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Maria Riesch (links) und Lindsey Vonn trennen 145 Punkte im Gesamtweltcup © getty

Maria Riesch fährt in Cortina einen starken Super-G. Doch unmittelbar nach ihr legt Lindsey Vonn einen perfekten Konter hin.

Cortina - Maria Riesch lächelte breit nach einem fast perfekten Wochenende in Cortina d'Ampezzo, das aus ihrer Sicht nur einen winzigen Schönheitsfehler hatte:

Nach ihrem überlegenen Sieg bei der Abfahrt auf der Olimpia delle Tofane musste sich die Doppel-Olympiasiegerin im Super-G am Sonntag wieder ihrer Dauer-Rivalin Lindsey Vonn geschlagen geben - doch Platz zwei hinter der Amerikanerin war mehr als Riesch erwartet hatte.

Im Gesamtweltcup liegt die Doppel-Olympiasiegerin weiter deutlich in Führung.

145 Punkte beträgt Rieschs Vorsprung im Kampf um die große Kristallkugel auf Vonn noch - und der Respekt der Konkurrentin ist nach Rieschs Gala-Auftritten in den Dolomiten noch gewachsen.

"Nah" an Vonn dran

"Es ist verdammt schwierig, Maria zu schlagen. Sie ist definitiv die Favoritin in diesem Jahr", sagte Vonn. 51 Punkte hat Riesch in den drei Speed-Rennen auf Vonn verloren (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11).

"Das ist mehr als im Rahmen", sagte sie, "aber auf dem Vorsprung kann ich mich nicht ausruhen."

Die wichtigste Erkenntnis, die Riesch am Monte Cristallo gewann, war aber, "dass ich wieder gesehen habe, dass ich Lindsey in den schnellen Disziplinen schlagen oder zumindest nah an ihr dran sein kann". Im Gesamtweltcup erwartet sie "ein heißes Duell bis zum Schluss".

"Wir haben sie unter Druck gesetzt"

Im Super-G musste sie sich nur um 0,05 Sekunden geschlagen geben. "Der knappe Rückstand ist ärgerlich, aber ich bin trotzdem super zufrieden, weil ich Lindsey langsam näherkomme", sagte sie.

Laut DSV-Cheftrainer Thomas Stauffer macht Vonn die Nähe der Rivalin sogar nervös. "Wir haben sie unter Druck gesetzt - und dann macht auch eine Lindsey Vonn Fehler", sagte der Schweizer.

Rebensburgs Motivation steigt

Bis dahin wird Maria Riesch noch das eine oder andere Glas Prosecco trinken. Den Genuss der geringen Menge Alkohol nannte sie als Erfolgsgeheimnis für den Sieg in der Abfahrt. Wie in Lake Louise, wo Riesch beide Schussfahrten gewann, habe sie am Abend vor dem Rennen "im Hotel ein Glas Prosecco getrunken", sagte sie.

Viktoria Rebensburg (Kreuth) trank nicht mit, fuhr als Achte des Super-G aber zu ihrem besten Karriereergebnis in der zweitschnellsten Disziplin.

"Das ist eine super Motivation für mich für die WM", sagte sie.

Gold oder Kristall?

Die Titelkämpfe in Garmisch-Partenkirchen beginnen in zwei Wochen. "Die WM vor der eigenen Haustür ist das größte Ziel überhaupt", sagte Riesch über den Saisonhöhepunkt.

Dagegen verblasse selbst der Gesamtweltcup - obwohl sie den noch nie gewonnen hat. "Natürlich will ich das jetzt schaffen, die Chance ist groß wie nie. Aber wenn es heuer nicht klappt, dann vielleicht im nächsten Jahr", sagte Riesch entspannt.

Gold ist eben doch mehr wert als Kristall.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

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