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Maria Riesch holte bei den Olympischen Spielen in Whistler zwei Goldmedaillen © getty

Das Riesenslalom-Trio geht bei der WM leer aus. Riesch findet nach ihrem Ausscheiden schnell Trost, Hölzl stellt die Ski in die Ecke.

Aus Garmisch-Partenkirchen berichtet Andreas Kloo

Garmisch-Partenkirchen - Ein bisschen neidisch blickte Maria Riesch zur Siegerehrung, als die Slowenin Tina Maze gerade ihren Weltmeisterstrauß entgegennahm.

"Aber dann sind mir die zwei Medaillen eingefallen, die ich schon habe", erzählte sie nach ihrem Aus im Zweiten Durchgang des WM-Riesenslaloms. Und schon lächelte sie wieder ein wenig.

Zuvor war sie als Vierte nach dem ersten Lauf mit sehr guter Zwischenzeit ausgeschieden. Danach blieb sie erst einmal traurig im Schnee sitzen.

Schließlich kam DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier heran und legte ihr tröstend den Arm um die Schulter.

"Besser, alles zu riskieren"

"Natürlich war ich enttäuscht und traurig. Ich habe gemerkt, dass ich schnell unterwegs bin", schilderte die Lokalmatadorin ihre Gefühlslage nach dem Aussscheiden.

"Aber es ist besser, alles zu riskieren als Vierte oder Fünfte zu werden", fügte Riesch trotzig hinzu. (STATISTIK: Der Medaillenspiegel)

Ihr großes Risiko wurde allerdings passenderweise im Streckenabschnitt "Hölle" bestraft, als sie auf dem Innenski wegrutschte.

"Das Leben ist kein Wunschkonzert"

Mit dem von Riesch angesprochenen fünften Platz musste sich dagegen Viktoria Rebensburg abfinden. 353152(Bilder)

"Ich bin schon sehr verärgert. Natürlich wollte ich eine Medaille, aber das Leben ist kein Wunschkonzert", zeigte sich Rebensburg nach dem Rennen enttäuscht.

An ihrer einwöchigen Erkrankung habe es aber nicht gelegen, dass es nicht zu Edelmetall reichte. "Das war kein Problem mehr", stellte sie klar.

[kaltura id="0_941bhywn" class="full_size" title="Entt uschung im deutschen Lager"]

Vielemehr sei ihr "der untere Teil nicht so gut gelungen."

"Aber ich will jetzt nicht nach den Zehntelsekunden suchen", wischte die 21-Jährige Fragen nach den entscheidenden Fehlern beiseite. "Ich muss das abhaken."

Rebensburgs Blick richtete sich nach der Enttäuschung bereits wieder Richtung Zukunft. "Ich will nun wenigstens die kleine Kristallkugel im Weltcup gewinne", nahm sie sich vor.

Und noch etwas nahm sie mit für die nächste Zeit. "Ich habe hier viel gelernt", ist sich die Oberbayerin sicher. "Zum Beispiel mit der Favoritenrolle umzugehen." 347148(DIASHOW: Deutsche Sternstunden bei der Ski-WM)

Als Olympiasiegerin und Siegerin zweier Weltcup-Rennen gehörte Rebensburg vor dem Bewerb zu den heißen Medaillenkandidaten.

Weitere Chance im Slalom

Auch Riesch versuchte dem Ausscheiden Positives abzugewinnen. "Ich weiß nun, dass ich auch im Riesenslalom schnell sein kann. Irgendwann wird's schon aufgehen", bilanzierte die 26-Jährige.

Rieschs nähere Zukunft ist aber erst einmal der Spezialslalom am Samstag (ab 9.45 Uhr im LIVE-TICKER). Dort will sie ihre letzte Chance auf das Heim-Gold wahrnehmen. "Für den Slalom bin ich so oder so motiviert."

Größeren Druck durch das Aus im Riesenslalom spürt sie keinen. (SERVICE: Der WM-Zeitplan)

"Dieses ganze Gerede mit dem Druck kann ich nicht verstehen. Bei mir war der Druck schon nach der Medaille im Super-G weg", stellte sie klar.

Hölzl beendet Saison

Druck hatte sich auch Kathrin Hölzl gemacht. "Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt fahren soll. Ich hab es dann für die Zuschauer gemacht", berichtete Hölzl im Zielraum unter Schmerzen.

Danach war ihr klar: Es macht keinen Sinn mehr.

Hölzl trat zum zweiten Durchgang nicht mehr an und erklärte ihre Saison wegen der anhaltenden Rückenprobleme für beendet.

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