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Maria Riesch fährt zu ihrem dritten Weltcup-Sieg im Jahr 2010 © getty

Die Doppel-Olympiasiegerin beendet die Serie ihrer Freundin und Rivalin Lindsey Vonn. Die DSV-Frauen schreiben Geschichte.

Lake Louise - Maria Riesch stieß einen spitzen Schrei aus und riss beide Arme nach oben:

Die Doppel-Olympiasiegerin hat bei der ersten Abfahrt des WM-Winters ihren 15. Weltcup-Sieg eingefahren und dabei "Speed-Queen" Lindsey Vonn in deren Wohnzimmer geschlagen.

Während für Abfahrts-Olympiasiegerin Vonn nach fünf Triumphen im kanadischen Lake Louise in Folge erstmals wieder die "2" aufleuchtete, setzte Maria Riesch die unglaubliche Serie der deutschen Damen fort:

Auch im fünften Saison-Rennen stand eine Athletin im weißen Ski-Anzug mit schwarzen Streifen auf dem Podium - das hatten deutsche Ski-Rennläuferinnen seit Einführung des Weltcups im Winter 1966/67 noch nicht geschafft.

Riesch: "Lindsey eigentlich unschlagbar"

Riesch baute zudem ihre Führung im Gesamtweltcup aus. Auf Vonn hat sie jetzt bereits einen Vorsprung von 169 Punkten. (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11)

"Ich habe im Training schon ein ganz gutes Gefühl gefunden, war im ersten Teil immer recht schnell. Im Rennen habe ich versucht, auch unten schnell zu sein. Das ist mir zwar wieder nicht ganz gelungen, aber ich bin froh, dass es dennoch geklappt hat", sagte Riesch.

"Lindsey ist auf diesem Berg eigentlich unschlagbar, aber auch ich war hier immer wieder stark", ergänzte die Siegerin, nach ihrem fünften Erfolg bei einer Weltcup-Abfahrt, dem zweiten in Lake Louise nach 2006.

0,12 Sekunden machen den Unterschied

Damals war sie die Letzte, die Vonn schlagen konnte. Nach dem fünften Sieg ihrer Freundin im vergangenen Winter, dem insgesamt siebten in einer Abfahrt im Banff-Nationalpark, wollten Spötter den Ort schon in "Lake Lindsey" umbenennen - doch nun schlug Maria Riesch zu.

In einer Fahrtzeit von 1:28,96 Minuten war sie auf der leicht verkürzten "Men's Olympic Downhill" 0,12 Sekunden schneller.

Vonn ging mit Startnummer 16 ins Rennen und unterbot die bis dahin gültige Bestzeit um sagenhafte 1,07 Sekunden.

Geschenk für Verlobten

Der Sieg schien ihr nach Meinung vieler Beobachter schon sicher, als Riesch mit der Nummer 18 aufdrehte. Den dritten Platz belegte Elisabeth Görgl aus Österreich, 0,21 Sekunden hinter Riesch.

Die Oberstdorferin Gina Stechert (2,20) kam ebensowenig in die Top 15 wie die Riesenslalom-Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg aus Kreuth (2,81).

Für Riesch und Vonn war es unterdessen auch ein ganz privates Duell: Beide wollten ihren Partnern zum Geburtstag den Sieg schenken. Im Zielraum durfte Rieschs Verlobter Marcus Höfl seinen 37. doppelt feiern.

Ein Bier auf den Sieg

Thomas Vonn blieb die Party zum 35. als Trost. "Wir gehen zusammen ein Bier trinken", meinte Höfl, und seine Verlobte stellte fest: "Marcus hat heute das schönere Geschenk bekommen."

Die im Vorjahr schier übermächtige Vonn, die damals sechs von acht Abfahrten im Weltcup gewonnen hatte (die anderen beiden holte Riesch), ließ Riesch und Co. schon im Training hoffen.

Da war sie bei drei Läufen nicht über Rang sieben hinausgekommen, hatte aber angekündigt: "Ich habe mir Reserven gelassen für den Renntag, bin nur im vierten Gang gefahren. Ich habe aber sechs."

Vonn: "Erfolgreicher Tag"

Riesch verfügte, zumindest an diesem Tag, über einen siebten Gang.

Vonn nahm's sportlich: "Ein Sieg wäre zwar ein schöneres Geburtstagsgeschenk für meinen Mann gewesen, aber auch der zweite Platz ist schön. Wenn du auf dem Podest stehst, ist es immer ein erfolgreicher Tag."

Am Samstag findet in Lake Louise eine weitere Abfahrt statt, ehe am Sonntag der erste Super-G der Saison ausgetragen wird.

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