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Lara Gut gewann bei der WM in Val-d'Isère 2009 Silber in der Abfahrt und Kombination © getty

Lara Gut will von einer Zwei-Frau-Show bei der WM in Garmisch nichts wissen - und schickt bei SPORT1 schon mal eine Warnung an die beiden.

Von Andreas Kloo

München - Die Schweizerin Lara Gut gehört nicht nur zu den schönsten Gesichtern, die die Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen zu bieten hat 48459(Lara Guts Karriere in Bildern).

Beim Super-G am Dienstag (ab 10.45 Uhr im LIVE-TICKER) zählt sie auch zu den Medaillenkandidatinnen.

Nach ihrem kometenhaften Aufstieg und dem ersten Weltcup-Sieg im Alter von 17 Jahren im Dezember 2008 erlebte sie im vergangenen Winter einen ersten Karriereknick.

Eine schwere Hüftverletzung setzte sie die komplette Saison 2009/10 außer Gefecht. Doch mittlerweile hat sie wieder zu alter Stärke gefunden. Im Januar gewann die heute 19-Jährige den Super-G in Altenmarkt.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Unter Druck will sie sich allerdings vor dem WM-Auftakt nicht setzen: "Wenn es mit der Medaille nicht klappt, ist das auch nicht schlimm. Es ist schließlich erst meine zweite Weltmeisterschaft", sagt sie im Interview mit SPORT1.

Außerdem spricht sie über ihre Erfahrungen mit der WM-Piste, den Zweikampf zwischen Maria Riesch und Lindsey Vonn sowie Hans Gruggers Sturz.

SPORT1: Sieg beim Super-G in Altenmarkt, dritter Platz in Cortina. Ihre Form für die WM scheint zu stimmen. (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11)

Lara Gut: Ja, das waren gute Ergebnisse. Aber man muss vorsichtig sein, es ist jeden Tag ein anderes Rennen. In Garmisch ist wieder eine andere Piste. Man weiß vorher nie, was passieren kann.

SPORT1: Welche Erfahrungen konnten Sie denn bislang mit den Pisten in Garmisch sammeln?

Gut: Ich war dort in dieser Saison zwei Tage trainieren. Aber im letzten Jahr, als das Weltcup-Finale in Garmisch stattfand, habe ich wegen meiner Verletzung gefehlt. Deshalb habe ich keine wirkliche Rennerfahrung dort. Ich muss mich überraschen lassen.

SPORT1: Sie haben bei der letzten WM in Val d'Isere zwei Medaillen geholt. Wollen Sie das in Garmisch wiederholen?

Gut: Eine Medaille wäre schön. Aber ich war ein Jahr lang verletzt. Wenn es mit der Medaille nicht klappt, ist das auch nicht schlimm. Es ist schließlich erst meine zweite Weltmeisterschaft, an der ich teilnehme.

SPORT1: Wo sehen Sie denn Ihre größten Chancen auf eine Medaille? Im Super-G waren Sie zuletzt am stärksten.

Gut: Ja, das stimmt. Aber das sagt nichts aus. Vor zwei Jahren hatte ich auch vor der WM einen Super-G gewonnen. Aber die Medaillen habe ich dann in Abfahrt und Super-Kombi geholt. Es ist schwer zu sagen. Man kann in jedem Rennen etwas Gutes oder was Schlechtes machen.

SPORT1: Große Konkurrentinnen um Medaillen werden in den Speed-Disziplinen Maria Riesch und Lindsey Vonn sein. Die beiden dominieren in dieser Saison den Gesamt-Weltcup. Wer ist denn Ihrer Meinung nach die Bessere?

Gut: Das ist nicht meine Aufgabe, das zu entscheiden, wer von beiden die Bessere ist. Meine Aufgabe ist es, gut Rennen zu fahren.

SPORT1: Und mit einem guten Rennen bei der WM die beiden in Super-G oder Abfahrt zu schlagen?

Gut: Das wird man sehen. Momentan sind die beiden etwas besser drauf. Aber auch andere können schnell fahren. Eine Anja Pärson hat schon viel gewonnen, auch eine Liz Görgl ist gut drauf.

SPORT1: Sie fahren auch alle Disziplinen. Wann werden Sie denn in das Duell zwischen Vonn und Riesch um den Gesamtweltcup eingreifen?

Gut: Mal schauen, in einem der nächsten Winter werde ich da sicher mitmischen. Auch eine Tina Maze braucht vielleicht noch ein Jahr, dann ist sie da vorne dabei.

SPORT1: Sie haben einen kometenhaften Karrierestart erlebt mit zwei Medaillen bei Ihrer ersten WM. Meist sieht man Sie mit einem strahlenden Lächeln. Doch zuletzt hatten Sie auch negative Erlebnisse. Da war zum einen die schwere Hüftverletzung im letzten Winter.

Gut: Ja, es war meine erste schwere Verletzung meiner Karriere, meine erste längere Pause, also natürlich ein negatives Erlebnis.

SPORT1: Sie sind eine komplette Saison lang ausgefallen. Hatten Sie zwischendurch daran gezweifelt, dass Sie wieder so stark zurückkommen können.

Gut: Ich habe versucht, mein Bestes zu geben, um wieder zurückzukommen. Sicher, wusste ich nicht hundertprozentig, ob mir das gelingen wird. Aber ich habe mein Bestes gegeben und es hat geklappt.

SPORT1: Für Aufsehen sorgte außerdem ihr Streit mit dem Schweizer Verband, der Sie sogar für ein Renn-Wochenende sperrte. Wie ist denn das momentane Verhältnis zum Verband?

Gut: Für mich ist das Vergangenheit.

SPORT1: Den Sommer über trainieren Sie mit Ihrem Privatteam, nur im Winter sind Sie mit Ihren Schweizer Kolleginnen zusammen. Wie ist denn das Verhältnis zu den anderen Schweizer Fahrerinnen?

Gut: Wir sind ganz normale Teamkolleginnen.

SPORT1: Der Skisport wurde zuletzt wieder durch einen schweren Sturz überschattet. Ist denn Hans Grugger Sturz in Kitzbühel und das Thema Sicherheit auch bei den Frauen ein Gesprächsthema?

Gut: Wir haben Hans Gruggers Sturz natürlich mitbekommen, als wir in Cortina die Abfahrt fuhren. Aber ich habe mir bewusst nicht alle Bilder des Sturzes angeschaut. Wir machen schließlich den gleichen Sport.

SPORT1: Aber bleiben solche Stürze auch bei den Abfahrerinnen im Hinterkopf hängen? Geht die ein oder andere dann nervöser an den Start?

Gut: Nein, daran darf man nicht denken. Sonst darf man gar nirgends mehr runter fahren. Wenn wir starten können, starten wir.

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