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Neureuther holte bei den Skiweltmeisterschaften 2005 in Bormio Gold © getty

Neureuther glänzt in Adelboden mit dem zweitschnellsten Finallauf, Ted Ligety bringt sich um den Sieg. Der wird geteilt.

Adelboden - Die beiden Sieger lagen sich in den Armen, der geschlagene Dominator Ted Ligety fluchte und Felix Neureuther hatte zumindest ein bisschen Grund zur Freude.

Beim Riesenslalom im schweizerischen Adelboden bewies Deutschlands Vorzeige-Skifahrer mit der zweitbesten Laufzeit des zweiten Durchgangs rund einen Monat vor der Heim-WM in Garmisch-Partenkirchen, dass nicht nur im Slalom mit ihm zu rechnen ist. (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11)

Ganz oben stand am Ende des ungewöhnlichen Rennens am "Chuenisbärgli" derweil nicht Ligety, der die vergangenen drei Riesenslaloms gewonnen hatte.

Nach dem Sturz des Amerikaners im zweiten Durchgang feierten der Franzose Cyprien Richard und Aksel Lund Svindal aus Norwegen einen Doppelsieg.

Neureuther: Erst Leid, dann Freud

Neureuther schaffte es zwar nicht auf das Podest, er tankte durch den starken zweiten Lauf und am Ende Platz 20 aber dennoch Selbstvertrauen für die kommenden Wochen.

"Im zweiten Durchgang habe ich mich getraut und Gas gegeben", sagte der 26-Jährige, "das versöhnt". Denn nach einer verhaltenen ersten Fahrt war Neureuther sowieso überrascht, dass er noch einmal fahren durfte.(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Fluchend hatte er schon die Ski von sich geworfen - bevor er doch wieder zum Start geschickt wurde.

"Der Hang liegt mir"

Im zweiten Lauf zeigte der Partenkirchener dann, dass er vier Wochen vor dem Großereignis (7. bis 20. Februar) auch im Riesenslalom fähig ist, unter die Besten zu fahren.

Zwar ließ sich der Rückstand von über zwei Sekunden nicht mehr aufholen, "aber ich bin zufrieden", sagte Neureuther: "Den ersten Durchgang muss ich vergessen, auf dem zweiten kann ich aufbauen".

Auch für den Slalom, der am Sonntag (10.30 Uhr und 13.10 Uhr) ausgetragen wird, ist Neureuther nach dem Erfolgserlebnis hoch motiviert: "Der Hang liegt mir. Ich will angreifen. Wie weit es nach vorne reicht, werden wir sehen."

Grandiose Aufholjagd von Richard

Genau umgekehrt wie Neureuther machte es hingegen Ligety: Der US-Amerikaner, der bis dahin alle drei Riesenslaloms der Saison gewonnen hatte, riskierte im zweiten Lauf zu viel und fiel nach einem Sturz auf Platz 28 zurück.

Zuvor war dem Franzosen Richard als 21. des ersten Durchgangs vor rund 30.000 Zuschauern und bei Frühlingstemperaturen im Berner Oberland eine grandiose Aufholjagd gelungen.

Gemeinsam mit Svindal, der seinen 14. Weltcup-Sieg feierte, lag Richard am Ende 0,20 Sekunden vor dem Drittplatzierten Thomas Fanara (Frankreich). Für den 31-Jährigen war es der erste Weltcup-Sieg seiner Karriere.

Dopfer und Luitz enttäuschen

Die Führung im Riesenslalom-Weltcup lies sich Ligety trotz des enttäuschenden Ergebnisses nicht nehmen: Der 26-Jährige führt weiter mit 38 Punkten vor Svindal, der allerdings die Führung im Gesamt-Weltcup übernommen hat.

Dort liegt der Norweger nun 26 Punkte vor dem Österreicher Michael Walchhofer.

Die übrigen deutschen Fahrer kamen mit der anspruchsvollen Piste nicht zurecht: Fritz Dopfer (Garmisch) konnte das erhoffte WM-Ticket nicht lösen und erreichte den 37. Platz (2,94). Stefan Luitz (Bolsterlang) qualifizierte sich als 56. (5,21) ebenso nicht für das Finale der besten 30.

Gerade Dopfer hatte sich mehr erhofft: "Ich habe Fehler gemacht, die Strecke und meine hohe Startnummer sind keine Ausrede", sagte der 23-Jährige.

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