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Maria Riesch ist aktuelle Olympiasiegerin in der Super-Kombination © getty

Vor ihrer "größten Chance" auf WM-Gold erlebt Riesch einen Rückschlag. Nun will sie bei der Super-Kombi Steherqualitäten zeigen.

Garmisch-Partenkirchen/München - Am Mittwochmorgen schlug der Boulevard Alarm.

"Sorgen um Ski-Star Riesch" stand in großen Lettern auf der Internetseite von Deutschlands größter Tageszeitung. (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11)

Maria Riesch litt am Dienstagabend nach der Bronze-Fahrt im Super-G an Fieber - und nicht nur die bunten Blätter sorgten sich plötzlich um die größte deutsche Medaillenhoffnung bei der alpinen Ski-WM.

Zunächst kam Entwarnung, Maria Riesch trainiert am Vormittag Slalom, doch dann ging die Körpertemperatur wieder nach oben. Am Nachmittag brach die 26-Jährige das erste Abfahrtstraining auf der "Kandahar" ab.(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

"Reine Vorsichtsmaßnahme"

Maria Rieschs Einsatz in der Super-Kombination am Freitag und der Abfahrt am Sonntag scheint zunächst nicht gefährdet.

"Wir sehen das erst mal noch richtig entspannt", sagte der Alpindirektor Wolfgang Maier am Mittwochnachmittag, kurz nachdem die Bronzemedaillengewinnerin im Super-G das Abfahrtstraining "wie vereinbart" abgebrochen hatte.

Maria Riesch schob sich aus dem Starthaus, sie machte ein paar Schwünge - dann verließ sie die Piste, packte sich dick ein und machte sich wieder auf den Weg zum deutschen Mannschaftsarzt.

"Das war eine reine Vorsichtsmaßnahme", sagte Maier.

Infusion am Abend

"Maria hat über Nacht Fieber bekommen. Am Abend kam noch der Arzt, sie hat dann eine Infusion gekriegt", sagte Rieschs Manager und Verlobter Marcus Höfl.

Schon nach dem Auftakt-Rennen habe sie sich "nicht so wohl gefühlt", sagte Maria Riesch selbst, "am Abend wurde es dann langsam schlimmer".

Dennoch ist ihr Start beim nächsten WM-Wettbewerb, der Super-Kombination am Freitag, wohl nicht gefährdet. "Sie ist hart im Nehmen", sagte Höfl. 348235(DIASHOW: Ouvertüre in rotem Glanz)

[kaltura id="0_qu6zres3" class="full_size" title="Riesch: Das ist Wahnsinn"]

Riesch: "Bereit für mehr"

Dass sie ein "Stehaufmanderl" ist, wie man in ihrer bayerischen Heimat sagt, hat Maria Riesch schon oft genug bewiesen. Nun wird sie erneut gezwungen, Steherqualitäten zu zeigen - zumal sie in der Kombi "meine größte Chance" auf Gold hat, wie sie selbst betont.

"Ich bin bereit für mehr - und will das hier auch noch zeigen", sagte sie.

Sollte es schon am Freitag klappen, bekäme die zweite Medaille eine ganz besondere Note.

Auch DSV-Quartett in Nöten

"Man ist der Super-Hero, der absolute Superstar, wenn man es trotz Krankheit oder Verletzung schafft", sagte Riesch am Dienstagabend über ihre ebenfalls angeschlagene Rivalin Lindsey Vonn (USA). Das träfe bei einer weiteren Erfolgsfahrt auch auf Maria Riesch zu.

Die 26-jährige Partenkirchnerin ist indes nicht die einzige Athletin des Deutschen Skiverbandes (DSV), die gesundheitlich schwächelt.

Abfahrer Stephan Keppler musste wegen einer Verletzung bereits vor der WM passen, Gina Stechert meldete sich nach ihrem Sturz am Dienstag mit einer Handverletzung ab. Viktoria Rebensburg liegt mit fiebriger Grippe flach, der Start von Kathrin Hölzl ist wegen anhaltender Rückenproblemen fraglich.

DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier spricht deshalb von einer "gewissen Grundspannung" im Team.

WM wird kein Desaster mehr

Davon war zumindest bei Maria Riesch am Dienstagabend nichts zu spüren. Bei der Medaillenvergabe im Kurpark wirkte sie erleichtert-gelöst.

"Das nimmt mir unheimlich viel Druck, weil ich weiß: Ein Desaster wird die WM für mich nicht mehr", sagte sie.

Als ihr Weltverbandspräsident Gianfranco Kasper die Medaille um den Hals hängte, sei das "ein sehr emotionaler Moment" gewesen, meinte sie: "Davon habe ich seit fünf Jahren geträumt, seit Garmisch den Zuschlag für die WM bekommen hat. Das war unbeschreiblich, ein wahnsinnig tolles Gefühl."

Derart beflügelt soll am Freitag aus Bronze Gold werden - Fieber hin oder her.

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