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Maria Riesch (l.) holte in Vanvouver Gold in der Super-Kombination und im Slalom © getty

Die Doppel-Olympiasiegerin richtet sich in Levi zu bequem in ihrem Polster ein. Auch Nutznießerin Schild wundert sich.

München/Levi - Der zweite Platz war Maria Riesch nicht gut genug.

Nicht diesmal, nicht nach einem Rennen, in dem sie recht fahrlässig den Sieg verschenkte. "Ich hab's verbremst. Das darf nicht passieren. Da ärger' ich mich schon", schimpfte die Doppel-Olympiasiegerin über sich selbst.

Schon nach dem ersten Lauf des Weltcup-Slaloms im finnischen Levi hatte Maria Riesch in Führung gelegen, knapp 30 Sekunden vor der Zieldurchfahrt im Finale lag sie immer noch überragende 0,74 Sekunden vorne.

Doch am Ende gewann Marlies Schild aus Österreich, Maria Riesch lag 0,03 Sekunden zurück. Dritte wurde die Finnin Tanja Poutiainen.

Verhängnisvolle Risiko-Armut

"Ein zweiter Platz ist nicht schlecht, aber nach einem so großen Vorsprung nach dem ersten Lauf ist es halt nur der zweite Platz", sagte die 25-Jährige, als Weltmeisterin, Olympiasiegerin und Weltcup-Gesamtsiegerin im Slalom eigentlich das Maß aller Dinge in dieser Disziplin.

Auch diesmal schien ihr der Sieg nicht zu nehmen: 0,81 Sekunden hatte sie nach dem ersten Lauf vor Marlies Schild gelegen, mit nur sieben Hundertstel weniger kam sie nach der letzten Zwischenzeit die Piste herunter - und vermasselte es.

"Ich wollte im Steilhang nichts riskieren", gab sie verärgert zu.

Acht Deutsche in den Punkten

"Schade, dass es nicht zum Sieg gereicht hat", insgesamt könne sich das Ergebnis aber sehen lassen, sagte Maria Riesch nach dem zweiten Rennen des WM-Winters, und meinte damit die sehr beeindruckende Bilanz der deutschen Ski-Rennläuferinnen.

Schwester Susanne Riesch belegte nach einer Aufholjagd Rang vier, Fanny Chmelar Rang zehn.

Dahinter folgten fünf weitere Teamkolleginnen mit Weltcup-Punkten: Christina Geiger, Lena Dürr, Monica Hübner, Kathrin Hölzl und Barbara Wirth fuhren auf die Plätze 20, 22, 23, 25 und 28.

Dürr im Pech

Doch es war auch ein Rennen der verpassten Gelegenheiten, nicht nur für Maria Riesch.

Ihre Schwester Susanne etwa beklagte nach Rang zehn im ersten Lauf Probleme mit dem Material - und einen schweren Patzer.

Großes Pech aber hatte vor allem Katharina Dürr. Die 21-Jährige war nach dem ersten Lauf noch Zweite hinter Maria Riesch gewesen (0,56 Sekunden zurück) und lag im Finale bei der letzten Zwischenzeit ebenfalls deutlich vor der späteren Siegerin Marlies Schild.

Dann aber fädelte sie ein: "Das kommt im Slalom schon mal vor, aber das ist mir im Training noch nie passiert", sagte sie verärgert.

Unverhoffter Sieg für Schild

So durfte sich Marlies Schild ein wenig unverhofft über ihren 24. Sieg im Weltcup freuen. "Dass sich das jetzt noch ausgegangen ist, ist unglaublich. Wie ich der Maria zugeschaut habe, habe ich mir gedacht: Zweite ist auch sehr gut", sagte die Österreicherin etwas ungläubig.

Doch Maria Riesch muss auf der Hut sein. Ehe sich Maria Riesch zur Slalom-Queen aufschwingen konnte, hatte die 29 Jahre alte Schild diese Disziplin beherrscht.

Nach einem Unterschenkelbruch war sie dann schon in der vergangenen Saison nahe dran, die Deutsche vom Thron zu stürzen - bei Olympia reichte es allerdings "nur" zu Silber.

Die nächste Chance für Riesch, den ersten Saisonsieg nachzuholen, kommt am 27. November beim Riesenslalom in Aspen.

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