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Maria Riesch gewann diese Saison die beiden Abfahrten von Lake Louise und eine in Cortina © getty

Vor der Abfahrt der kämpfen beide Favoritinnen mit Problemen. Riesch soll ein Ruhetag helfen, Vonn droht ihren Kritikern.

Aus Garmisch-Partenkirchen berichtet Andreas Kloo

Garmisch-Partenkirchen - Eigentlich schien alles gerichtet für den ultimativen WM-Showdown zwischen Maria Riesch und Lindsey Vonn in der Spezialabfahrt.

Von den fünf Abfahrten während der laufenden Saison gewann Riesch drei, Vonn stand zweimal ganz oben auf dem Podest. (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11)

Doch nun ist die Lage völlig anders. Die Amerikanerin scheint von ihrem Trainingssturz in der vergangenen Woche gehandicapt. Im Super-G landete sie nur auf Rang sieben.

Riesch ist von einer Grippe geschwächt, was ihr in der Super-Kombi die fest eingeplante Medaille kostete.

Fenninger genervt

"Vielleicht ist es ein blöder Zufall, dass Vonn und Riesch bei der WM nicht so da sind, wie zuvor im Weltcup. Aber auch wenn sie fit gewesen wären, hätten sie die Medaillen nicht schon fix gehabt", sagt die frischgebackene Weltmeisterin in der Super-Kombination, Anna Fenninger, zu den Problemen der beiden.

Mehr Worte will die Österreicherin aber über Riesch und Vonn nicht verlieren.

"Fragen zu Riesch und Vonn kotzen mich an. Ich will mich verkaufen und nicht immer über andere reden" stellt die 21-Jährige mit ihrem frisch getankten Selbstbewusstsein klar.

ÖSV-Duo in der Favoritenrolle

Man merkt: Die beiden Speed-Königinnen wackeln, schon rütteln andere vor dem Abfahrtsrennen am Sonntag (ab 10.45 Uhr im LIVE-TICKER) an ihrem Thron.

Fenninger gehört nun zusammen mit ihrer Teamkollegin Elisabeth Görgl, Goldmedaillengewinnerin im Super-G, zu den heißen Medaillenkandidatinnen in der Abfahrt. (STATISTIK: Der Medaillenspiegel)

Auch wenn die das nicht wahrhaben will: "Wir rücken mit unseren Erfolgen sicher in den Vordergrund. Aber daraus kann man jetzt nicht unbedingt etwas für die weiteren Rennen schließen. Die Karten werden neu gemischt, es geht wieder bei Null los."

Allerdings hat nun auch Fenninger eine Grippe erwischt. Den Samstag verbrachte sie mit einem Magen-Darm-Virus und Fieber im Bett.

"Wir werden jetzt einmal sehen, wie es sich entwickelt. Sie fieberfrei zu bekommen, wird schon gelingen, aber für da herunter braucht man halt auch einige Kräfte", zeigte sich Österreichs Damencheftrainer Herbert Mandl skeptisch.

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Pärson peilt Gold an

Eine andere Fahrerin zeigt sich da weniger zurückhaltend, wenn es um ihre Siegchancen geht: Anja Pärson.

Die Schwedin holte in der Super-Kombi mit Bronze 350174(Die Bilder der Super-Kombi) bereits ihre 12. WM-Medaille und will nun mehr.

"Ich habe oben die schnellsten Skier. Ohne Fehler gewinne ich", ist sie sich sicher.

Alles nur ein Bluff?

Doch Pärson sollte vorsichtig sein. Völlig abschreiben darf man Vonn und Riesch nicht. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: Die News im TV auf SPORT1)

Vor allem bei der Amerikanerin besteht die Gefahr, dass sie in den letzten Tagen nur gepokert hat, um dann doch zuzuschlagen.

Maier übt harsche Kritik

DSV-Sportdirektor Wolfgang Maier hegt diesen Verdacht und reagierte deshalb erbost auf Vonns Trainingsfahrt im Anorak am Donnerstag.

[kaltura id="0_jwm9i1eg" class="full_size" title="Fenninger feiert Super Kombi Sieg"]

"Das hat mit fairem Sport nichts zu tun, was die hier abzieht. Das ist eine Verarsche für alle, die hier arbeiten.", schimpfte er im "ORF".

Vonn motiviert dies umso mehr. Die 26-Jährige kündigte an, am Sonntag ihren "Kritikern das Maul zu stopfen".

Piste als Vorteil für Vonn

Auch das Wetter spielt der Titelverteidigerin in die Karten.

Durch die warmen Temperaturen der letzten Tage ist die Kandahar aufgeweicht. Verhältnisse, die Vonn besser liegen als die Eispiste zum WM-Auftakt.

Das weiß auch Riesch, die sich deshalb Sorgen macht. "Die Maria hofft, dass es noch etwas kälter wird", berichtet Ex-Rennläuferin Martina Ertl-Renz.

Wichtiger Ruhetag

Viel wichtiger für Riesch aber wird sein, wie es um ihre körperliche Verfassung am Sonntag bestellt sein wird.

"Die Erwartungen sind nach dem Verlauf dieser Woche ein bisschen gedämpft", so Riesch am Samstagabend: "Es ist nicht die wundersame Heilung eingetreten. Dass ich nicht voll gesund werde, ist klar". Am Samstag fühlte sich Riesch allerdings "körperlich fitter, der Tag heute hat gut getan".

Die WM-Organisatoren schenkten ihr einen kompletten Ruhetag, indem sie das Abschlusstraining absagten. (SERVICE: Der WM-Zeitplan)

Kombi als Training

So hat Riesch zwar nun keinen kompletten Trainingslauf absolviert, aber dafür die Kandahar bei der Kombinationsabfahrt bei Rennverhältnissen getestet.

Deshalb gewann Maier Rieschs 11.Platz auch etwas Positives ab. "Maria ist nun endlich mal die Strecke gefahren."

"Sie hätte die Abfahrt nicht fahren können, ohne einmal gefahren zu sein. Dafür ist sie zu schwer", stellte er klar.

Wertvollster Titel

So aber sind die Chancen auf einen Abfahrts-Triumph von Riesch wieder etwas gestiegen.

Mit einer Goldmedaille würde sich für die 26-Jährige ein Traum erfüllen.

Nicht nur, weil sie dann vor eigenem Publikum einen WM-Titel erobern würde. Für Riesch ist die Abfahrt die Königsdisziplin.

"Über Abfahrtsgold würde ich mich am meisten freuen", hatte sie zuletzt immer wieder betont.

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