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Täglich informiert Vonn während der WM die Öffentlichkeit via Facebook, dass sie weiter stark beeinträchtigt ist - und sucht Trost bei Riesch. DSV-Alpin-Direktor Maier kann die Verletzungsgeschichten der US-Amerikanerin nicht mehr hören: "Für mich ist das mit der Zeit lächerlich." Gehandicapt oder nicht - am Ende reicht es bei der WM "nur" zu Silber in der Abfahrt
Maria Riesch (r.) und Lindsey Vonn feiern seit Jahren gemeinsam Weihnachten in Garmisch © getty

Im Duell um Abfahrts-Gold müssen sich Riesch und Vonn der Österreicherin Görgl geschlagen geben. Dennoch sind beide hochzufrieden.

Aus Garmisch-Partenkichen berichtet Andreas Kloo

Garmisch-Partenkichen - Am Ende fielen sich Maria Riesch und Lindsey Vonn glücklich in die Arme.

Im Showdown der beiden besten Abfahrerinnen der Saison triumphierte zwar letztlich keine der beiden.

Denn Super-G-Weltmeisterin Elisabeth Görgl stahl dem Freundinnen-Duo die Show und sicherte sich erneut Gold. 351130(Bilder der Abfahrt)

Doch mit Silber und Bronze waren beide gleichermaßen zufrieden.

Ruhetag zahlt sich aus

Riesch zeigte sich hinterher überglücklich: "Mit einer Medaille in der Abfahrt habe ich wirklich nicht mehr gerechnet."

Nach ihrer Virusgrippe war sie noch immer leicht geschwächt. Im Zielraum war sie immer wieder hustend zu sehen. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: Die News im TV auf SPORT1)

Doch der Ruhetag am Samstag hatte der Lokalmatadorin sichtlich gut getan.

Bei der Abfahrt der Super-Kombi kam sie im unteren Teil nicht mehr in die Hocke, diesmal reichte ihre Kraft bis ins Ziel.

"Als wenn es Gold wäre"

Nur in der Ausfahrt FIS-Schneise nahm sie "die Kurve nicht mit der letzten Konsequenz", was sie um eine mögliche bessere Platzierung brachte.

Doch ärgern wollte sich Riesch auf keinen Fall - ganz im Gegenteil: "Ich freue mich, als wenn es Gold wäre", erklärte die 26-Jährige hinterher.

Lob von allen Seiten

Die Experten lobten Riesch in den höchsten Tönen: "Sie ist ein Champ", rühmte Abfahrts-Weltmeister Erik Guay den DSV-Star.

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Auch Alpindirektor Wolfgang Maier war begeistert: "Eine Hammervorstellung, die alle Anerkennung verdient", sagte Maier zu Rieschs Fahrt.

Von Dauerrivalin Vonn erntete sie ebenfalls Anerkennung: "Sie ist eine Siegerin, ich bin stolz auf sie."

Goldenes Gefühl bei Vonn

Stolz war Vonn aber auch auf sich selbst: "Es ist ein Gefühl wie Gold", sagte die Amerikanerin zu ihrer Silbermedaille.

"Wie Riesch hatte auch Vonn zuletzt körperliche Probleme. "Ich habe gekämpft in den letzten Tagen", meinte sie rückblickend.

Die Abfahrts-Olympiasiegerin plagte sich mit den Folgen ihres Trainingssturzes aus der Vorwoche herum und klagte immer wieder über Kopfschmerzen. (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11)

Vonn wehrt sich gegen "Theater-Vorwurf"

Wie stark diese Schmerzen wirklich waren, ist schwer zu sagen. Zuletzt regte sich der Verdacht, dass Vonn nur blufft.

Das wollte die 26-Jährige nicht so stehen lassen: "Das war kein Drama und keine Show, das war wirklich eine schlimme Verletzung", stellte sie klar.

[kaltura id="0_jfseuo3a" class="full_size" title="Die Medaillengewinnner im Interview"]

Durch ihre Kritik an der Eispiste im Super-G hatte sie sich ebenfalls unbeliebt gemacht - und war bemüht, das gerade zu rücken.

"Ich liebe Garmisch"

"Ich habe nichts gegen Garmisch, ich habe nur etwas gegen die FIS-Arbeit gesagt. Ich liebe Garmisch", ließ sie pathetisch verlauten.

Dennoch fühlte sie sich ungerecht behandelt und klagte: "Die Medien waren nicht nett zu mir."

Dann aber freute sie sich schon auf die Siegerehrung am Abend und auf ein "Glas mit Maria zusammen": "Es ist ein Geschenk, dass wir beide auf dem Podium stehen."

Görgl fassungslos

Ganz oben auf dem Podest steht wieder einmal "Lizz" Görgl.

Der frischgebackenen Doppel-Weltmeisterin fehlten nach ihrer zweiten Goldmedaille in Garmisch schier die Worte: "Es ist unglaublich, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Es ist einfach geil, einfach ein Wahnsinn."

Zu Garmisch-Partenkirchen hat sie längst eine besondere Beziehung aufgebaut. So machte die der Kandahar gleich eine Liebeserklärung: "Ich mag diese Strecke, ich mag diesen Schnee."

Weiterer Ruhetag für Riesch

Riesch hat solch eine Liebeserklärung an Garmisch nicht nötig. Bei ihrer Heimatstadt versteht sich die besondere Beziehung von selbst.

Den Traum vom Heim-Gold hat sie deshalb noch nicht aufgegeben. Als amtierende Weltcupgewinnerin und Olympiasiegerin hat sie im Slalom am Samstag (ab 9.45 Uhr im LIVE-TICKER) dazu die besten Chancen.

Deshalb gilt es jetzt, weiter Kraft zu tanken: "Am Montag habe ich nochmal frei, und dann werde ich weiterkämpfen", kündigte Riesch an.

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