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Felix Neureuther hat bisher zwei Weltcup-Rennen im Slalom gewonnen © getty

Wenige Tage nach der verpatzten Heim-WM fährt Neureuther die besten Saisonergebnisse ein. Von Wiedergutmachung will er nicht sprechen.

Bansko/München - Die erdrückende Last der WM vor der eigenen Haustür ist weg - und Felix Neureuther wieder ein Ski-Rennläufer von Weltklasse-Format.

Nur eine Woche nach dem für ihn depremierenden WM-Slalom in Garmisch-Partenkirchen erreichte der 26-Jährige bei den Weltcup-Wettbewerben im bulagrischen Bansko prompt seine beste Resulate in diesem Winter.

Einem völlig unerwarteten zweiten Rang in der Super-Kombination, wo der Südtiroler Christof Innerhofer nur um eine Hunderdstel schneller war, ließ Neureuther beim Sieg des Österreichers Mario Matt einen vierten Rang im Spezialslalom am Sonntag folgen.

Keine Wiedergutmachung für miserable WM

"Es ist der Wahnsinn, wenn man sieht, was man drauf hätte, und deshalb ist es umso bitterer, dass es an diesem einen Tag bei der WM nicht geklappt hat", sagte Neureuther nach seinen Befreiungsschlägen im fernen Bulgarien.

"Diese zwei Ergebnisse", ergänzte er, "können die WM aber auch nicht wettmachen, da muss schon noch mehr passieren. Aber sie sind auf alle Fälle Motivation für die kommenden Rennen."

Beim WM-Slalom in Garmisch-Partenkirchen, auf den er fünf Jahre lang hingefiebert hatte, war Neureuther im ersten Lauf nur auf Rang 21 gelandet, im zweiten dann ausgeschieden (DATENCENTER: Ergebnisse und Termine).

Starkes Rennen von Dopfer

In seiner Spezialdisziplin fehlten Neureuther zu einer weiteren Fahrt aufs "Stockerl" 0,35 Sekunden.

Ex-Weltmeister Matt gelang sein erster Weltcup-Sieg seit zwei Jahren vor Landsmann Reinfried Herbst und Weltmeister Jean-Baptiste Grange aus Frankreich, Fritz Dopfer (Garmisch) fuhr mit der hohen Startnummer 53 auf einen guten 16. Rang.

Für Neureuther wäre am Sonntag sogar noch mehr drin gewesen, doch der erste Durchgang nach dem er Rang zehn belegt hatte, war so gar nicht nach seinem Geschmack gewesen, "und außerdem war ich nach der Super-Kombination nicht mehr ganz so frisch."

"Ich habe ja nicht mal einen Abfahrtsanzug an"

Nach seinem zweiten Rang im Kombi-Slalom hatte sich Neureuther danach noch entgegen seinen Plänen in den nachfolgenden Kombi-Super-G gestürzt und nur um 0,01 Sekunden eine echte Sensation verpasst.

Erst einmal war es einem Deutschen gelungen, eine Kombination im Weltcup zu gewinnen, fast auf den Tag genau 25 Jahre zuvor hatte der spätere Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier in Morzine in Frankreich gewonnen.

Neureuther war auch so ausreichend verblüfft: "Ich bin zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren auf langen Skiern gestanden, ich habe ja nicht mal einen Abfahrtsanzug an", sagte er ungläubig.

Innerhofer hält Top-Form

Noch mehr aber freute ihn, dass er sich endlich wieder wie ein Rennläufer vorkam, der Spaß an seinem Beruf hat.

"Keine Beine aus Stahl mehr", berichtete er nach der Super-Kombi und ergänzte: "Der Druck in Garmisch war zu extrem, ich habe es aber auch zu sehr an mich herangelassen. Ich konnte dort nicht so frei fahren, wie ich das jetzt gezeigt habe."

Sieger Innerhofer dagegen machte in Bansko dort weiter, wo er bei der WM aufgehört hatte: Gold (Super-G), Silber (Super-Kombi) und Bronze (Abfahrt) gewann der Südtiroler in "GAP".

Im Gesamtweltcup führt weiter der Kroate Ivica Kostelic mit praktisch uneinholbaren 569 Punkten Vorsrpung vor Didier Cuche aus der Schweiz. In der Slalom-Wertung liegt Kostelic noch 36 Punkte vor Grange.

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