den Füßen ist Hölzl sozusagen frei, und deshalb geht sie auch "sehr zuversichtlich" in die neue Saison.

Der Höhepunkt des Winters wird im Februar 2011 auf sie zukommen, da ist dann WM in Garmisch-Partenkirchen, wo sie als Titelverteidigerin und aktuelle Weltcup-Siegerin im Riesenslalom startet.

"Natürlich ist es mein großes Ziel, bei der Heim-WM eine Medaille zu holen", sagt Hölzl, doch sie betont zugleich: "Ich muss erst mal schau'n, dass ich gut in die Saison reinkomme."

Ertl als letzte deutsche Siegerin

Gut in die Saison reinkommen heißt für Hölzl, bis zur WM schon mal Selbstvertrauen durch gute Resultate aufbauen, am besten gleich im ersten Rennen der Saison: "Mein Traum wäre, auch mal Sölden zu gewinnen."

Sölden, der Auftakt, noch dazu bereits auf Ende Oktober terminiert, ein schwieriger Hang: "Das ist einfach was Besonderes", sagt die Weltmeisterin.

Martina Ertl war 2000 die letzte Deutsche, die am Gletscher gewonnen hat. Hölzl war dort nie besser platziert als auf Rang sieben.

Mit Stauffer ist es "total easy"

Vielleicht gibt ja der neue Cheftrainer einen entscheidenden Schub. Zunächst mal war auch Hölzl geplättet, als im April Mathias Berthold die von ihm so erfolgreich geführten deutsche Damen verließ und die darbenden Männer in seiner Heimat Österreich übernahm.

"Für mich war das im ersten Augenblick ein Schock", gesteht Hölzl, "ich habe mich schon gefragt, wie geht es weiter."

Nun gerät sie über den neuen Cheftrainer, den Schweizer Thomas "Tom" Stauffer, beinahe ins Schwärmen: "Es ist echt total easy mit ihm."

Die Angst bleibt

Bleibt der Feind, der sich irgendwo in ihrem Körper versteckt hält. Kathrin Hölzl mag sorgenfrei auf Skiern stehen, doch was sie im Sommer erlebt hat, lässt sie nicht los. Ob sie Angst hat, dass die Schmerzen wiederkommen? "Ja!"

Damit muss man auch erst mal zurechtkommen.

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