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Ted Ligety führt den Disziplinen-Weltcup im Riesenslalom in dieser Saison an © getty

Während Neureuther im WM-Riesenslalom enttäuscht, fährt Dopfer in die Top 15. Ted Ligety fährt vom vierten Platz zum Titel.

Garmisch-Partenkirchen - Er ist der beste Kumpel von Felix Neureuther - und wenigstens Ted Ligety hat schon mal die Grundlage für die geplante gemeinsame Feier zum Abschluss der alpinen Ski-Welmeisterschaften gelegt.

In einem wilden, spannenden Riesenslalom (353551Bilder) auf der "Kandahar" gewann der Amerikaner nach fünf Jahren das zweite Gold seiner Karriere.

"Ich fühle mich so glücklich", sagte der 26-Jährige fast schon demütig.

Nur Vierter war der beste Riesenslalom-Fahrer der Saison nach dem ersten Lauf gewesen, am Ende durfte er den zweiten großen Erfolg nach seinem Olympiasieg 2006 in der Kombination feiern.

Felix Neureuther muss auf den Slalom am Sonntag hoffen.

Ligetys Lauf "nicht perfekt"

Es war ein wildes Rodeo auf der "Kandahar". Ligety ging im zweiten Lauf an die Grenzen der Physik, im Ziel lag er zunächst mit Bestzeit vorne - doch drei Läufer standen noch oben.

"Das war total nervenzerfetzend, ich dachte, ich hab es verloren, weil mein Lauf nicht perfekt war", sagte der Amerikaner.

Doch die drei Erstplatzierten nach dem ersten Durchgang kamen alle nicht an ihm vorbei.

Umjubelte Bronzemedaille für ÖSV

Der führende Kombi-Weltmeister Aksel Lund Svindal aus Norwegen fiel auf Platz vier zurück, der drittplatzierte Kroate Ivica Kostelic auf Platz 13.

Philipp Schörghofer, zunächst Zweiter, rettete den Österreichern hinter Teamweltmeister Cyprien Richard aus Frankreich eine umjubelte Bronzemedaille. Auf Rang sieben landete Titelverteidiger und Olympiasieger Carlo Janka (Schweiz).

Neureuther fürs Publikum

Und Felix Neureuther? War erstaunlicherweise der schlechteste von drei Deutschen, er belegte Rang 34, weit hinter Fritz Dopfer auf Rang 15 und Stefan Luitz auf Rang 28 (SERVICE: Der WM-Zeitplan).

Neureuther hatte alle Chancen schon im ersten Lauf vergeben. Der Lokalmatador war prächtig unterwegs, kam nach einem Fehler an der Ausfahrt des Freien Falls und damit an einer flachen Stelle aber fast zum Stehen.

"Da bin ich in eine Rille reingekommen und ausgerutscht. Das war natürlich genau der blödeste Zeitpunkt", sagte der 26-Jährige. Neureuther riss sich freilich zusammen, trat trotz großen Rückstand zum zweiten Durchgang an. Das Publikum dankte es ihm.

[kaltura id="0_941bhywn" class="full_size" title="Entt uschung im deutschen Lager"]

Dopfer "ein bisschen" enttäuscht

Auf und nieder wie auf einer Achterbahn ging es auch für Fritz Dopfer und Stefan Luitz. Beide, wohlgemerkt, hatten die WM-Norm nicht erfüllt, Luitz, mit 18 Jahren der jüngste Starter im Feld, war überhaupt erst einmal im Weltcup an den Start gegangen.

"Es ist völlig im Rahmen, und deshalb völlig in Ordnung", sagte Dopfer über Rang 15, doch sein Gesichtsausdruck verriet, dass er mit der immerhin besten Riesenslalom-Platzierung nicht zufrieden war.

Im ersten Lauf hatte er sich bereits auf Rang 13 nach vorne gekämpft, im zweiten aber lief es nicht mehr ganz so gut 347148(DIASHOW: Deutsche Sternstunden bei der Ski-WM).

"Es ist schon ein bisschen enttäuschend, wenn man ins Ziel kommt und sieht nicht die Eins aufleuchten", sagte er.

"Es passt schon" für Luitz

Nicht minder bemerkenswert war der unbekümmerte Auftritt von Stefan Luitz. Dass der junge Allgäuer, dessen Vater Ludwig kurioserweise als Servicemann die Skier für die deutsche Mannschaft herrichtet, Ski fahren kann, war schon seit dem vergangenen Jahr bekannt:

Da gewann Luitz bei der Junioren-WM überraschend Silber - im Riesenslalom.

Auf der "Kanadahar" sorgte er zunächst im ersten Lauf mit der fünftbesten Zwischenzeit für Verblüffung, beim Versuch, sich von Rang 17 zu verbessern, war er erneute hervorragend unterwegs, patzte dann aber - im Flachstück: "Am Anfang war das schon etwas enttäuschend", sagte Luitz, "aber es passt schon."

"Hut ab" für Ligety

Wie nahezu die gesamte Konkurrenz verneigten sich Dopfer und Luitz vor Sieger Ligety, der mit der Empfehlung von drei Saisonsiegen im Riesenslalom nach Garmisch-Partenkirchen gekommen war.

"Hut ab", sagte Dopfer - "Er hat es sich verdient", sagte auch der drittplatzierte Schörghofer, der mindestens so glücklich war wie der neue Weltmeister, nachdem er sich zwei Wochen vor der WM noch nicht mal qualifiziert hatte.

Schörghofer war im Riesenslalom die letzte Hoffnung für die von Verletzungen gebeutelten Österreicher - die nun noch immer kein Männer-Gold haben, aber das war diesmal egal.

"Diese Medaille", sagte ÖSV-Alpindirektor Hans Pum, "strahlt anders." Nicht wie Bronze. Wie Gold (STATISTIK: Der Medaillenspiegel).

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