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Riesch gewann bei der WM in Garmisch beim Auftaktrennen im Super-G Bronze © getty

Riesch geht es besser. Doch die Startchancen in der Super-Kombi sind unberechenbar. Der DSV setzt auf ihr "Kämpferherz".

Aus Garmisch-Partenkirchen berichtet Andreas Kloo

Fünf Jahre lang hat sich Maria Riesch auf die Heim-WM vor ihrer Haustüre gefreut, fünf Jahre lang vom Gold in Garmisch geträumt.

Nun ist dieser Traum in großer Gefahr.

Ihre Chancen auf eine Goldmedaille sind in der Super-Kombination zweifelsohne am Größten (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11).

Doch ob die an einer Virusgrippe erkrankte Riesch am Freitag (ab 9.45 Uhr im LIVE-TICKER) wirklich an den Start gehen kann, ist weiterhin fraglich (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1).

Kurzfristige Entscheidung

DSV-Teamarzt Hannes Scheer berichtet zwar von einer leichten Besserung ihres Gesundheitszustands, wollte aber keine Prognose für den Freitag abgeben.

"Wir müssen von Stunde zu Stunde entscheiden, eine Grippe ist wenig berechenbar." Es war da womöglich Zweckoptimismus, als Wolfgang Maier vorher bei SPORT1 die Frage, ob Rieschs Start in Gefahr sei, mit "Nein" beantwortete: "Deswegen haben wir Sie ja gestern aus dem Starthäuschen geschickt, damit Sie einen Tag mehr Regeneration hat."

An einen Start beim Abfahrtstraining war tags darauf aber nicht zu denken. "Ich fühle mich schlapp", sagte Riesch und kehrte nach der Besichtigung ins Hotel zurück.

Einige Medien haben gar eine Absage Rieschs für die Super-Kombi schon als fix gemeldet - verfrüht.

Eine finale Entscheidung über einen Start in der Super-Kombi will sie erst am frühen Freitagmorgen nach der Besichtigung der Rennstrecke fällen. Bis dahin heißt es für den DSV und die deutschen Ski-Fans weiterhin: Zittern um Maria.

Langfristige Planung wichtig

Scheer setzt auf Rieschs "großes Kämpferherz", merkt aber auch an, dass man "nicht nur auf einen Wettbewerb schauen darf, sondern auch auf den weiteren Verlauf der WM" 348235(DIASHOW: Ouvertüre in rotem Glanz).

Will heißen: Alles auf eine Karte zu setzen und mit einem Einsatz in der Super-Kombination einen Ausfall für die Spezialabfahrt zu riskieren, das kommt nicht in Frage.

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Großes Pensum

Denn das bevorstehende Pensum am Freitag ist groß: Mit Abfahrt und Slalom muss Riesch gleich zwei Rennen an einem Tag bestreiten müssen - die Abfahrt auf der von allen als extrem schwierig eingestuften Kandahar-Piste.

Und selbst hartgesottene Fahrer wie Ivica Kostelic und Carlo Janka hatten nach dem Super-G der Herren den immensen Energieverlust beklagt, den die Strecke verursacht.

Kein kompletter Trainingslauf

Darüber hinaus würde Riesch ohne einen komplett absolvierten Trainingslauf an den Start gehen. DSV-Sportdirektor Wolfgang Maier will dies zwar nicht als großen Nachteil sehen: "Maria kennt die Piste von kleinauf."

Doch auch der Heimvorteil wird die fehlende Trainingsfahrt nicht wettmachen.

Denn die Konkurrentinnen konnten an Mittwoch und Donnerstag im Gegensatz zu Riesch in Realgeschwindigkeit die optimalsten Linien auf der Kandahar austesten.

Gesundheit geht vor

"Wir haben eine sensationelle Chance. Aber es gibt auch bei der WM 2013 noch eine Super-Kombination, und den DSV gibt es nach dieser WM auch noch - auch wenn wir nur eine Medaille gewinnen sollten", brachte Maier schon mal ein entschuldigendes Argument für die drohende Absage.

Und stellte damit klar, dass Rieschs Gesundheit vorgeht: "Es geht als allererstes um den Menschen Maria Riesch, das hat Vorrang vor allen anderen Wünschen."

Rebensburg und Stechert fallen aus

Zwei andere DSV-Fahrerinnen mussten bereits auf einen Start in der Super-Kombi verzichten.

Viktoria Rebensburg war bereits vor Riesch an einer Virusgrippe erkrankt und schon für den Super-G ausgefallen.

Gina Stechert brach sich bei einem Sturz im Super-G einen Handknochen und kann ebenfalls nicht antreten.

Absolute Top-Favoritin

Die Chancen auf Gold in der Super-Kombi wären allerdings für eine Riesch im Vollbesitz ihrer Kräfte riesig. Die 26-Jährige hat in diesem Winter sowohl in der Abfahrt als auch im Slalom schon Rennen gewonnen.

Zudem ist sie Olympiasiegerin in dieser Disziplin.

Sollte es aber mit der Super-Kombination tatsächlich nicht klappen, besteht immer noch die Chance auf einen Start in der Spezialabfahrt.

Hoffen auf die Spezialabfahrt

Mit ihrer Mini-Trainingsfahrt am Mittwoch hat Riesch die Voraussetzungen für einen Start am Sonntag (ab 10.45 Uhr im LIVE-TICKER) erfüllt.

Und schon vor der WM hatte die Doppel-Olympiasiegerin angekündigt, dass sie Gold in der Abfahrt am Wertvollsten ansieht. "Darauf freue ich mich am meisten", betonte sie immer wieder.

Und wenn es auch am Sonntag nicht klappt? "Dann haben wir eben Pech gehabt", hielt Maier am Donnerstag nüchtern fest.

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