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Felix Neureuther lauert auf dem vierten  Rang
Felix Neureuther holte in seiner Karriere bislang zwei Weltcupsiege © getty

Den WM-Riesenslalom sieht Felix Neureuther als Vorbereitung für "sein" Rennen. Eine Verletzungswelle schockt Österreich.

Garmisch-Partenkirchen - Es gibt wenig, was Bode Miller beeindruckt.

Aber der Riesenslalom, hat der Amerikaner mal festgestellt, der Riesenslalom sei nur etwas für "echte Kerle". Am Freitag sind echte Kerle gefragt - vor allem in Österreich und in der Schweiz.

Die österreichischen Männer haben bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen noch kein Gold gewonnen, die eidgenössischen auch nicht. Die Zeit wird knapp. Nur noch zwei Wettbewerbe. Und die Konkurrenz ist groß (STATISTIK: Der Medaillenspiegel).

Es gibt ziemlich viele echte Kerle aus vielen Mannschaften. Unter anderem Felix Neureuther.

Fokus auf den WM-Slalom

Auch Neureuther geht es um eine Medaille, am Freitag (ab 9.45 Uhr im LIVE-TICKER) will er allerdings die Grundlage für "sein" Rennen an "seinem" Berg legen: den WM-Slalom am Sonntag auf dem Gudiberg.

"Ich versuche weiter, eine gute Form aufzubauen", sagte der Lokalmatador bereits am Mittwoch nach dem Mannschaftswettbewerb (SERVICE: Der WM-Zeitplan).

"Haben extrem gut trainiert"

Er sieht sich auf einem guten Weg - beim knappen Aus gegen Frankreich im Nations Team Event 352701(Bilder), der als Parallel-Riesenslalom ausgetragen wurde, gewann er gegen den späteren Team-Weltmeister Cyprien Richard aus Frankreich einen Lauf, "und das", betonte Neureuther, "gibt definitiv Selbstvertrauen."

Neureuther hat vor seinem ersten Einsatz am Mittwoch eine Woche lang trainiert, er klang fast euphorisch, als er berichtete: "Das war eine der wichtigsten Wochen meiner Karriere, wir haben extrem gut trainiert."

Der Favoritenkreis ist groß

Er hat nochmal "einiges verändert", was genau, das verrät er nicht. Aber Neureuther glaubt, dass er auf einem guten Weg ist, dass die Tendenz stimmt: "Ich merke, dass die Formkurve seit eineinhalb Wochen nach oben geht."

Und er hätte wohl nichts dagegen, wenn sich das im Riesenslalom bewahrheiten lässt. Bei Olympia in Whistler wurde er im Rennen für harte Kerle übrigens sensationell Achter 347148(DIASHOW: Deutsche Sternstunden bei der Ski-WM).

Zu den Favoriten auf die Medaillen gehört Neureuther ganz realistisch betrachtet erst am Sonntag, zuvor wird es am Freitag auf der Kandahar ein Hauen und Stechen geben. Die Zahl der möglichen Teilnehmer an der Siegerehrung ist zweistellig.

Wieder "Blech" und "Leder"?

Bode Miller könnte dabei sein, bei dem Amerikaner weiß man ja nie. Eine logische Wahl wäre sein Landsmann Ted Ligety, der in diesem Winter bereits drei Riesenslaloms gewonnen hat - zuletzt jedoch schwächelte. Oder die Norweger Aksel Lund Svindal und Kjetil Jansrud.

Keiner aber hätte es so nötig wie die Österreicher - oder die Schweizer. Beide haben bei den Männern bislang je eine Silbermedaille gewonnen, ansonsten aber, je nach landestypischer Bezeichnung für einen vierten Platz, nur "Blech" (Österreich) oder "Leder" (Schweiz).

Das Lazarett des ÖSV wächst

Die Österreicher erlitten am Mittwoch noch einen weiteren Rückschlag: Benjamin Raich zog sich im Mannschafts-Wettbewerb einen Kreuzbandriss zu, auch Marcel Hirscher fehlt verletzt. Zudem klagte Hannes Reichel nach dem Riesentorlauf-Training am Mittwoch über Knieschmerzen und fällt für den Riesenslalom aus.

Und die Schweizer? Carlo Janka, Titelverteidiger und Olympiasieger, leidet an Herzmuskelproblemen - wird aber starten. Ebenso Didier Cuche, der sich den Daumen gebrochen hat. Janka und Cuche, zwei echte Kerle. Aber das sind andere auch.

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