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Stephan Keppler wurde im Super-G von Gröden Zweiter, in der Abfahrt Zehnter © getty

Nicht nur DSV-Star Felix Neureuther ist erleichtert: Seine Speed-Kollegen weisen in Gröden einen deutlichen Formanstieg nach.

München/Gröden - Felix Neureuther war sehr zufrieden.

Nicht nur damit, dass er beim Weltcup-Riesenslalom im italienischen Alta Badia nach einem famosen zweiten Durchgang noch Rang 16 belegte und damit in dieser Disziplin so gut war wie seit vier Jahren nicht.

Der beste deutsche Ski-Rennläufer war auch sehr erfreut darüber, dass er am Wochenende mal nicht der beste deutsche Ski-Rennläufer war. "Es ist schön zu wissen, dass man nicht alleine dasteht. Man hat das Gefühl, dass da eine Aufbruchstimmung entsteht", sagte Neureuther. (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11)

Überraschung bei der WM?

Stephan Keppler Zweiter und Zehnter bei den zwei Speed-Rennen in Gröden, alle drei deutschen Abfahrer in den Punkterängen. Ebenso Neureuther und Fritz Dopfer (Garmisch/19.) in Alta Badia - das macht ein bisschen Hoffnung für den Höhepunkt der Saison vom 7. bis 20. Februar 2011 in Garmisch-Partenkirchen.

"Speziell für die WM ist es gut, dass auch in der Abfahrt und im Super-G eine Überraschung möglich ist, vielleicht sogar eine Medaille", sagte Neureuther voller Optimismus.

Beim dritten Riesenslalom-Sieg des Amerikaners Ted Ligety nacheinander gelang Neureuther mit Rang 16 immerhin das zweitbeste Riesenslalom-Resultat seiner Karriere seit einem 13. Platz vor vier Jahren an gleicher Stelle.

Keppler überrascht

Ein besseres Resultat vergab er bereits im ersten Lauf: "Da habe ich mich leider nicht so getraut", berichtete er. Mit der viertbesten Laufzeit rückte er dann im Finale immerhin noch um 13 Positionen nach vorne, was er "geil" fand. Ligety siegte vor Cyprien Richard und Thomas Fanara, beide aus Frankreich.

Was Neureuther leisten kann, hat er längst bewiesen. Dass ihm plötzlich Mannschaftskollegen die Show stehlen, ist dagegen neu.

Nachdem Keppler am Freitag beim Super-G in Gröden völlig überraschend den zweiten Rang belegt hatte, gaben die deutschen Abfahrer tags darauf allesamt ein ungewohntes Bild der Freude ab: Beim unerwarteten Sieg des Schweizers Silvan Zurbriggen gelang den DSV-Rennläufern trotz hoher Startnummern ein gutes Rennen.

Keppler: Von 53 auf 10

Keppler selbst fuhr auf der traditionsreichen "Saslong" mit Startnummer 53 auf den ausgezeichneten zehnten Rang. Tobias Stechert aus Oberstdorf erreichte Rang 19 und damit ebenso das beste Resultat seiner Karriere wie Andreas Sander aus Ennepetal mit Rang 28.

"Hundert Prozent der Starter in den Top 30, das ist der Wahnsinn", sagte Stechert. Für ihn war es die erste Abfahrt seit einem Jahr - seit er sich in Gröden einen Kreuzbandriss zugezogen hatte.

"Wie Rückenwind"

Sein zweiter Rang am Freitag sei "wie Rückenwind" gewesen, sagte Keppler, dessen überraschender Erfolg für ungewohnte Betriebsamkeit im deutschen Lager gesorgt hatte:

Zum ersten Mal seit Dezember 2004 durfte ein deutscher Abfahrer wieder zu einer Siegerehrung - damals hatte Max Rauffer in Gröden gewonnen. "An den Stress könnte ich mich gewöhnen", behauptete Keppler.

In den vergangenen sechs Jahren hatte dies allenfalls Felix Neureuther behaupten können.

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