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Stephan Keppler wurde beim Super-G in Gröden im Dezember Zweiter © getty

Stephan Keppler wird nach einem heftigen Aufprall ins Krankenhaus abtransportiert - dort gibt es eine vorsichtige Entwarnung.

Wengen - Als Stephan Keppler mit rund 70 km/h in die Luftkissen krachte, stockte den 35.000 Zuschauern vor Ort der Atem:

Ein schwerer Sturz des besten deutschen Speed-Rennläufers hat die 81. Lauberhorn-Abfahrt in Wengen überschattet.

Während sich Klaus Kröll aus Österreich nach seinem dritten Sieg im Weltcup ein Lächeln abrang, wurde Keppler ins Krankenhaus geflogen.

Dort brachte die erste Diagnose zumindest teilweise Entwarnung. Keppler erlitt eine Innenbandzerrung im rechten Knie. Zudem verlor er einen Zahn und zog sich Schnitt- und Schürfwunden im Gesicht zu (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11).

WM scheint nicht in Gefahr

Trotz seines schweren Sturzes wollte er noch am Samstag die Heimreise nach München antreten. Sein Start bei der WM in drei Wochen in Garmisch-Partenkirchen, wo Keppler eine Medaille holen will, scheint derzeit nicht in Gefahr.

Der 27-Jährige erwischte bei seiner Fahrt die Einfahrt zum "Kernen-S" nicht richtig und wurde nach außen getragen, so weit, dass er die Linkskurve nicht mehr durchfahren konnte.

Stattdessen schlug er in die Sicherheitskissen ein. Beim Aufprall lösten sich beide Skier, Keppler schlitterte den Hang hinab und blieb zunächst benommen liegen. Streckenposten eilten zu ihm.

Mit dem Helikopter ins Krankenhaus

Keppler konnte sich bald aufsetzen und seinen heftig durchgeschüttelten Kopf mit eigener Kraft halten.

Im Zielraum verfolgte der geschockte deutsche Alpindirektor Wolfgang Maier, wie Keppler zunächst in einem Rettungsschlitten abtransportiert wurde.

Per Helikopter wurde Keppler danach ins Krankenhaus nach Interlaken geflogen, wo er die (vorerst) beruhigende erste Diagnose bekam.

Auch Järbyn stürzt böse

Zuvor war schon der Schwede Patrik Järbyn böse zu Fall gekommen.

Der mit 41 Jahren älteste Rennläufer im Weltcup-Zirkus wurde nach einem Fahrfehler an der "Minsch-Kante" ausgehoben, stürzte bei der Landung und schlug mit dem Kopf auf der Piste auf. Nach einem Überschlag schlug Järbyn im Fangzaun ein.

Järbyns Frau und seine beiden drei und fünf Jahre alten Kinder verfolgten seinen Crash vom Zielraum aus und sahen erleichtert, wie er nach kurzer Phase der Bewusstlosigkeit aus eigener Kraft aufstehen konnte. Auch Järbyn wurde ins Krankenhaus gebracht, einer ersten Diagnose zufolge hat er sich allerdings nur eine Gehirnerschütterung zugezogen.

Kröll siegt vor zwei Schweizern

Krölls Sieg vor den Schweizern Didier Cuche (0,14 Sekunden zurück) und Carlo Janka (0,39) geriet angesichts der Schreckensbilder fast schon zur Randnotiz - wenngleich diese in Österreich großen Jubel auslösen dürfte.

Für die Ski-Nation war es der erste Abfahrtserfolg unterhalb von Eiger, Mönch und Jungfrau seit dem Sieg von Michael Walchhofer vor sechs Jahren.

Walchhofer war als Zweiter 2006 auch der letzte Österreicher auf dem Abfahrts-Podium von Wengen.

Stechert verpasst die Punkteränge

"Es war eine wirklich geile Fahrt. Es ist sehr leicht gegangen, ich war mir gar nicht sicher, ob das wirklich schnell ist. Das Ziel-S habe ich ein bisserl verhaut, weil ich es mir nicht richtig zugetraut habe. Aber es hat gereicht", sagte der 30 Jahre alte Kröll.

Tobias Stechert belegte Rang 31 und verpasste damit knapp die Punkteränge.

"Ich habe über Funk davon gehört, was Stephan passiert ist. Das ist im Unterbewusstsein sicher mitgefahren, besonders im Brüggli-S. Die Bremsaktion dort hat mich wohl die Punkte gekostet", sagte Stechert.

"Da hat's mich wieder gefuxt"

Auch Walchhofer hatte keine perfekte Fahrt auf der sehr anspruchsvollen und mit 4430 Metern längsten Weltcup-Strecke und landete auf Platz elf.

Wie Keppler hatte der Weltmeister von 2003 Probleme in der Passage, die einstmals Brüggli-S hieß.

"Alles bauen sie um auf dem Lauberhorn - nur das Brüggli-S haben's noch nicht umgebaut. Da hat's mich wieder gefuxt. Ich bin mit viel Tempo rein, aber dann ist es sich nicht ausgegangen", schimpfte er. Anders als Keppler kam der Routinier aber immerhin unbeschadet durch.

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