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Didier Cuche gewann 2009 in Val-d'Isere Gold im Super-G © getty

Der Schweizer lässt sich bei der Super-Kombi in Wengen absichtlich disqualifizieren - und bricht eine Sinn-Debatte vom Zaun.

Wengen - Die umstrittene Superkombination verkam zur Farce.

Der Sieg des Kroaten Ivica Kostelic bei der ersten Weltcup-Superkombi im WM-Winter wurde überlagert von einer absichtlichen Disqualifikation - und einer Diskussion um den Sinn der Disziplin.

Nachdem einige Fahrer den Abfahrtslauf in Wengen als Training für die Spezial-Abfahrt am Samstag (ab 12.15 Uhr im LIVE-TICKER) genutzt hatten und sich der Schweizer Didier Cuche sogar absichtlich aus der Konkurrenz streichen ließ, wurden die Rufe nach neuen Regeln für die ohnehin umstrittene Superkombination immer lauter. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

"Superkombination nicht gerade beliebt"

"Die Superkombination ist eine Sache für sich und im Fahrerlager nicht gerade beliebt", sagte Stephan Keppler, der auf Platz sieben liegend zwar noch im Slalom an den Start gegangen war, allerdings früh ausschied.

Im Zuge der Diskussionen wurde sogar über die Option gesprochen, ab dem kommenden Winter nur noch die Fahrer in der Abfahrt starten zu lassen, die auch in der Superkombination den zweiten Lauf bestreiten.

Wie beim Wrestling

Cuche, brachte den Stein am Lauberhorn ins Rollen, indem er beim Abfahrtslauf ganz bewusst zu spät aus dem Starthäuschen gefahren war und so absichtlich seine Disqualifikation verursachte - eine Masche, wie man sie sonst eher nur aus dem Showsport Wrestling kennt.

Cuche versuchte auch nicht, die Aktion zu verhüllen. "Ich war noch nie Fan der Superkombination", sagte der 36-Jährige, der damit zahlreichen Kollegen aus der Seele sprach.

Von insgesamt 60 Fahrern in der Abfahrt waren im Slalom lediglich 39 an den Start gegangen.

Kostelic baut WM-Führung aus

Unbeeindruckt von den Querelen abseits der Piste fuhr Kostelic bei frühlingshaften Temperaturen auf dem traditionsreichen Hang im Berner Oberland zu seinem 14. Weltcup-Sieg und konnte auch seine Führung im Gesamt-Weltcup weiter ausbauen. (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11)

Der 31-Jährige hatte am Ende 0,58 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Schweizer Carlo Janka und liegt im Gesamt-Klassement nun 109 Punkte hinter dem Norweger Aksel Lund Svindal, der am Lauberhorn mkt 1,34 Sekunden Rückstand auf den dritten Platz kam.

"Unglaublich, wie der fährt"

"Es ist unglaublich, wie der fährt", musste auch Keppler zugeben, nachdem Kostelic im Slalom über eine halbe Sekunde schneller war als die Konkurrenz.

Zwar konnte Keppler keine Weltcup-Punkte sammeln, war aber mit dem Tag trotzdem zufrieden: "Das Ergebnis ist egal, es ging darum, Selbstbewusstsein für die Abfahrt zu sammeln", sagte der 27-Jährige, der mit Platz zwei beim Super-G in Gröden und zuletzt weiter guten Platzierungen in den Speed-Disziplinen auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Keppler unterstreicht Medaillen-Ansprüche

Rund vier Wochen vor der Heim-WM in Garmisch-Partenkirchen (7. bis 20. Febuar) hatte Keppler zumindest in der Abfahrt erneut seine Ambitionen unterstrichen.

Trotz zweier großer Schnitzer lag er im Zwischenklassement nur 1,34 Sekunden hinter dem Abfahrts-Schnellsten Christof Innerhofer aus Italien auf Platz sieben. Ohne die Fehler sei "sogar noch eine Sekunde mehr und damit das Treppchen drin gewesen", sagte Keppler, dessen Ansprüche auf eine WM-Medaille immer größer werden.

"Wenn ich die kleinen Fehler noch abstelle, ist das sehr realistisch", sagte Keppler. Zunächst wolle er sich aber auf die Abfahrt am Samstag konzentrieren.

Nach zwei Top-Ten-Ergebnissen in diesem Winter will der Ebinger noch weiter nach vorne: "Dafür brauche ich aber Glück mit der Startnummer."

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