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Hans Grugger wurde nach seinem schweren Sturz am 20. Januar notoperiert © imago

Der Österreicher blinzelt wieder, noch könne er seine Umwelt jedoch nicht wahrnehmen. Mario Scheiber kommt glimpflich davon.

München - Die beiden schwer gestürzten österreichischen Ski-Rennläufer Mario Scheiber und Hans Grugger befinden sich auf dem Wege der Besserung.

Deren Landsmann und Ski-Ikone Hermann Maier übt unterdessen heftige Kritik am alpinen Rennzirkus."Ich habe früher auf Sicherheitsmängel hingewiesen", sagte der "Herminator" in der Zeitung "Österreich". (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11)

Allerdings sei ihm seitens der Organisatoren kein Gehör geschenkt worden. "Wenn du schnell bist, hören sie nicht auf dich, weil sie glauben, du willst etwas Neues zu deinem Vorteil ausnutzen", monierte der 38 Jahre Doppel-Olympiasieger von Nagano.

Keine Komplikationen bei Scheiber

Die Stürze von Grugger vergangene Woche in Kitzbühel und Scheiber am Donnerstag in Chamonix hatten für Entsetzen in der Weltcup-Szene gesorgt. Zwar bessert sich der Gesundheitszustand der beiden Österreicher täglich, die Zweifel am alpinen Rennzirkus bleiben allerdings.

Scheiber, der am Donnerstag beim Training zur Weltcup-Abfahrt im französischen Chamonix gestürzt war, hat die Nacht im Mont-Blanc-Krankenhaus in Sallanches ohne Komplikationen überstanden, wird aber zur Beobachtung noch bis Samstag in der Klinik bleiben.

Auch bei Grugger, der sich seit Dienstag in der Aufwachphase aus dem künstlichen Tiefschlaf befindet, laufe alles "zufriedenstellend".

"Es geht mir eigentlich ganz gut"

Scheiber hatte am Donnerstag erneut für Entsetzen in der Ski-Weltcup-Szene gesorgt, als er nur eine Woche nach Gruggers schwerem Unglück in Kitzbühel ebenfalls mit hoher Geschwindigkeit stürzte.

Der 27-Jährige zog sich einen Bruch des rechten Schlüsselbeins, einen Nasenbeinbruch und eine Nasen-Nebenhöhlenfraktur zu, blieb aber entgegen erster Befürchtungen von schweren Kopfverletzungen oder Gehirnblutungen verschont. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

"Es geht mir eigentlich ganz gut", sagte Scheiber einen Tag nach dem schweren Unfall. Zwar sei er sehr erschöpft, habe aber keine Schmerzen: "Das Wichtigste ist jetzt, dass ich ganz gesund werde und wieder alles normal tun kann."

Am Samstag wolle das Ärzteteam entscheiden, ob und wie der 27-Jährige nach Innsbruck überstellt wird.

Dosierungen für Grugger herabgesetzt

Auch die Behandlung Gruggers, der wegen schwerer Kopfverletzungen in der vergangenen Woche notoperiert worden war, läuft weiterhin wie geplant.

Grugger erreiche nun eine Phase, "in der erste Reaktionen, zum Beispiel Blinzeln, beobachtet werden können", teilte das behandelnde Ärzteteam an der Universitätsklinik für Neurochirurgie in Innsbruck am Freitag mit.

Es handle sich dabei allerdings um rein körperliche Reaktionen, da "der Patient seine Umgebung noch nicht wahrnehmen" könne.

Die Dosierung der Medikamente, die den 29-Jährigen im künstlichen Tiefschlaf halten, wurde weiter herabgesetzt. Eine Prognose darüber, wie lange die Aufwachphase noch dauern wird, sei aber weiterhin unmöglich.

Forschungsprojekt für die Uni Innsbruck

Unterdessen hat auch der Österreichische Skiverband auf die jüngsten Ereignisse reagiert und die Universität Innsbruck mit einem Forschungsprojekt über "verschiedene für die Verbesserung der Sicherheit wesentliche Faktoren" beauftragt.

Der ÖSV erwartet sich durch das Projekt "fundierte Aufschlüsse, die möglichst rasch in wirksame Maßnahmen umgesetzt werden können", hieß es in einer Erklärung.

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