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Christina Geiger gewann bei der Junioren-WM 2010 die Goldmedaille im Slalom © imago

Christina Geiger gehört zu den DSV-Hoffnungen. Bei SPORT1 spricht sie über das Gefühl Heim-WM und Trainings mit Maria Riesch.

Aus Garmisch-Partenkirchen berichtet Andreas Kloo

Fast alles konzentrierte sich bislang bei der WM in Garmisch-Partenkirchen auf Maria Riesch.

Doch im Slalom hat der DSV auch noch vier andere vielversprechende Läuferinnen am Start. Zu ihnen zählt auch Christina Geiger.

Die 21-Jährige Allgäuerin gehört spätestens seit ihrem Triumph bei der Junioren-WM 2010 zu den größten deutschen Ski-Talenten.

Im Interview merkt man ihr an, wie sehr sie dem Rennen am Samstag (ab 9.45 Uhr im LIVE-TICKER) schon entgegenfiebert.

"Das wird bestimmt ein super Gefühl", ist sie sich sicher.

Außerdem spricht sie über die Kritik von Sportdirektor Wolfgang Maier, Trainingseinheiten mit Maria Riesch und erklärt, warum ihr der Gudiberg liegt.

SPORT1: Sie haben am Samstag Ihren ersten und einzigen Auftritt in Garmisch. Haben Sie dennoch schon etwas von der WM-Stimmung mitbekommen?

Christina Geiger: Ja, wir waren bei der Eröffnungsfeier mit dabei. Und beim Riesenslalom haben wir die Kolleginnen angefeuert. Das gibt schon noch mal einen Kick. Und ich denke, am Samstag am Gudiberg wird sogar noch mehr los sein, weil Wochenende ist. Das wird bestimmt ein super Gefühl, da runter zu fahren.

SPORT1: Sie haben in den letzten Tagen im oberen Teil der schwierigen Herren-Abfahrt trainiert? Warum gerade auf diesem Hang?

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Geiger: Wir haben am Tröglhang trainiert. Der ist vergleichbar mit dem Gudiberg, wahrscheinlich sogar noch etwas steiler und vom Schnee her ähnlich hart.

SPORT1: Haben Sie sich eine Medaille fest zum Ziel gesetzt?

Geiger: Ja klar, nicht nur weil es eine Heim-WM ist. Bei einer WM muss eine Medaille das Ziel sein. Ich weiß, dass ich dafür zwei perfekte Läufe brauche. Aber ich habe in dieser Saison schon bewiesen, dass ich aufs Podium fahren kann (SERVICE: Der WM-Zeitplan).

SPORT1: Genau, am Semmering waren Sie Dritte. Warum lief es danach nicht mehr so gut?

Geiger: Ich bin vorm Rennen am Semmering schon zweimal ausgeschieden. Dann dachte ich, dass mit dem dritten Platz der Knoten geplatzt sei. Doch danach bin ich wieder ein paar Mal ausgeschieden. Es liegt aber nicht am Skifahrerischen, es ist eher eine Kopfsache.

SPORT1: Was haben Sie gemacht, um dieses Kopfproblem in den Griff zu bekommen?

Geiger: Ich habe versucht, mir wieder Rennsicherheit zu holen. Bei einem Europacup-Rennen und zwei FIS-Rennen ist mir das ganz gut gelungen.

SPORT1: Wolfgang Maier hat Sie und ihre Kolleginnen mit Ausnahme von Maria Riesch nach dem schwachen Abschneiden im letzten Weltcup-Rennen vor der WM hart kritisiert. Fanden Sie diese Kritik gerechtfertigt?

Geiger: Ja, er hatte schon mit einigen Dingen recht. Wir haben uns die Kritik angehört, uns zu Herzen genommen und versuchen es in Zukunft besser zu machen.

SPORT1: Wolfgang Maier hat auch angedroht, nicht alle fünf Startplätze bei der WM zu besetzen. Hatten Sie da Angst um Ihr WM-Ticket?

Geiger: Ja, ich habe schon ein wenig gezweifelt. Aber dann habe ich in den Trainings mein Bestes gegeben, um es zu packen. Nun hat es geklappt und ich bin glücklich.

SPORT1: Beim gesamten Team schien es zuletzt wieder aufwärts zu gehen. Sie waren beim FIS-Rennen in Bad Wiessee beispielsweise Zweite. Wie erklären Sie sich das?

Geiger: Das liegt vor allem daran, dass bei einem FIS-Rennen weniger Druck auf einem lastet als bei einem Weltcup-Rennen. Aber es lief in der Tat gut und geht hoffentlich so weiter.

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SPORT1: Sie sind erst 21, erleben aber schon Ihr zweites Großereignis. In Vancouver 2010 waren Sie auch schon am Start. Allerdings wurden sie da nur 14. Machen Sie in der Vorbereitung auf das große Rennen diesmal irgendetwas anders?

Geiger: Nein, groß ändern werde ich nichts. In Vancouver, das war einfach nicht mein Tag. Ich habe mich kurz vorher am Daumen verletzt. Und der Berg lag mir auch nicht.

SPORT1: Liegt Ihnen denn der Gudiberg?

Geiger: Ja, steileres Gelände liegt mir besser. Und die Piste ist auch in gutem Zustand.

SPORT1: Welche Erfahrungen haben Sie denn bislang am Gudiberg gemacht?

Geiger: Ich bin dort im letzten Jahr beim Weltcup-Finale gefahren, auch die Junioren-WM 2009 fanden dort statt. Außerdem habe ich da zahlreiche FIS-Rennen bestritten.

SPORT1: Man kann also von eine Heimvorteil sprechen?

Geiger: Auf jeden Fall. Dazu kommt, dass wir dort Anfang des Jahres sehr gut trainiert haben 347148(DIASHOW: Deutsche Sternstunden bei der Ski-WM) .

SPORT1: Wolfgang Maier hat auch kritisiert, Sie würden sich hinter den Erfolgen von Maria Riesch ausruhen. Ist es tatsächlich ein Nachteil, dass sich alles auf Maria Riesch konzentriert?

Geiger: Nein, das sehe ich nicht so. Sicher, Maria ist fast in allen Rennen vorne dabei. Aber für mich ist das eher ein Ansporn, wenn ich sehe, dass ich im Training mithalten kann.

SPORT1: Sind denn auch die beiden Medaillen, die Maria Riesch hier bereits geholt hat, eine Motivation, es ihr gleichzutun?

Geiger: Auf jeden Fall. Vor heimischer Kulisse zu fahren, wenn Familie und Freunde zuschauen, das ist für mich der größte Ansporn (STATISTIK: Der Medaillenspiegel).

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