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Manuel Paradis-Osbourne holte bislang zwei Abfahrts- und einen Super-G-Sieg im Weltcup © getty

Zwei Stürze machen Cuches Traumlauf bei der Abfahrt in Chamonix zur Nebensache. Walchhofer unkt: Das Unheil hört nicht auf.

München/Chamonix - Die Serie der furchterregenden Stürze im alpinen Ski-Weltcup reißt nicht ab.

Während der Österreicher Hans Grugger nach seinem Unfall in Kitzbühel langsam aus seinem künstlichen Koma geholt wird, wurde die Abfahrt am Samstag im französischen Chamonix gleich von mehreren schwerwiegenden Zwischenfällen überschattet. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Am Donnerstag hatte sich bereits der Österreicher Mario Scheiber bei einem Trainingssturz schwer verletzt. Im Rennen selbst stürzten der Österreicher Georg Streitberger und der Kanadier Manuel Osborne-Paradis.

Cuche traumwandlerisch sicher

Rein sportlich steht derzeit kein Abfahrtsläufer so sicher auf den Skiern wie Didier Cuche. (Trotz Gruggers Blinzeln: Der "Herminator" grollt)

Bereits vor einer Woche hatte der Schweizer mit einer bemerkenswerten Fahrt auf der Streif in Kitzbühel gewonnen, nun gelang ihm auf der eigentlich nicht sehr gefährlichen, aber tückischen "La Verte" ein traumwandlerisch sicherer Lauf.

0,67 Sekunden lag Cuche im Ziel vor dem Überraschungszweiten Dominik Paris aus Italien, 0,88 Sekunden vor Klaus Kröll aus Österreich. Cuche ist im Gesamtweltcup nun Zweiter, allerdings mit 405 Punkten Rückstand auf Ivica Kostelic (Kroatien), der 28. wurde. (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11)

Stechert ärgert sich über Platz 26

Tobias Stechert (Oberstdorf) und Andreas Sander (Ennepetal) holten auf den Rängen 26 und 30 Weltcuppunkte, doch vor allem Stechert war mit seiner Fahrt unzufrieden.

"Die Piste war in einem sauguten Zustand, da habe ich schon damit gerechnet, unter die ersten 15 zu kommen", sagte er.

Stechert und Sander haben nach der letzten Abfahrt vor der WM in Garmisch-Partenkirchen (7. bis 20. Februar) die offizielle Qualifikationsnorm nicht erfüllt, dürfen aber darauf hoffen, dass der Deutsche Skiverband (DSV) sie dennoch nominiert.

"Zwei ausgeprägte Wellen"

Überschattet wurde aber auch der 16. Weltcupsieg von Cuche von den Stürzen der Konkurrenten. Osborne-Paradis wurde nach eineinhalb Fahrminuten an einer Stelle ausgehoben, die schon Scheiber im Training zum Verhängnis geworden war.

An besagter Stelle "sind zwei ausgeprägte Wellen", erklärte der Österreicher Michael Walchhofer, der Rang fünf belegte.

Hinzu sei aber ein schwieriger "Licht-Schatten-Wechsel" gekommen, ergänzte er. "Bei Manuel hat es gar nicht so schlimm ausgeschaut bei der Anfahrt - aber das geht schnell", sagte er.

Streitberger kommt glimpflich davon

Osborne-Paradis wurde nach seinem Sturz in die Fangzäune noch auf der Strecke behandelt, musste anschließend jedoch mit Verdacht auf Knie- sowie Rippenverletzungen mit dem Rettungshubschrauber ausgeflogen werden.

Der vor ihm gestürzte Streitberger konnte immerhin selbst auf Skiern ins Ziel fahren, er klagte aber über Schmerzen im linken Knie. "Es war ein Fahrfehler. Mir hat es auf der Welle den Innenski verschnitten - dann geht es eh dahin", berichtete der Österreicher.

Im Zielraum waren die Stürze zwangsläufig das Hauptthema. Auch Sieger Cuche kam daran nicht vorbei. "Man sieht derzeit so viele Stürze, der Sport ist so gefährlich", sagte der Schweizer.

"Serie hört so schnell nicht auf"

Walchhofer sagte im Interview mit dem "ZDF", dass Unfälle wie jener von Grugger vergangene Woche in Kitzbühel `absolut präsent" seien, "die Läufer haben das im Kopf, das darf man nicht unterschätzen."

Walchhofer vertrat die Ansicht, ein schwerer Sturz ziehe andere Unfälle nach sich. "Es ist verflixt: Wenn so eine Serie losgeht, hört es so schnell nicht auf."

In Scheiber und Streitberger traf es in der Tat auch Mannschaftskollegen des schwer verunfallten Grugger, die dessen Sturz in der vergangenen Woche ganz besonders mitgenommen zu haben schien.

"Eigentlich", sagte Walchhofer auch, "eigentlich ist es eine einfache Abfahrt."

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