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Maria Riesch wurde in Vancouver 2010 Doppel-Olympiasiegerin © getty

Nur einen Tag nach ihrer Super-G-Schlappe in Cortina zeigt sich Maria Riesch in Bestform. Sie siegt überlegen in der Abfahrt.

Cortina - Maria Riesch zuckte kurz zusammen, als ihre Rivalin Lindsey Vonn mit einer akrobatischen Einlage einen schlimmen Sturz verhinderte, dann atmete sie auf.

Erleichtert, weil Vonn mit dem Schrecken davonkam - und weil sie die Abfahrts-Olympiasiegerin in deren Paradedisziplin geschlagen hatte. (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11)

Mit ihrem vierten Saisonerfolg, dem 18. im Weltcup insgesamt, baute Riesch in Cortina d'Ampezzo ihren Vorsprung auf die drittplatzierte Vonn im Gesamtweltcup wieder auf 165 Punkte aus.

"Das ist ein besonders schöner Sieg, weil es sehr wichtig war für mich, nach der Niederlage im Super-G zurückzuschlagen", sagte Riesch. Tags zuvor war sie auf der Olimpia delle Tofane bei Vonns fünftem Saisonsieg nur Neunte geworden. (Vonns Big Point frustriert Riesch)

Riesch wieder Comeback-Queen

Doch bei der Abfahrt demonstrierte Riesch eindrucksvoll ihre Qualitäten als Comeback-Queen. "Das habe ich in der Vergangenheit hin und wieder geschafft. Dass es mir jetzt wieder gelungen ist, ist ein großartiges Gefühl", sagte sie.

In 1:39,30 Minuten lag die Doppel-Olympiasiegerin 0,91 Sekunden vor Julia Mancuso (USA) und eine Sekunde vor Vonn - das gab ihr die Gewissheit, dass sie ihre große Konkurrentin auch hätte schlagen können, wenn der das Missgeschick nicht unterlaufen wäre.

Vonn fast gestürzt

Vonn kippte mit Tempo 130 auf den Innenski, verlor die Ideallinie und raste wenige Meter am Fangzaun entlang, ehe sie sich fing. "Ich bin nur froh, dass ich im Ziel bin, dass ich hier reden kann und noch atme. Der dritte Platz ist für mich wie ein Sieg", sagte die Amerikanerin.

Im Zwiegespräch mit ihrem Mann Thomas zuckte sie immer wieder entschuldigend mit den Schultern. Dass sie in der Abfahrt 40 Punkte auf Riesch verliert, war nicht einkalkuliert. "Morgen ist die Gelegenheit für eine Revanche für mich", sagte sie mit Blick auf den zweiten Super-G am Monte Cristallo am Sonntag.

Ein Gläschen Prosecco

Riesch allerdings hat ein ganz spezielles Erfolgsgeheimnis gefunden. "Ich habe wie in Lake Louise am Abend vor der Abfahrt im Hotel ein Glas Prosecco getrunken", sagte sie.

In Kanada gewann sie beide Schussfahrten, der Sieg von Cortina war ihr dritter in der Königsdisziplin in diesem Winter, in Val d'Isere und Zauchensee war Vonn nicht zu schlagen. In der Disziplinwertung führt Vonn mit 420 Punkten vor Riesch (357).

Kolleginnen abgeschlagen

Deren Kolleginnen, die beim kleinen Umtrunk vor dem Abendessen dabei waren, bekam die geringe Menge Alkohol nicht so gut: Gina Stechert (Oberstdorf) wurde 19., Isabelle Stiepel (Mittenwald) 37.

Rieschs Erfolg bekommt im Kampf um den Gesamtweltcup auch deshalb eine sehr große Bedeutung zu, weil es eher unwahrscheinlich ist, dass die im slowenischen Maribor ausgefallenen Torläufe noch nachgeholt werden.

"Gut gerettet"

Riesch fände das "unfair" - ist sie im Vergleich zu Vonn doch die bessere Technikerin. Vonns Patzer war daher umso wertvoller für Riesch.

"Natürlich erschrickt man da", sagte sie über die Szene, "aber sie hat das gut gerettet. Sie muss froh sein, dass sie noch Dritte wurde und sich nicht verletzt hat. Sie hat schon oft ganz schön Glück", sagte sie über ihre Freundin, die die Grenzen ihres Sports gerne mal auslotet.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

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