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Stephan Keppler fuhr in dieser Saison bereits drei Mal unter die Top Ten © getty

Stephan Keppler schlägt sich auch auf der Stelvio von Bormio hervorragend. Der Abfahrer spricht offen von einer WM-Medaille.

Bormio - Als Stephan Keppler mit Startnummer fünf im Zielauslauf der Stelvio einfuhr, hatte er sein ganz persönliches Fazit schon gezogen.

Er lachte und freute sich - über eine gute Fahrt und vor allem über seine gute Form. "Das Selbstvertrauen ist da", sagte Deutschlands neue Speed-Hoffnung. Mit Platz neun bei der Weltcup-Abfahrt im italienischen Bormio stellte Keppler seine Top-Form erneut unter Beweis. (Keppler im Training Neunter)

Um den Sieg, den sich der Österreicher Michael Walchhofer holte, konnte Keppler zwar noch nicht mitfahren, seine Ziele für die nahende Heim-WM in Garmisch-Partenkirchen (7. bis 20. Februar) hat er aber schon mal selbstbewusst modifiziert. (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11)

Drittes Top-Ergebnis

"Eine Medaille ist mein Ziel, immerhin habe ich Heimvorteil", sagt der 27-Jährige. Nach Platz zwei im Super-G von Gröden und dem zehnten Platz in der Abfahrt fuhr Keppler auf der eisigen WM-Piste von 2005 immerhin zu seinem dritten Top-Ergebnis in diesem Winter. (Keppler überrascht alle)

"Eigentlich war noch mehr drin, ich hab in der Traverse viel verloren", sagte Keppler sogar. Wehmütig wollte er aber nicht werden: "Es läuft momentan in allen Bereichen einfach ein bisschen besser als vorher. Das ist doch gut so."

Übliche Verdächtige vorne

Den Sieg auf der traditionell brutalen Stelvio machten die üblichen Verdächtigen unter sich aus.

Walchhofer, der mit seinem Sieg bei der ersten Abfahrt der Saison in Lake Louise die 21-monatige österreichische Durststrecke beendet hatte, war auch in Bormio nicht zu schlagen.

In 1:59,66 Minuten setzte er sich vor dem Schweizer Silvan Zurbriggen (0,08 Sekunden zurück) durch, der zuletzt überraschend in Gröden triumphiert hatte. Dritter wurde Christof Innerhofer aus Italien (0,36).

Weitere Favoriten wie der Schweizer Didier Cuche und der Trainingsschnellste Klaus Kröll aus Österreich waren auf der anspruchsvollen Strecke gestürzt, blieben aber unverletzt.

Walchhofer führt im Weltcup

"Es läuft momentan einfach. Ich bin locker vom Kopf her, das macht es aus", sagte der 35 Jahre alte Walchhofer, der in Bormio seinen dritten Saisonsieg feierte: "Ich wollte einfach Spaß haben, das ist mir gelungen".

Für den Österreicher stehen nun 18 Weltcupsiege und 13 Erfolge in der Abfahrt zu Buche. Auch die Abfahrtswertung führt der Weltmeister von 2003 mit 15 Punkten vor Zurbriggen an. Der Schweizer hat allerdings in der Gesamtweltcup-Wertung noch um einen Punkt die Nase vorn.

DSV-Starter abgeschlagen

Die weiteren deutschen Fahrer hatten mit dem Rennausgang nichts zu tun: Andreas Sander (Ennepetal) wurde 31. (3,18), Tobias Stechert (Oberstdorf) kam nicht ins Ziel.

Die eisige und mit 3270 Metern vor allem sehr lange Piste war schon im Abschlusstraining einigen Fahrern zum Verhängnis geworden: Louis-Pierre Helie aus Kanada und Marco Sullivan aus den USA hatten bei Stürzen Kopfverletzungen mit leichten Blutgerinnseln erlitten und befinden sich in einer Innsbrucker Spezialklinik.

Ihr Zustand sei ernsthaft, aber nicht lebensgefährlich, hieß es vom Veranstalter.

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