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Hermann Maier beendete seine aktive Karriere am 13. Oktober 2009 © SPORT1

Hermann Maier spricht im Audi Star Talk über den Verdienst der Skirennläufer, sein neues TV-Experiment und zwei schwarze Stunden.

München - Hermann Maier hat den alpinen Skirennsport um die Jahrtausendwende geprägt.

In seinen knapp 13 Jahren im Weltcup hat der Österreicher so manche Bestmarke aufgestellt.

Allein viermal gewann er den Gesamtweltcup, stellte im Jahr 2000 eine auch elf Jahre danach noch gültige Punkte-Bestmarke auf.

Zweimal stand der "Herminator" bei Olympia ganz oben auf dem Treppchen, zudem errang er drei Weltmeistertitel.

Mit 54 Weltcupsiegen ist der mittlerweile 38-Jährige die Nummer zwei hinter Ingemar Stenmark (86 Siege), auf dem Podium stand neben Stenmark nur Marc Girardelli häufiger als Maier (96mal).

Im Audi Star Talk spricht Maier pünktlich zur WM in Garmisch-Partenkirchen über das im Vergleich zum hohen Risiko vergleichsweise geringe Gehalt der Skirennläufer, sein neues TV-Projekt, Kumpel Arnold Schwarzenegger sowie die beiden schwärzesten Stunden seiner Karriere.

Hermann Maier über...

die armen "Schlucker" Skirennläufer:

"Im Vergleich zum Fußball besteht der Skisport aus armen 'Schluckern'. Nur ganz oben an der Spitze - ein, zwei oder drei Jungs verdienen da ganz gut und können auch davon leben. Ansonsten ist das Risiko viel zu hoch - welches die Läufer eingehen müssen - im Vergleich zum Verdienst."

den Verdienstvergleich zwischen Skirennläufer und "normalem" Arbeitnehmer:

"Das Beispiel Hans Grugger. Man hat leistungsbezogene Verträge, man riskiert alles - und dann passiert so etwas. Wenn man da einer normalen, besseren Arbeit nachgeht, hat man sein sicheres Einkommen. Aber was wir da teilweise an Risiko eingehen müssen - das steht in keinem Vergleich zu dem was dabei herauskommt."(STATISTIK: Der Medaillenspiegel)

die vielen neuen "Superstars" im Skisport:

"Man wird sehr schnell hochgejubelt. Jeder lechzt nach einem neuen Super-Star. Somit ist heute jeder schnell ein Super-Star. Was da aber eigentlich alles dazugehört - das sind nicht ein oder zwei Zufallssiege, wo Sonne, Mond, Sterne und Rückenwind stimmen. Da gehört viel mehr dazu!"(SERVICE: Der WM-Zeitplan)

die Sicherheit im Skirennsport:

"Der Spitzensport muss als Vorbild vorausgehen. Hier muss man den Hebel in punkto Sicherheit ansetzen. Es ist ein Thema, das sehr viel Verantwortung und auch entsprechendes Gehör fordert. Man muss da zusammenarbeiten. Das ist aber nicht so einfach, da die Strukturen (bei der FIS - Federation Internationale de Ski - Anm. d. Red.) hier einfach noch zu sehr eingerostet sind."

[kaltura id="http://www.sport1.de/de/video/vid_wintersport/#/0_t5xr59qo" class="full_size" title="Maier Skifahrer sind arme Schlucker "]

die "Nachfolge" seines Freundes Arnold Schwarzenegger:

"Er hat zwar das mit der Schauspielerei jetzt sein lassen. Okay, da wäre jetzt zwar eine Stelle frei. Den Job als Gouverneur möchte ich auch nicht übernehmen, das war schon für ihn zu anstrengend. Schauspielerei - da mache ich lieber kleine Werbespots. Und schon die sind sehr aufwendig. Mal schaun, das ist aber eine ganz eigene Branche..."

sein TV-Experiment "Expedition Südpol":

"Deutschland wollte wieder einen guten Gegner haben. Also Österreich, wegen der Pleite von Cordoba - davon leben wir ja immer noch. Leider Gottes müssen wir uns darauf immer noch hinausreden. Beim Südpol-Rennen sind die Deutschen immer die Schnellsten, dafür waren wir Reinlicher (Maier wurde von einer ORF-Kamera bei minus 30 Grad nackt am Südpol erwischt - Anm. d. Red.)."

seinen Jahrhundert-Sturz bei Olympia 1998 in Nagano:

"Das war sicherlich Größenwahn. Absoluter Größenwahn sogar. Ich bin quasi aus dem Nichts gekommen. Ich musste kämpfen, um in den Kader zu kommen. Mir sind wirklich Prügel vor die Beine geworfen worden. Es haben Verleumdungen stattgefunden. Sie wollten mich einfach nicht haben. Und irgendwo war dann schon das Gefühl da vor dem Rennen: Jetzt oder Nie!"

seinen Motorrad-Unfall in Radstadt am 24. August 2001:

"Wäre ich nicht in diesem Trainingszustand gewesen, hätte ich das nicht überlebt! Die inneren Organe hätten aufgegeben, bei soviel abgestorbener Muskelmasse. Da wären die Nieren einfach nicht mehr in der Lage gewesen, weiter zu arbeiten. Und dann kamen die Schmerzen hinzu. Ich wurde mit Schmerzmitteln vollgestopft. Ich hatte in der Venen-Öffnung ungefähr 20 Leitungen, die ich für die Pressekonferenz extra entfernt habe."

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