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Susanne Riesch fuhr im Vorjahr in Levi auf Rang vier © imago

Susanne Riesch will in Levi die Vanvouver-Enttäuschung abhaken. Bei SPORT1 setzt sie sich neue Ziele und spricht über ihre Schwester.

Von Andreas Kloo

Ingolstadt/München - Olympia in Vancouver hätte für die beiden Riesch-Schwestern unterschiedlicher nicht enden können:

Während Maria Riesch im Ziel des Slalomlaufs ihre zweite Goldmedaille feierte, kauerte ihre Schwester Susanne ein paar Meter weiter den Hang hinauf traurig im Schnee und vergoss Tränen der Enttäuschung.

Auf dem aussichtsreichen vierten Rang gelegen war die kleine Riesch-Schwester - die Medaille vor Augen - ausgeschieden.

Abschottung von Marias Gold-Feier

"Olympia war auf gut deutsch gesagt Scheiße. Ein miserables Erlebnis, das ich nie wieder erleben will", blickt Susanne Riesch im Gespräch mit Sport1 zurück.

Nach der Heimkehr aus Vancouver hatte die 22-Jährige noch lange an dieser Enttäuschung zu knabbern.

Der Erfolg ihrer Schwester Maria, die gleich zwei Goldmedaillen einheimste, machte es ihr nicht unbedingt leichter, das traurige Erlebnis zu verdauen: "Man kommt heim und sieht dann auch noch die ganzen Feierlichkeiten von der Maria. Da habe ich mich bisschen abgeschottet."

Neue Hoffnung Heim-WM

Doch der Blick auf die neue Saison gibt Susanne wieder neue Motivation.

Denn der Winter 2010/'11 hat einen Höhepunkt, der für die Slalomspezialistin absolut gleichzusetzen ist mit Olympischen Spielen: die Weltmeisterschaft vor der eigenen Haustür in Garmisch-Partenkirchen.

"Die verpasste Medaille von Vancouver will ich dort nachholen", gibt sie als klares Saisonziel aus.

[kaltura id="0_l2pfwpii" class="full_size" title="Maria Riesch hat hohe Ziele"]

Mit gutem Gefühl nach Levi

Wie sie dieses Ziel erreichen will, weiß sie bereits: "Wichtig wird es jetzt sein, gute Platzierungen einzufahren, damit im Februar dann das Selbstvertrauen da ist."

Beim ersten Slalom der Saison im finnischen Levi am Samstag (ab 10 Uhr im LIVE-TICKER) will sie mit den guten Platzierungen anfangen.

"Ich habe ein gutes Gefühl im Slalom. Das Material passt. Ich hoffe, dass ich gleich mal von Beginn an auf dem Trepperl stehen kann."

Reibungsloses Sommer-Training

Die Vorbereitung auf den Winter verlief für Susanne reibungslos. Körperlich hat sie sich durch den neuen Konditionstrainer Gerald Mitterbauer im Vergleich zur letzten Saison verbessert:

"Er macht für jeden von uns einen individuellen Trainingsplan. Das war ein Schritt nach vorn, das merkt man an den Ausdauerwerten", bestätigt sie.

Auch die Zusammenarbeit mit dem neuen Cheftrainer Thomas Stauffer, der nach dem letzten Winter den zum ÖSV abgewanderten Mathias Berthold ersetzte, findet sie "optimal".

Und die Stimmung im Team ist nach dem Riesenslalom-Doppelsieg im ersten Saisonrennen durch Viktoria Rebensburg und Kathrin Hölzl ohnehin bestens.

Gelassene Maria

Auch Maria Riesch kam mit einem fünften Platz in Sölden gut aus den Startlöchern.

Sie hat im Gegensatz zu ihrer Schwester in diesem Winter nichts nachzuholen.

"Ich bin schon Weltmeisterin und Doppel-Olympiasiegerin. Das kann mir niemand mehr nehmen. Deshalb gehe ich alles gelassen an", gibt sich Maria Riesch gegenüber Sport1 locker.

"Es lebt sich auseinander"

Nicht nur von den sportlichen Erfolgen her scheinen die beiden Riesch-Schwestern momentan Welten zu trennen, auch privat entwickeln sich die beiden auseinander.

Während Maria zusammen mit ihrem Lebensgefährten und Manager Marcus Höfl immer mehr in die Welt des Showbiz eintaucht, konzentriert sich Susanne auf das Sportliche.

Am Verhältnis der beiden Geschwister zueinander geht diese Entwicklung offenbar nicht spurlos vorüber.

"Im Sommer haben wir uns nur noch selten gesehen, weil sie ständig unterwegs war. Meist war sie bei ihrem Freund in Kitzbühel. Es lebt sich ein bisschen auseinander."

Aber zumindest auf der Slalompiste ist zu erwarten, dass die beiden im Gleichklang agieren und in Levi gemeinsam um die Bestzeit fahren.

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