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Maria Riesch ist erst die dritte Deutsche, die den Gesamtweltcup gewinnen konnte © getty

Mit ihrem Sieg im Gesamtweltcup ist Maria Riesch im Olymp des Skisports angekommen. Im Interview beschreibt sie ihre Emotionen.

Lenzerheide - Die erfreulcihe Nachricht erreichte Maria Riesch kurz nach dem Frühstück.

Die Rennabsage des Riesenslaloms in Lenzerheide bedeutete für die 26-Jährige den langersehnten Sieg im Gesamt-Weltcup. (DATENCENTER: Ergebnisse und Termine).

Ihr hauchdünner Vorsprung von drei Punkten gegenüber Lindsey Vonn, den sie sich am Vortag mit Platz vier im Slalom sicherte, bescherte der Olympiasiegerin den historischen Gesamtsieg.

Vor ihr konnten nur zwei DSV-Athletinnen die große Kugel gewinnen: Rosi Mittermaier und Katja Seizinger.

Im Interview spricht Gesamtweltcupsiegerin Riesch über ihre Reaktion nach der Rennabsage, Konkurrentin Lindsey Vonn und ihre weiteren Ziele.

Frage: "Maria Riesch, wie haben Sie von der Absage des letzten Saisonrennens erfahren, die ihnen letztlich zum Sieg im Gesamtweltcup verholfen hat?"

Maria Riesch: "Ich stand mit meinem Servicemann vor dem Hotel und habe die Skier eingeladen, um zur Hangbesichtigung zu fahren. Dann habe ich aus dem Haus Jubel gehört. Böhli meinte, es sei wohl abgesagt worden. Wir haben Tom Stauffer angefunkt, um zu erfahren, was ist. Der sagte: 'Ja, das Rennen ist abgesagt'."

Frage: "Was war Ihre erste Reaktion?"

Riesch: "Ich bin der Viki (Viktoria Rebensburg) um den Hals gefallen. Ich habe es erst gar nicht glauben können, dann war eine Riesenerleichterung da. Ich bin sonst nicht der Typ dafür, aber da ist die ganze Anspannung von mir abgefallen und ich habe die ein oder andere Träne verdrückt."

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Frage: "Welche Bedeutung hat die große Kristallkugel für Sie?"

Riesch: "Das ist das Größte überhaupt. In der öffentlichen Wahrnehmung mögen der Weltmeister-Titel und die Olympiasiege wichtiger sein, aber sportlich gibt es nichts, was diesen Stellenwert hat. Das ist der größte Traum, der für mich in Erfüllung geht. Es gab ja erst zwei Deutsche vor mir, die das geschafft haben. Ich bin wirklich stolz darauf."

Frage: "Drei Punkte lagen Sie letztlich vor ihrer Freundin Lindsey Vonn, die über die Absage gelinde gesagt enttäuscht war. Für Sie nachvollziehbar?"

Riesch: "Natürlich ist sie jetzt sauer, das ist ja auch bitter und man will das vielleicht auch zunächst nicht akzeptieren. Sie hätte es genauso verdient gehabt. Aber vielleicht ist es ein Trost für sie, dass sie die letzten drei Jahre gewonnen hat."

Frage: "Trübt es Ihren Erfolg, dass sie die Kugel am Ende kampflos gewonnen haben?"

Riesch: "Nein. Über den gesamten Winter gesehen war das nicht kampflos. Ich habe sie mir über die Saison, ja über viele Jahre erkämpft. Es war kein faires Rennen möglich und es sind ja auch in anderen Disziplinen Rennen ausgefallen - deshalb ist das in Ordnung. Dass es nach so vielen Rennen und Punkten so knapp reicht, hat auch mit Glück zu tun. Aber ich war oft nah dran. Dass es geklappt hat, ist ein so großes Glücksgefühl, das ich gar nicht beschreiben kann."

Frage: "Doppel-Olympiasiegerin, Weltmeisterin, Gesamtweltcup-Gewinnerin - was bleiben da noch für Ziele?"

Riesch: "Spaß haben am Skifahren. Und wenn man so einen Erfolg hat, für jedes harte Training auch im Sommer belohnt wird, ist die Motivation groß, das wieder zu erleben. Ich bin erst 26 Jahre alt und sehe keinen Grund, warum ich jetzt aufhören sollte."

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