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Daniel Albrecht holte 2007 in Are WM-Gold in der Kombination © getty

22 Monate nach seinem Horror-Sturz samt Koma verblüfft Ex-Weltmeister Daniel Albrecht bei der Rückkehr in Beaver Creek alle.

München - Für einen ehemaligen Weltmeister ist Platz 21 normalerweise nicht der Rede wert.

Der Schweizer Ski-Rennläufer Daniel Albrecht aber wurde dafür am Sonntag gefeiert, als habe er gerade eine Goldmedaille gewonnen.

Die Zuschauer beim Weltcup-Riesenslalom in Beaver Creek (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11) klatschten vor Begeisterung, Albrecht hob die Arme, lachte vor Glück und versicherte, dass ihm dieses Rennen mehr bedeute "als mein WM-Titel" aus dem Jahre 2007 in der Kombination.

Mehr als verständlich bei einem, der nur 22 Monate zuvor nach einem schweren Sturz dem Tod ins Auge geschaut hatte.

Platz 40 bis 50 lauteten die Erwartungen

"Ich finde es unglaublich, dass er so gut gefahren ist. Das ist auch für mich die pure Freude", sagte Felix Neureuther, der knapp vor Albrecht Platz 19 belegt hatte.

"Unglaublich", "sensationell", "unfassbar", waren die Worte, die sogar die zurückhaltende Schweizer Nachrichtenagentur "SI" wählte, um die Ereignisse zu beschreiben.

Die Schweizer Boulevardzeitung "Blick" nannte die Rückkehr das "Wunder von Beaver Creek". Selbst Albrecht hatte ja damit gerechnet, allenfalls "40. bis 50. zu werden".

Koma nach schwerem Sturz in Kitzbühel

Am 22. Januar 2009 hatte Albrecht beim Abfahrtstraining auf der Streif in Kitzbühel am Zielsprung die Kontrolle verloren - bei Tempo 130.

Rund 70 Meter flog er durch die Luft, prallte hart auf die Piste, blieb regungslos liegen.

Wegen eines Schädel-Hirn-Traumas und einer Lungenquetschung lag er danach drei Wochen im künstlichen Koma. Nach dem Aufwachen hatte er Gedächtnislücken und verglich die Situation später mit einem Haus, in dem alles durcheinandergeraten war.

"Das ist mir recht gut gelungen"

Albrecht hat hart geschuftet für die Rückkehr. "Ich hatte schon vor sehr langer Zeit davon geträumt, dass ich es noch einmal packen werde", berichtete er, jetzt habe er einfach mal fahren und schauen wollen, was passiert.

"Das ist mir recht gut gelungen", stellte der 27-Jährige fest, eine Aussage, die getrost als Untertreibung gewertet werden kann.

"Das war einfach sensationell", sagte der ehemalige Abfahrts-Weltmeister und heutige Schweizer Verbandspräsident Urs Lehmann.

Zuschauer, Konkurrenten, Mannschaftskollegen - alle waren sie baff, nachdem Albrecht als 17. des ersten Durchgangs zunächst mühelos in das Finale der besten 30 gefahren war.

Auch sein Trainer Sepp Brunner schien überwältigt: "Dass es so gut laufen würde, durfte niemand erwarten."

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