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Felix Neureuther gewann in seiner Karriere bisher zwei Weltcup-Slaloms. © getty

Trotz mäßiger Resultate ist der Partenkirchener für die WM guter Dinge. Ein anderer DSV-Mann erhält einen Freifahrtschein.

München/Schladming - Felix Neureuther wollte "nur noch ins Bett".

Mit Fieber, "saft- und kraftlos" hatte er sich beim Weltcup-Slalom von Schladming zum elften Platz gequält und die WM-Generalprobe in seiner Spezialdisziplin verpatzt.

Der Partenkirchner fährt damit ohne Podiumsplatzierung im Slalom zu den Titelkämpfen - seine Zuversicht aber hat er nicht verloren.

"Jetzt beginnt die lange Zeit der Vorbereitung. Wir haben noch einiges zu tun, es stimmt noch nicht alles hundertprozentig. Aber ich denke, dass wir da noch was machen können und dann gut gerüstet sind für Garmisch", sagte der 26 Jahre alte Partenkirchner.

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"Das kann alles vergessen machen"

Auf den Torlauf am 20. Februar auf dem Gudiberg, "an meinem Berg", wie Neureuther betont, ist seine ganze Saison ausgerichtet. "Dieses eine Rennen ist das entscheidende Rennen schlechthin. Das kann alles vergessen machen", sagte Alpindirektor Wolfgang Maier.

Alles - auch die durchwachsene Saison ohne Podestplatzierung und mit zwei sechsten Plätzen als Top-Ergebnisse in den sieben Weltcup-Slaloms.

"Er blieb hinter den Erwartungen zurück, hinter seinen Erwartungen. Zuletzt, eigentlich schon die ganze Saison über", sagte Maier, "aber wir sind deshalb jetzt nicht in einem Stimmungstief."

Maier weiß, was Neureuther drauf hat - und auch, dass der Knoten jederzeit platzen kann.

In Schladming in Schlagdistanz

Neureuther hat es schon auf der Planai in Schladming angedeutet. 45.000 Österreicher tobten und kreischten um ihn herum, "da ist das Fieber von 38 auf 40 gestiegen", sagte er.

Doch Neureuther fuhr kühl, nur 0,26 Sekunden betrug sein Rückstand auf Platz sechs. (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11)

Einzig Sieger Jean-Baptiste Grange (Frankreich/1,41 Sekunden schneller) und der zweitplatzierte Schwede Andre Myhrer (1,37) waren unerreichbar.

Dopfer erhält Freifahrtschein

Mit Fritz Dopfer sorgte der zweite DSV-Starter in Schladming mit Platz 16 für eine positive Überraschung.

Obwohl Dopfer die vom DSV geforderte Norm (einmal Top acht oder zweimal Top 15) bisher nicht erreicht hat, stellte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier dem Garmischer einen Freifahrtschein für die WM aus.

"Er hat sich viel Lob und Anerkennung verdient. Der geht sicher mit zur WM, da wird auch keiner was dagegen sagen", so Maier.

Material bereitet noch Probleme

Um dem dreimaligen Saisonsieger Grange näherzukommen, braucht Neureuther mehr Kraft als er in Schladming am Ende noch hatte, und Selbstvertrauen, das er sich bei seinem letzten Weltcup-Rennen vor der WM beim Riesenslalom in Hinterstoder (6. Februar) holen will.

Und er braucht eine bessere Abstimmung beim Material. "Daran müssen wir noch hart arbeiten", sagte er selbst.

Ins Detail wollten weder er noch Maier gehen, doch beim Blick auf die jüngsten Ergebnislisten fällt auf: Neureuthers Ski hat Probleme, wenn die Piste mal nicht allzu eisig ist. Anders als andere Bretter verzeiht der Ski dann keine Fehler mehr.

Gudiberg als gutes Omen

Die Materialprobleme, die Neureuther schon vor zwei Jahren hatte, machen es psychologisch nicht einfacher für ihn. Doch noch darf er hoffen.

Ziemlich genau vor einem Jahr feilte er ebenfalls noch an seinem Setup - dann gewann er plötzlich in Kitzbühel sein erstes Weltcup-Rennen.

Neureuther wiederholte diesen Triumph damals übrigens noch einmal - in Garmisch, auf dem Gudiberg.

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