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Lindsey Vonn (l.) verbringt Weihnachten häufig bei der Familie von Maria Riesch © getty

Vor dem dem Super-G bezeichnet Lindsey Vonn die Kandahar als "Streif für Frauen". Das Verhältnis zu Riesch ist angespannt.

Aus Garmisch-Partenkirchen berichtet Andreas Kloo

Garmisch-Patenkirchen - Noch ist der erste große Showdown zwischen Lindsey Vonn und Maria Riesch zum WM-Auftakt nicht hundertprozentig gesichert.

Denn nach ihrem Trainingssturz in der vergangenen Woche fühlt sich die Amerikanerin noch nicht topfit: (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11)

"Ich bin nicht bei 100 Prozent, aber es wird von Stunde zu Stunde besser", sagte Vonn nach der letzten Hangbefahrung vor dem Super-G (Di., ab 10.45 Uhr im LIVE-TICKER) und fügte hinzu: "Ich kann erst kurz davor entscheiden, ob ich an den Start gehe."

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Scharfe Kritik an der Piste

Ihrem Bericht über ihren aktuellen Fitnesszustand ließ die Titelverteidigerin im Super-G gleich noch massive Kritik an der Pistenpräparierung der Kandahar folgen:"Ich habe in meiner ganzen Karriere noch nie einen Kurs gesehen, der so präpariert ist", wetterte Vonn.

"Ich denke, es ist zu gefährlich für Frauen. Ich bin schockiert", lautete ihr Fazit über den Zustand der Kandahar, die Vonn wegen der schwierigen Verhältnisse gar als "Streif für Frauen" beziechnete.

Die Schweizerin Dominique Gisin schlug in die gleiche Kerbe: "Die Piste ist sehr eisig, das macht es richtig schwierig, fast schon gefährlich."

Gut freut sich

Aber nicht alle Fahrerinnen wollten die Kritik der beiden teilen. Gisins Schweizer Kollegin Lara Gut freut sich sogar auf das Rennen: "Die Strecke ist exrem eisig, aber ich mag das." (Lara Gut im Sport1-Interview)

Maria Riesch weiß woll ohnehin, wie sie Vonns Kritik bewerten muss: "Die Lindsey mag das Eis nicht so gern", weiß die Doppel-Olympiasiegerin über ihre Freundin zu berichten.

Riesch stichelt gegen Vonn

Auch das körperliche Handicap des US-Girls nach deren Trainingssturz nahm Riesch nicht allzu ernst.

"Es soll ja nicht so schlimm ein. Bei uns schmeißen sich auch alle mal im Training, nur das wird dann nicht gleich so breit getreten", beschwerte sie sich in der "Bild".

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In der Tat ging Vonn offensiv mit ihrem Trainingssturz, bei dem sie mit dem Hinterkopf auf die Piste prallte, um. Sie verbreitetete die Nachricht vom Unfall flugs via "facebook" und lud sogar ein Video dazu hoch.

Verhältnis angespannt

Deshalb ist das Verhältnis zwischen den beiden Freundinnen mal wieder angespannt. "Wir verstehen uns auf jeden Fall super, aber nun ist es ein bisschen anders", verrät Riesch.

Am Montag war sie zwar bemüht diesen Eindruck abzuschwächen und erklärte zum Thema Vonn: "Manchmal wurden meine Aussagen anders ausgelegt und aus dem Zusammenhang gerissen."

Doch wieder bleibt der Eindruck, dass Drama-Queen Vonn durch ihr Lamentieren über die Piste und ihren Fitnesszustand die Favoritenrolle zuschieben will.

Und dies macht sie ziemlich unverhohlen: "Der Druck auf Maria ist enorm, aber sie wird bestimmt eine Goldmedaille gewinnen."

Erinnerungen an Vancouver

Riesch mag die aktuelle Situation wie ein Deja-Vu vorkommen.

Schon vor einem Jahr bei Olympia in Vancouver litt Vonn - so stellte sie es zumindest dar - nach einem Trainingssturz unter starken Schmerzen.

Unter Tränen gab die 26-Jährige damals eine Pressekonferenz, in der sie ihren Startverzicht in der Abfahrt in Erwägung zog.

Riesch ließ sich dadurch derart aus dem Konzept bringen, dass sie Abfahrt und Super-G in den Sand setzte, während sich Vonn Abfahrts-Gold holte.

Riesch will "dagegenhalten"

Der DSV-Star schlug dann zwar mit den Siegen in Super-Kombi und Slalom zurück.

Doch diesmal will Riesch bereits in den Speed-Disziplinen zuschlagen. "Lindsey gehört im Speed zu den absoluten Favoritinnen. Und ich werde versuchen, dagegenhalten."

Die Voraussetzungen dafür sind gut.

Auf Augenhöhe mit Vonn

Drei Abfahrten gewann die Garmischerin in dieser Saison bislang, Vonn nur deren zwei.

Und auch im Super-G, im Vorjahr noch die Problemdisziplin der 26-Jährigen, war Riesch zuletzt ganz nah dran am Sieg. Um fünf Hundertstel musste sie sich in Cortina im Duell mit Vonn geschlagen geben.

Rebensburg fällt aus

Allerdings muss Riesenslalom-Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg wegen einer Erkrankung auf das erste Rennen der alpinen Ski-WM in verzichten.

Die 21-Jährige lag mit Fieber im Bett, als Maria Riesch und Co. die 41. Titelkämpfe mit dem Super-G eröffneten. Rebensburg, am Sonntag noch Siegerin bei der Generalprobe am Großen Arber in Zwiesel, hatte sich Außenseiterchancen auf eine vordere Platzierung ausgerechnet.

"Ich bin natürlich enttäuscht. Aber ein Start macht in meiner derzeitigen Verfassung keinen Sinn. Ich habe Fieber und fühle mich total schlapp", sagte Rebensburg, die Garmisch noch am Dienstag verließ und an den Tegernsee fuhr: "Jetzt kuriere ich mich zu Hause aus, um in der zweiten Woche wieder Vollgas geben zu können", sagte sie.

Am 17. Februar steht der Riesenslalom an, bei dem Rebensburg als Top-Favoritin an den Start geht.

Stechert kampfeslustig

Neben Riesch startet nun nur noch Gina Stechert für den DSV.

Bei Stechert zeigt die Leistungskurve im Super-G jedoch nach unten. In Cortina reichte es nur zu den Rängen 28 bis 43.

Doch für das erste WM-Rennen gibt sich die Oberstdorferin hochmotiviert: "Morgen habe ich nichts zu verlieren und werde voll angreifen."

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