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Maria Riesch gewann bei Olympia 2010 Gold in Slalom und Super-Kombination © getty

Für Riesch gibt es bei der Heim-WM zweimal Bronze, zum Titel reicht es nicht. Die anderen DSV-Läuferinnen enttäuschen vollends.

Garmisch-Partenkirchen - Maria Riesch schaute eher sauertöpfisch drein.

Zweimal Bronze, immerhin, aber kein Gold - nein, das entprach dann doch nicht ihren Vorstellungen.

Die Hauptdarstellerinnen der "Festspiele im Schnee" waren zwei Österreicherinnen, am Anfang Elisabeth Görgl, am Ende dann Marlies Schild, an die Maria Riesch am Samstag ihren Titel im Slalom verlor.

"Mein großes Ziel, meinen großen Traum, Weltmeisterin bei der Heim-WM zu werden, habe ich nicht erreicht", sagte die Doppel-Olympiasiegerin ehrlich. Sie legte allerdings Wert auf die Feststellung: "Eine totale Pleite war es auch nicht."

Nach Bronze im Super-G, der Schwächung durch einen Grippevirus, Rang elf in der Super-Kombination, Bronze in der Abfahrt sowie dem Ausfall im Riesenslalom hatte sich Maria Riesch einen "super Abschluss erhofft".

Riesch als beste Nicht-Spezialistin

Zumindest eine dritte Bronzemedaille war auch greifbar - die Titelverteidigerin aber fuhr im Slalom nur auf Rang vier.

"Der vierte Platz ist ein bisschen undankbar", sagte Maria Riesch und verwies trotzig darauf, dass vor ihr nur die Slalom-Spezialistinnen Schild, Kathrin Zettel (Österreich) und Maria Pietilä-Holmner (Schweden) lagen 347148(DIASHOW: Deutsche Sternstunden bei der Ski-WM).

Schild gewann das erste Gold ihrer Karriere.

Großer Rückstand auf Bronze

Wie in all ihren Rennen in Garmisch-Partenkirchen musste sich Maria Riesch auch im Slalom nicht vorwerfen lassen, nicht alles versucht zu haben.

Nach Rang fünf in einem verhaltenen, fast verschlafenen ersten Durchgang ritt sie auf dem Gudiberg die letzte Attacke.

Kurz vor dem Start hatte sie noch ihre geliebten Slalom-Skier mit der Nummer 14 gegen die Bretter mit der Nummer 355 eintauschen müssen, sie flog dennoch zunächst über den Kurs, aber auf halber Strecke auch fast raus. Im Ziel kam sie mit Bestzeit an, doch die hielt nicht lange.

Am Ende fehlten immerhin 0,69 Sekunden zu Bronze, knapp war es nicht.

"Die Krönung edr Slalom-Königin"

Der Sieg von Marlies Schild war eine logische Entwicklung der vergangenen Jahre, in denen die Österreicherin im Slalom alles gewonnen hatte - nur eben kein Gold.

"Es war die längst überfällige Krönung der Slalom-Königin", rief der Reporter des österreichischen Fernsehens in sein Mikrofon.

Als Maria Riesch bei der WM 2009 Gold gewann, war Marlies Schild verletzt, als Riesch bei Olympia Gold gewann, wurde Schild Zweite. Schon acht Mal hatte die Österreicherin bei Großveranstaltungen Silber oder Bronze gewonnen, Gold gab es nur bei der WM 2007 mit der Mannschaft.

Ein Einzel-Titel, der ganz große Sieg, er fehlte.

Freud und Leid bei Schild

Während Maria Riesch nach ihrem letzten Rennen bei der Heim-WM haderte, flossen bei Marlies Schild die Tränen der Freude und der Rührung.

"Ich kann es noch gar nicht glauben, ich bin überglücklich. Wahnsinn", sagte die 29-jährige Österreicherin, die ihrem Ruf als beste Slalom-Fahrerin der Welt ausgerechnet im "Wohnzimmer" der Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Maria Riesch gerecht wurde.

Aufgewühlt war sie nicht zuletzt deshalb, weil ihr Freund Benjamin Raich im Team-Wettbewerb einen Kreuzbandriss erlitten hatte.

"Die Verletzung von Benni, ich jetzt Gold - das passt alles nicht so zusammen", sagte Schild.

[kaltura id="0_941bhywn" class="full_size" title="Entt uschung im deutschen Lager"]

Chmelar auf Platz 15

Die Geschichte der anderen deutschen Läuferinnen ist schnell erzählt.

Es passierte, wovor DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier schon zu Saisonbeginn ganz vorsichtig und vor zwei Wochen noch einmal deutlich vernehmbar gewarnt hatte: Die lange Zeit beste Slalom-Mannschaft zeigte Auflösungserscheinungen.

Susanne Riesch schied beinahe schon erwartungsgemäß im zweiten Lauf aus, Fanny Chmelar (Partenkirchen) belegte Rang 15, Katharina Dürr (Germering) Rang 23, Christina Geiger (Oberstdorf) wurde nach dem ersten Lauf disqualifiziert.

"Das hat sich abgezeichnet", sagte Maier.

"Waren nicht gut genug"

Ausgerechnet in den beiden Disziplinen mit den größten Chancen auf eine Medaille gingen die deutschen Damen somit leer aus.

"Gerade im Riesenslalom und Slalom haben wir uns mehr erwartet. Das müssen wir erst einmal verarbeiten und wegstecken", sagte Maier.

Maria Riesch wurde Vierte im Slalom, Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg Fünfte im Riesenslalom, "wir waren schon in Schlagdistanz", betonte der Sportdirektor, aber beschönigen wollte er nichts: "Wir waren an den beiden Tagen einfach nicht gut genug, um die Medaillen zu holen, egal, ob es vorher Probleme wegen einer Grippe gab oder der Rücken geschmerzt hat."

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