vergrößernverkleinern
Nur Zuschauer beim Teamwettbewerb: Riesch, Rebensburg und Hölzl (v.l.) © imago

Die deutschen Damen schicken ein B-Team zum Teamwettbewerb. An der Bedeutung der Disziplin scheiden sich die Geister.

Aus Garmisch-Partenkirchen berichtet Andreas Kloo

Garmisch-Partenkirchen - "Jeder möchte da eine Medaille, da bin ich mir todsicher", sagte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier zur Bedeutung des Teamwettbewerbs bei der WM.

Doch der Blick auf die deutsche Mannschaftsaufstellung scheint Maier zu widerlegen.

Drei Damen und drei Herren gehen am Mittwoch (ab 10.45 Uhr im LIVE-TICKER) für Deutschland an den Start. Das weibliche Trio besteht aus Lena Dürr, Veronika Staber und Veronique Hronek.

Die "großen Drei" Maria Riesch, Kathrin Hölzl und Viktoria Rebensburg verzichten allesamt auf den Wettbewerb. Aus gesundheitlichen Gründen.

Konzentration auf den Riesenslalom

Riesch und Rebensburg hatten zuletzt mit einer Virusgrippe zu kämpfen, Hölzl quälte sich mit hartnäckigen Rückenschmerzen herum und konnte erst am Montag wieder ein Skitraining absolvieren.

Deshalb wollen die drei Damen kein unnötiges Risiko eingehen.

"Die Entscheidung habe ich schweren Herzens getroffen", erklärte Riesch ihre Absage und fügte hinzu:"Ich wäre schon gerne gefahren, aber der Arzt hat mir nahegelegt, darauf zu verzichten, um für die beiden WM-Rennen und den Weltcup fit zu sein."

Denn das Augenmerk liegt klar auf dem Riesenslalom-Wettbewerb am Donnerstag (ab 9.45 Uhr im LIVE-TICKER). (SERVICE: Der WM-Zeitplan)

Rebensburg ist die Olympiasiegerin in dieser Disziplin, Hölzl die Titelverteidigerin. Und auch Riesch fuhr im Riesenslalom in dieser Saison bereits aufs Podest.

Arzt rät zur Pause

Die DSV-Fahrerinnen gehören also zu den Medaillenkandidaten und wollen diese Chance nicht aufs Spiel setzen.

Die medizinische Abteilung unterstützt diese Entscheidung.

[image id="25a5aff2-6484-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

"Maria ist schon für die Abfahrt ein sehr hohes Risiko gegangen. Ich empfehle ihr nach dem Training, keinen Renntag am Mittwoch zu fahren, sondern sich stattdessen noch einmal zu erholen, um vollständig zu genesen", berichtete Mannschaftsarzt Dr. Hannes Scheer.

Auch Rebensburg riet er zu einer Auszeit. Die 21-Jährige stand nach ihrer einwöchigen Krankheitspause am Montag erstmals wieder auf Skiern.

ÖSV will Gold

Nach dem Absagen-Dreierpack kann der DSV nur noch hoffen, dass auch andere Nationen ohne ihre Stars antreten.

Für die erste Runde erhielten die Deutschen immerhin schon einen Freifahrtschein, da Slowenien seine Teilnahme absagte.

Doch andere Nationen scheinen die Wertigkeit des Wettbewerbs deutlich höher einzustufen. Für ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel geht es am Mittwoch um die "wichtigste Goldmedaille".

Aber auch Schröcksnadel muss einen Ausfall verkraften. Doppel-Weltmeisterin Elisabeth Görgl lässt den Wettkampf ebenfalls sausen (STATISTIK: Der Medaillenspiegel).

Unerfahrenes Damen-Trio

Die Erfolgschancen des deutschen Teams sind nun natürlich äußerst gering.

Die 19-jährige Lena Dürr fuhr zwar bereits mehrmals in die Top 15 im Riesenslalom, doch Veronika Staber gelang dies erst einmal: Im letzten Rennen vor der WM in Zwiesel landete die 23-Järhrige auf Rang 12.

Veronique Hronek überzeugte bislang lediglich in der Zweiten Liga des Skisports, im Europacup.

Maier setzt auf Herren

"Wenn die Jungs gut fahren, können wir das kompensieren", gibt sich Maier zwar kämpferisch.

Doch ob dies Felix Neureuther, Fritz Dopfer und Stefan Luitz gelingen wird, ist fraglich.

Zumal Neureuther mit den Gedanken schon beim Slalom auf seinem Gudiberg am Sonntag sein dürfte.

"Jeder von uns Sportlern hasst es, zu verlieren. Eine Medaille ist das größte Ziel eines jeden Sportlers", gibt sich der 26-Jährige immerhin motiviert.

Deutscher Sieg 2005

Neureuther hat positive Erinnerungen an den Mannschaftswettkampf.

Als Newcomer im deutschen Team gewann er 2005 an der Seite von erfahrenen Läuferinnen wie Hilde Gerg und Martina Ertl Team-Gold 347148(DIASHOW: Deutsche Sternstunden bei der Ski-WM).

Das Reglement:

Doch das Reglement hat sich seitdem geändert.

Wurden damals noch ein Super-G und ein Slalom ausgefahren, so wird der Teamwettbewerb nun komplett als Parallelriesenslalom ausgetragen.

Durch das Duell Mann gegen Mann beziehungsweise Frau gegen Frau soll dies die Attraktivität dieser Disziplin steigern.

Das Prozedere ist relativ einfach.

Modus: K.o-System

Zwei Nationen treten jeweils im K.o-Duell gegeneinander an. Die Paarungen werden durch die Weltrangliste bestimmt.

Die siegreiche Mannschaft qualifiziert sich für die nächste Runde, der Verlierer scheidet aus.

Am Ende kommt es zum Finale um Gold und Silber, sowie im Kampf um Platz drei zum Duell um Bronze.

Ablauf:

In jedem Nationen-Duell fahren jeweils zwei Frauen und zwei Männer gegeneinander.

Das heißt: Frau 1- Frau 1, Mann 1 -Mann 1, Frau 2 -Frau 2, Mann 2 - Mann 2.

Jede Nation darf über den gesamten Wettbewerb maximal sechs Fahrer (Frauen und Männer) einsetzen.

Punktesystem:

Der Sieger eines Laufs erhält jeweils einen Punkt. So können also die Ergebnisse 4:0, 3:1 oder 2:2 entstehen.

Bei einem Unentschieden werden die Zeiten der schnellsten Frau und des schnellsten Mannes einer Nation addiert.

Die niedrigere Gesamtzeit ergibt dann den Sieger.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel