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Felix Neureuther feierte in seiner Karriere bislang zwei Weltcupsiege © getty

Felix Neureuther verspricht vor dem WM-Auftritt an seinem Gudiberg Großtaten. Ein "WM-Boykott" könnte sich für ihn lohnen.

Aus Garmisch-Partenkirchen berichtet Andreas Kloo

"Am Sonntag wird ein anderer Felix am Start stehen als in der bisherigen Saison."

Felix Neureuther verspricht viel vor dem WM-Slalom auf seinem Gudiberg am Sonntag (ab 9.45 Uhr im LIVE-TICKER). Auch vom enttäuschenden 34. Platz im Riesenslalom lässt er sich sein Selbstbewusstsein nicht nehmen (353551Bilder).

Schließlich steht das bislang wichtigste Rennen seiner Karriere an.

Fünf Jahre Vorfreude

"Da bin ich schon seit fünf Jahren heiß drauf - auf diesen einen Moment, dort dann am Start zu stehen", beschreibt er seine langgehegte Vorfreude mit leuchtenden Augen.

"Das ist mit Sicherheit das Größte und Schönste, was einem Sportler in seiner Karriere passieren kann. Wenn man in seinem eigenen Land, in seiner eigenen Stadt eine Weltmeisterschaft erleben darf", führt Neureuther weiter aus.

Wie für Becker Wimbledon

Aber für den deutschen Slalom-Star ist es mehr als nur eine Heim-WM. Es ist ein Rennen auf seinem Berg, dem Gudiberg.

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Der knapp 200 Meter lange Hügel in der Nähe des Olympia-Skistadions ist für Neureuther das, was für Boris Becker Wimbledon war, sein Wohnzimmer.

Bereits im Alter von drei Jahren fuhr er dort mit Skiern. Man sieht sogar das Neureuther-Haus vom Berg aus.

Sieg bei Generalprobe

"Ich kenne jeden Torrichter mit Vornamen, ich bin den Berg so oft herunter gefahren wie sonst kein anderer", erklärt der 26-Jährige seinen Heimvorteil.

Im letzten Jahr bei der WM-Generalprobe hat Neureuther diesen Heimvorteil bestens genützt und in Garmisch seinen zweiten Weltcupsieg gefeiert.

Dopfer rechnet mit Neureuther

Das ist ihm auch diesmal zuzutrauen - zumindest wenn es nach Teamkollege Fritz Dopfer geht:

"Der Felix wird sein Ding durchziehen. Der ist ein ganz heißer Medaillenkandidat."

[kaltura id="0_s2yntt67" class="full_size" title="Neureuthers Priorit t liegt auf Sonntag"]

Keine Podest-Platzierung 2010/11

Auch Neureuther selbst rechnet sich zu den Kandidaten: "Ich gehöre sicher zu den Favoriten auf eine Medaille, ich habe dort letztes Jahr gewonnen", stellt er klar (SERVICE: Der WM-Zeitplan).

In der bisherigen Weltcup-Saison kam der Sohn von Christian Neureuther und Rosi Mittermaier zwar nie über Rang sechs hinaus. Aber er sieht sich bereit für mehr, nicht nur wegen des Heimvorteils (STATISTIK: Der Medaillenspiegel).

Wichtige Trainingswoche

Anstatt sich in der 1. WM-Woche die Rennen der Speed-Kollegen anzuschauen, ging Neureuther auf der Reiteralm trainieren.

"Das war die wichtigste Woche meiner ganzen Karriere", sagt er über diese Tage. "Da ist wirklich etwas vorwärtsgegangen."

Starke Konkurrenz

So selbstbewusst wie Neureuther auftritt, glaubt man wirklich, ihn könne am Sonntag nichts aufhalten 347148(DIASHOW: Deutsche Sternstunden bei der Ski-WM).

Doch er schränkt selbst ein: "Zu sicher darf man sich nicht sein. Dafür sind zu viel gute Slalom-Fahrer am Start. Bei den Herren können meiner Meinung nach 30 Jungs eine Medaille gewinnen. Das ist extrem von der Tagesform abhängig."

Gegen Druck gewappnet

Darüber hinaus wird der Druck auf Neureuther enorm sein. 10.000 Zuschauer wollen ihn siegen sehen.

DSV-Sportdirektor Wolfgang Maier bereitet diese Situation aber keine Sorgen: "Mit Druck kann er umgehen, er konnte ja auch über die Jahre mit dem prominenten Namen Neureuther umgehen. Es ist für ihn nicht einfach gewesen. Insofern ist er gegen Druck bei der WM gewappnet", ist sich Maier in der "tz" sicher.

Jetzt muss Neureuther nur noch beweisen, dass sein Sportdirektor Recht hat.

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