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Maria Riesch debütierte am 16. Februar 2001 im alpinen Skiweltcup © getty

Maria Riesch ist besser in die WM-Saison gestartet, als sie es erwartet hätte. Auch ihre Dauerrivalin ist tief beeindruckt.

München - In der Vergangenheit war Maria Riesch vor Abfahrten immer ein bisschen unwohl.

Das lag nicht etwa daran, dass die beste Ski-Rennläuferin Deutschlands sich vor den mitunter waghalsigen Schussfahrten geängstigt hätte.

Riesch musste vielmehr fürchten, dass sie in der Königsdisziplin wieder einmal wertvolle Punkte im Kampf um den Gesamtweltcup gegen ihre amerikanische Rivalin Lindsey Vonn verlieren würde. (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11)

Umso erstaunlicher ist es, wenn Riesch vor den Rennen in St. Moritz (Sa., ab 11.30 Uhr im LIVE-TICKER) sagt: "Im Gegensatz zum vergangenen Winter fahren wir heuer leider keine Abfahrt." Leider. Riesch meint das ernst.

Im Speed-Bereich aufgeschlossen

Denn die nach bislang erst sieben Rennen noch recht junge WM-Saison hat der Partenkirchnerin gezeigt, dass sie auch im Speed-Bereich mit der einst schier unschlagbaren Vonn mithalten kann.

Das gilt auch für den Super-G, der nach der Abfahrt zweitschnellsten Disziplin. "Maria hat eindrucksvoll bewiesen, dass sie ein heißer Kandidat für das Podest ist", sagt Cheftrainer Thomas Stauffer vor dem Rennen am Samstag

Podest und "möglichst viele Punkte" als Ziel

Zwar hat Vonn im Super-G von Lake Louise mit eindrucksvollem Vorsprung auf die zweitplatzierte Riesch gewonnen. Doch Riesch wiederum verwies ihre Freundin in beiden Abfahrten auf Rang zwei.

"Die Leistungen geben mir Kraft und Selbstvertrauen", sagt Riesch. Für die Rennen in St. Moritz, wo am Sonntag noch ein Riesenslalom gefahren wird, hat sie sich "Podestplätze und möglichst viele Punkte" vorgenommen.

Nach stressiger Rückreise aus Kanada hat sie sich zwei Tage zu Hause erholt. "Das hat mir sehr gut getan", meint sie. Schließlich braucht sie die Ruhepausen im hektischen Ski-Zirkus - Vonn ist eine starke Gegnerin. Trotz allem.

Vonn immer noch "beste Abfahrerin der Welt"

Wolfgang Maier, Alpindirektor des DSV, nennt Vonn auch nach Rieschs Coup von Lake Louise "die beste Abfahrerin der Welt". Riesch würde da nicht widersprechen.

Aber sie weiß nun, dass sie Vonn an guten Tagen auch auf Pisten schlagen kann, wo diese ein Abo auf Siege hat. Wie in "Lake Lindsey", wo Vonn zuvor fünf Abfahrten hintereinander gewonnen hatte.

Jedoch nur dann, wenn sich Vonn Fehler erlaubt. Wie besonders in der zweiten Abfahrt von Lake Louise.

Gesamtweltcup noch kein Thema

Dennoch: Riesch ist jetzt näher dran. Und in den technischen Wettbewerben hat sie sich längst auf einem höheren Niveau stabilisiert, als es Vonn bisher erreicht hat.

Gute Voraussetzungen für den Gesamtweltcup also? "Darauf schaue ich jetzt noch nicht", beteuert Riesch. Und auch Maier will "das Thema jetzt nicht zu hoch hängen".

Lieber spricht er von den Faktoren, die Riesch dahin geführt haben, wo sie augenblicklich steht - ganz vorne in der Gesamtwertung. Gutes, konzentriertes Arbeiten im Sommer sieht Maier als wichtigen Grund für Rieschs Top-Form.

Neuer Ski zahlt sich aus

Stauffer, der Riesch und Co. erst seit diesem Jahr betreut, führt auch die Arbeit am Material als Ursache an. "Sie hat die Trainings sehr effektiv für die Umstellung auf die langen Ski genutzt", sagt er.

Die Bretter, die Riesch jetzt fährt, sind eine Mischung aus Frauen-Ski und Männer-Ski, wie sie neben Vonn auch die Schwedin Anja Pärson unter den Füßen hat.

Riesch war der Umstieg auf Männer-Latten zu riskant. Sie wählte "ein Mittelding", wie sie es nennt. Und hat damit Erfolg.

Rivalin beeindruckt

Vonn nötigt das großen Respekt ab. "Maria fährt so gut. Man muss sie jetzt einfach als Top-Favoritin auf den Gesamtweltcup betrachten", sagt sie.

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