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Maria Riesch gewann bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver zweimal Gold © getty

Trotz einer Niederlage gegen ihre Erzrivalin feiert Maria Riesch in Lake Louis das erfolgreichste Wochenende ihrer Karriere.

Lake Louise - Drei Rennen, zwei Siege, einmal Zweite: Maria Riesch hat einen "Hattrick" im "Wohnzimmer" ihrer Erzrivalin nur knapp verfehlt.

Zumindest durfte sie sich nach dem Abschluss der Weltcup-Rennen im kanadischen Lake Louise über das erfolgreichste verlängerte Wochenende ihrer Karriere freuen.

Die ersten zwei Abfahrtsrennen des WM-Winters gewann die 26 Jahre alte Doppel-Olympiasiegerin vor der favorisierten Lindsey Vonn, lediglich im Super-G am Sonntag war die "Speed Queen" aus den USA, bereits sieben Mal siegreich auf dem "Men's Olympic Downhill", schneller als die Konkurrentin aus Partenkirchen. (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11)

Traum geht nicht in Erfüllung

"Insgeheim habe ich schon vom Dreifach-Sieg geträumt", sagte Maria Riesch mit einem Lächeln, betonte aber: "Die Lindsey ist ein super Rennen gefahren."

Die beiden Rennen in der alpinen Königsdisziplin hatte sie knapp mit 0,13 sowie 0,10 Sekunden Vorsprung vor Vonn gewonnen, im Super-G landete sie 0,83 Sekunden hinter der Abfahrts-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin.

Die Reise zurück nach Europa trat Riesch dennoch höchst zufrieden an: "Das war ein super Wochenende für mich. Ich fahre mit einem sehr guten Gefühl nach Hause", sagte sie.

Schon am kommenden Wochenende stehen die Weltcup-Rennen im Schweizer St. Moritz an.

Das gute Gefühl dürfte Maria Riesch vor allem wegen ihrer Platzierung im Gesamtweltcup mitnehmen.

Mit Punktevorsprung nach Hause

Nach sieben Saisonrennen liegt sie zunächst mal 169 Punkte vor Vonn, in der Vergangenheit war sie dagegen oft mit einem Rückstand von den Rennen in Nordamerika nach Hause geflogen.

Dritte in der Gesamtwertung ist Viktoria Rebensburg, die im abschließenden Super-G Rang 13 belegte.

Die Oberstdorferin Gina Stechert fuhr nach einer langen Unterbrechung wegen eines Sturzes der Slowenin Marusa Ferk, die mit dem Hubschrauber ausgeflogen werden musste, auf Rang 16. Tags zuvor hatte sie Rang acht in der Abfahrt belegt.

Beste Ergebnisse seit 1966

Maria Riesch setzte außerdem die beeindruckende Serie der deutschen Ski-Rennläuferinnen in diesem Winter fort.

Begonnen hatte er mit dem Sieg von Rebensburg im Riesenslalom von Sölden vor Kathrin Hölzl, seitdem stand immer mindestens eine DSV-Dame auf dem Siegertreppchen.

Ein Saisonstart, wie er den deutschen Frauen seit Einführung des Weltcups 1966/67 nie gelungen war.

Riesch rückt in die ewigen Top Drei

Schon mit ihrem 15. Weltcup-Sieg am Freitag war Maria Riesch zur alleinigen Nummer drei der ewigen Bestenliste hinter der dreimaligen Olympiasiegerin Katja Seizinger (36 Weltcup-Siege) und Olympiasiegerin Hilde Gerg (20) aufgerückt.

Die Siege am Freitag und Samstag verschafften Maria Riesch eine besondere Genugtuung. Im vergangenen Winter gewann Vonn sieben von neun Abfahrten, auch jene um olympisches Gold. Bei den beiden anderen Rennen siegte Riesch.

Nun hat sie der bestgeliebten Dauerrivalin gleich zu Beginn der Saison zwei Mal einen vorgesetzt, in deren Domäne, auf deren Lieblingsstrecke.

"Für mich war es eine besondere Herausforderung, Lindsey in Lake Louise zu schlagen. Sie hat hier ja auch schon siebenmal gewonnen", sagte die Deutsche. Ihr selbst war im November 2006 der letzte Abfahrtssieg vor dem Beginn der Serie von Vonn gelungen.

Fußstapfen von Seizinger knapp verpasst

Drei Siege an drei Tagen an einem Ort - dieser Hattrick, mit dem Maria Riesch ein wenig geliebäugelt hatte, ist bisher nur wenigen Ski-Rennläuferinnen gelungen. Zuletzt gewann Vonn im Januar dieses Jahres die drei Wettbewerbe im österreichischen Haus.

In Lake Louise, wo die Amerikanerin zuvor fünf Abfahrten nacheinander gewonnen hatte und insgesamt schon sieben Mal erfolgreich war, wäre Riesch in die Fußstapfen von Katja Seizinger getreten: Der dreimaligen Olympiasiegerin gelang dort im Dezember 1997 ein Hattrick.

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