Die Kanzlerin ist bei der WM nicht in ihrem Element - und muss zusehen, wie sich die Vision eines Gegenspielers verwirklicht.

Kritiker werfen der CDU ja bei gewissen Themen einen Zick-Zack-Kurs fort.

Und dass sich die Umfragewerte der Volkspartei im Sinklfug befinden, ist nicht neu.

Dass das die CDU-Vorsitzende, Bundeskanzlerin Angela Merkel, das freimütig selbst zugibt, überrascht dann doch:

"Ich befinde mich am Slalom-Abhang", ließ sie bei der Eöffnungsfeier der Alpinen Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen zu Füßen des Gudibergs verlauten.

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Letztlich zeigte das auch, dass sich Merkel beim Winterport nicht wirklich wohl fühlt.

Sommermärchen-WM 2006 ja, mit Schweini auf der Tribüne, mit Özil in der Kabine ja.

Aber die einzige Skifahrerin, die die Mecklenburgerin bislang kannte, dürfte Irene Epple sein. Die ist nämlich mit einem ehemaligen Ministerkollegen, dem früheren Bundesfinanzminister Theo Waigel, verheiratet.

Auf der Piste war Epple allerdings bei der letzten Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen aktiv - 1978.

Vielleicht brachte Merkel aber auch die Erkenntnis aus dem Konzept, dass ihr einstiger Gegenspieler, Edmund Stoiber, doch noch am politischen Ziel angekommen ist.

Laptop und Lederhose: diese Vision für sein Bayernland brachte der frühere bayerische Ministerpräsident einst in Umlauf.

Und die Eröffnungsfeier erweckte den Eindruck, dass Stoibers Vision wahr geworden ist.

In wohl nie dagewesener Kompaktheit wurde alles Gegensätzliche plötzlich eins: Bayerisches Brauchtum und moderne Projektionstechnologie, Oper und bayerische Blasmusik, Klassik und Rock.

Das ist das heutige Bayern. Oder doch nicht?

Aber egal. Was ist schon real und was nicht?

Festspiele im Schnee lautet der offizielle Untertitel der Ski-WM.

Doch wer mittags durch Garmisch-Partenkirchen flanierte, spürte nichts Winterliches.

Bei 16 Grad Außentemperatur fühlte man sich doch wieder ans Sommermärchen 2006 erinnert.

Zeiten, in denen sich Merkel noch wohler fühlte.

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