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Maria Rieschs Vorsprung auf Vonn im Gesamt-Weltcup schmolz auf 136 Zähler © getty

Obwohl sie das Podest bei der Zauchensee-Abfahrt knapp verpasst und Vonns Atem spürt, gibt sich Maria Riesch "total zufrieden".

Altenmarkt-Zauchensee - Maria Riesch fuhr ins Ziel, erhaschte einen Blick auf die Anzeigetafel und zeigte ihre Faust: Platz drei.

Nur ein paar Augenblicke später aber kam Lindsey Vonn die "Kälberloch"-Strecke in Altenmarkt-Zauchensee heruntergerast, stürzte beinahe, rettete aber trotzdem eine überlegene Bestzeit nach unten - Sieg für die Amerikanerin, zum vierten Mal in diesem Winter, zum 37. Mal insgesamt. (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11)

Maria Riesch blieb damit am Ende Platz vier bei der vierten Weltcup-Abfahrt dieser WM-Saison. "Es wäre schöner gewesen, auf dem Podest zu stehen", sagte sie, "die sieben Hundertstel sind ärgerlich."

Wieder mal besser als im Training

Besagte sieben Hundertstelsekunden fehlten Maria Riesch zu Rang drei, den Anna Fenninger aus Österreich belegte. Anja Pärson aus Schweden kam als Zweite der Siegerin am nächsten. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Die deutsche Doppel-Olympiasiegerin beschloss jedoch schnell, sich über den knappen Rückstand auf das Siegertreppchen nicht weiter zu ärgern.

"Gottseidank habe ich mal wieder den Beweis angetreten, dass ich im Rennen meine Leistung besser abrufen kann, wenn es im Training nicht so läuft."

"Kann mich nicht beschweren"

Und in den zwei Trainingsläufen war es in der Tat schlecht gelaufen. Im ersten passte das Material nicht, im zweiten kam Maria Riesch nicht in Fahrt.

Nach dem Rennen aber war die Partenkirchnerin freilich "total zufrieden". Den vierten Platz, versicherte sie, "sehe ich nun wirklich nicht negativ, ich kann mich nicht beschweren", nicht nach der Vorgeschichte.

Und doch wurmte sie, auf der technisch anspruchsvollen Strecke einen Abschnitt nicht so gut gefahren zu sein wie möglich.

Teamkolleginnen jenseits der Top 15

"In einem Teilabschnitt habe ich viel Zeit liegen lassen, sonst wäre vielleicht sogar Platz zwei drin gewesen", sagte Maria Riesch.

Die Teamkolleginnen hätten solche Sorgen gerne: Viktoria Rebensburg, Gina Stechert und Isabelle Stiepel belegten die Plätze 17, 30 und 34.

Im Gesamtweltcup hat Maria Riesch von ihrem Vorsprung eingebüßt, sie liegt nun 136 Punkte vor Lindsey Vonn. "Sie hat ein bisschen aufgeholt", rechnete die Deutsche nach, wiederholte aber: "Es ist ganz schön, wenn man vorne ist, aber es sind noch so viele Rennen, und jetzt kommt ja erst mal noch die WM."

Doppel-Phalanx seit 13 Abfahrten

Genau vier Wochen sind es noch bis zu den Wettbewerben in Garmisch-Partenkirchen. Bis dahin, ließ auch Lindsey Vonn durchblicken, wird auch sie nicht unbedingt auf den Zweikampf um die "große Kugel" schauen.

"Ich habe ein bisschen aufgeholt, aber es ist schwierig", sagte die Anmerikanerin.

Die Form von Lindsey Vonn gerade in den schnellen Disziplinen ist dennoch hervorragend. Trotz ihres Beinahe-Sturzes mit anschließendem Ausritt neben die Spur lag sie im Ziel immer noch 0,43 Sekunden vor Anja Pärson und insgesamt 1,05 Sekunden vor Riesch, mit der sie nun abwechselnd die vergangenen 13 Abfahrten im Weltcup gewonnen hat.

Neues Selbstvertrauen für den Super-G

Maria Riesch ist nach ihren zwei Abfahrtssiegen zu Saisonbeginn im kanadischen Lake Louise wieder ein wenig zurückgefallen, nachzulesen in der Weltcup-Abfahrtswertung. Dort hat Vonn einen Vorsprung von 103 Punkten auf die zweitplatzierte Deutsche.

Riesch aber schaute auf sich, und es schien sie sehr zu beruhigen, dass ihr nach der missratenen Abfahrt kurz vor Weihnachten in Val d'Isere (Rang 24) nun wieder ein gutes Rennen gelang:

"So rum ist es mir lieber. Das gibt mir Selbstvertrauen für den Super-G." Der findet am Sonntag (ab 11.45 Uhr im LIVE-TICKER) in Altenmarkt-Zauchensee statt.

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