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Maria Riesch holte bei Olympia 2010 in Vancouver zwei Mal Gold © AFP

Nächster Hieb für Riesch: Vonn siegt in Tarvisio, holt die Disziplin-Wertung im Super-G - und rückt auch im Gesamtweltcup näher.

Tarvisio/München - Auf der Zielgeraden einer langen Saison spürt Maria Riesch plötzlich zunehmend den heißen Atem von Verfolgerin Lindsey Vonn im Nacken.

Sechs Rennen sind im alpinen Ski-Weltcup noch zu absolvieren, doch unter der Sonne im italienischen Tarvisio schmolz der ehemals beruhigende Vorsprung der deutschen Doppel-Olympiasiegerin auf die Freundin und Rivalin von 196 Punkten auf 96 Zähler zusammen.

Drei Kristallkugeln räumte die Amerikanerin am Wochenende schon ab - nacheinander gewann sie die Disziplin-Wertungen in der Super-Kombi, in der Abfahrt und im Super-G (DATENCENTER: Ergebnisse und Termine).

"Schon einkalkuliert"

Maria Riesch, die von Freitag bis Sonntag die Plätze drei, sechs und drei belegte, reagiert mit gelassenen Äußerungen:

"Dass ich Punkte verliere an diesem Wochenende, habe ich schon einkalkuliert. Jetzt kommen aber noch zwei Speed-Rennen und vier technische Wettbewerbe, und deswegen lasse ich mich nicht aus der Ruhe bringen."

In der Tat geht es am kommenden Wochenende zu einem Riesenslalom und einem Slalom ins tschechische Spindlermühle, danach sind beim Weltcup-Finale in Lenzerheide (16. bis 20. März) Abfahrt, Super-G Slalom und Riesenslalom zu fahren. Vorteil Riesch im Kampf um die große Kugel.

Rückenwind für Vonn

Aber: Zweite, Zweite und am Sonntag im Super-G zum achten Mal in diesem Winter Erste - Lindsey Vonn ist mit Rückenwind auf die Zielgerade eingebogen.

"Dieses Wochenende war einfach unglaublich. Drei Rennen, drei Kugeln, es könnte nicht besser sein", sagte die Titelverteidigerin im Gesamtweltcup.

Mittlerweile hat sie neun kleine Kristallkugeln gewonnen, und den Zweikampf um ihre vierte große nacheinander will sie nicht aufgeben: "Ich bin wieder näher dran. Es ist noch alles möglich, und ich werde auf jeden Fall alles geben." Eine Chance hat sie aber vor allem dann, wenn Maria Riesch nachhaltig patzt.

"Auf keinen Fall unzufrieden"

Am Sonntag war es schon beinahe so weit: Im Super-G, den sie erst mit der Startnummer 22 aufnahm und damit etwa zehn Minuten nach Lindsey Vonn, wäre die Deutsche beinahe nicht ins Ziel gekommen.

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Deshalb war sie mit Rang drei hinter Vonn und Julia Mancuso (USA) "auf keinen Fall unzufrieden. Ich hatte Glück, ich hätte ja auch stürzen können", sagte Riesch.

In der Abfahrt tags zuvor war sie in der Tat zu Boden gegangen, aber erst nach der Zieldurchfahrt. Den sechsten Rang beim Sieg von Anja Pärson (Schweden) vor Vonn und Weltmeisterin Elisabeth Görgl (Österreich) empfand sie freilich als "ärgerlich".

Ärger über Abfahrts-Patzer

Kugeln verloren, Punkte verloren - Maria Riesch, immerhin auch schon mit sechs Saisonsiegen und 16 Platzierungen auf dem Siegertreppchen, war nach dem Wochenende in Tarvisio zumindest nach außen die Ruhe in Person.

"Wenn man alle Rennen fährt, dann kann man nicht jedes Rennen perfekt fahren", sagte sie. Das war in der Abfahrt dennoch sehr unangenehm, denn nach einem Patzer im oberen Streckenabschnitt fehlten Maria Riesch am Ende nur 14 Hundertstel zu Rang drei.

"Ohne diesen Fehler hätte es wahrscheinlich zum Podium gereicht", wusste sie.

Pärson beendet Erfolgsserie

Bemerkenswert am Rande: In Tarvisio beendet Anja Pärson mit ihrem 42. Weltcup-Sieg die bemerkenswerte Erfolgsserie von Maria Riesch und Lindsey Vonn in der Königsdisziplin - die vorangegangenen 15 Weltcup-Abfahrten hatte stets eine der beiden Freundinnen gewonnen.

Riesenslalom-Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg egalisierte am Sonntag mit Rang acht im Super-G das beste Ergebnis ihrer Karriere in dieser Disziplin.

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