vergrößernverkleinern
Maria Riesch gewann in der letzten Saison den Super-G-Weltcup © imago

Maria Riesch gelingt in Levi ein perfekter Einstieg in den Slalom-Weltcup. Nur zwei Konkurrentinnen sind in Finnland schneller.

Levi - Maria Riesch lachte vor Glück. Bereits im zweiten Rennen der Saison fuhr die beste deutsche Ski-Rennläuferin auf das Siegerpodest, und noch dazu in einem Slalom.

"Es ist schön, dass es gleich so gut geklappt hat. So kann es weitergehen", frohlockte die 23 Jahre alte Partenkirchenerin nach ihrem dritten Rang beim Weltcup im finnischen Levi.

"Das ist ein Signal, das wir Alpine brauchen", betonte DSV-Sportdirektor Wolfgang Maier hocherfreut.

Trotz Patzers: Vonn gewinnt

Noch größer als bei Maria Riesch war freilich die Freude bei ihrer Freundin Lindsey Vonn:

Die Gesamtweltcupsiegerin aus den USA gewann in 1:47,98 Minuten den ersten Slalom ihrer Karriere vor Maria Pietilä-Holmner aus Schweden (0,40 Sekunden zurück) und Maria Riesch (0,66) und verblüffte damit Freunde und Kontrahenten.

Schon nach dem ersten Lauf hatte die Amerikanerin vorne gelegen - sie blieb dort trotz eines schweren Patzers im zweiten Durchgang.

"Das ist ein Wahnsinnstag. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals einen Slalom gewinnen kann. Es ist unglaublich, dass es nach dem Fehler noch so ausgegangen ist", plapperte Vonn, die sich vor Freude über ihren 14. Weltcup-Sieg kaum beruhigen konnte.

"Das war schon eine außergewöhnlich gute Vorstellung von Lindsey, auch wenn ihr das Gelände und die Kurssetzung entgegengekommen sind", lobte Maier die beherzten Fahrten der Amerikanerin.

Riesch 5. in der Gesamtwertung

Mit ihrem überraschenden Sieg hat Vonn zugleich ein deutliches Zeichen gesetzt:

Nachdem sie den Gesamtweltcup im vergangenen Winter durch Erfolge in der Abfahrt und im Super-G gewann, scheint sie nun auch im Slalom auftrumpfen zu können - etwas zum Leidwesen von Maria Riesch, die den Abstand zu ihrer Freundin gerade in dieser Disziplin verringern wollte.

Nach zwei Rennen führt Vonn die Gesamtwertung bereits wieder an (129 Punkte), Maria Riesch ist Fünfte (80).

Keine Gedanken an die "große Kristallkugel"

An die "große Kristallkugel" wollte Cheftrainer Matthias Berthold im hohen finnischen Norden aber erst mal nicht denken.

"Das wird erst ab Mitte der Saison ein Thema", betonte er und lobte daher lieber die gute Frühform seiner Ausnahmeläuferin.

"Maria hat nochmal einen Schritt nach vorne gemacht, sie ist allgemein sehr gut drauf", sagte der Österreicher.

Diesmal, kommentierte Sportdirektor Maier, habe Lindsey Vonn lediglich "noch einen Tick mehr riskiert".

Außer Riesch nichts los

Bei aller Freude über Maria Riesch wollte Berthold aber auch seine Unzufriedenheit mit den anderen acht deutschen Starterinnen nicht verhehlen. Monika Bergmann schlug sich als Zehnte sehr achtbar, Weltcuppunkte holten darüber hinaus aber nur Fanny Chmelar (Partenkirchen) auf Rang 16 und Kathrin Hölzl (Bischofswiesen) auf Platz 19. Zu wenig, wie Berthold meinte: "Einige Mädels sind hinter den Erwartungen zurückgeblieben."

Selbstkritische DSV-Läuferinnen

Bei den Kritisierten stieß der Cheftrainer auf offene Ohren.

"Ich habe mehr von mir erwartet", sagte Chmelar, und Maria Rieschs jüngere Schwester Susanne bekannte nach ihrem Ausscheiden im zweiten Lauf:

"Da wäre mehr drin gewesen." Katharina Dürr (Germering/36.), Carolin Fernsebner (Ramsau/41.), Nina Perner (Karlsruhe/44.) und Anja Blieninger (Altenau/55.) hatten dagegen die Qualifikation für den Finaldurchgang verpasst.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel