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Lindsey Vonn (l.) hat bisher 41 , Maria Riesch (r.) 20 Weltcup-Siege gefeiert © imago

Zwischen den einst besten Freundinnen herrscht Eiszeit: Vonn wirft Riesch vor allem vor, "schlecht über mich geredet zu haben".

München - Abfahrts-Olympiasiegerin Lindsey Vonn hat sich erstmals zu ihrem Streit mit Gesamtweltcup-Gewinnerin Maria Riesch geäußert.

Dabei bestätigte sie den tiefen Riss in der Freundschaft der beiden Konkurrentinnen.

Sie habe nach dem ersten Slalom-Lauf beim Weltcup in Spindlermühle am 12. März aufgehört, mit Riesch zu sprechen, weil die Partenkirchnerin "eine Reihe von negativen Interviews" gegeben habe.

Außerdem habe fortwährend "schlecht über mich geredet", schrieb Vonn in einem Diskussionsbeitrag im sozialen Netzwerk "Facebook".

"Weiß nicht, wie es um Freundschaft steht"

"Ich bin wegen ihres Handelns sehr verletzt und weiß ehrlich gesagt nicht, wie es derzeit um unsere Freundschaft steht", ergänzte Vonn.

Dafür, dass sie Rieschs Hochzeit Mitte April trotz Einladung ferngeblieben war, machte die Amerikanerin ebenfalls Riesch verantwortlich.

"Ohne hier alle Details zu nennen: Ich habe mich entschieden, nicht hinzugehen, weil Maria und ihr Lager mir gegenüber immer feindlicher aufgetreten sind - persönlich und öffentlich."

Das habe sie Riesch auch in einem Brief mitgeteilt, und schrieb weiter: "Die Wahrheit ist: Mein Mann und ich fühlten uns nicht willkommen."

Vonn weist Vorwürfe zurück

Die 26-Jährige lobte Riesch als "außergewöhnliche Athletin" und betonte, dass die Doppel-Olympiasiegerin den knappen Sieg vor ihr im Gesamtweltcup "absolut verdient" habe.

Riesch hatte sich nach ihrem Sieg beim Weltcupfinale im Schweizer Lenzerheide beschwert, dass Vonn ihr nicht gratuliert habe.

Das wies Vonn nun zurück.

"Ich habe Maria persönlich zu all ihren Erfolgen ihrer Karriere gratuliert und der Gesamtweltcup bildet da keine Ausnahme. Ich habe ihr gratuliert, als ich sie auf dem Podium in Lenzerheide umarmt habe."

Regelwerk ist überdenkenswert

Sie habe niemals den Eindruck erweckt, dass Riesch den Titel nicht verdient gehabt, oder dass der Weltverband FIS ihr die Kristallkugel weggenommen habe, ergänzte Vonn.

Das Regelwerk, das keinen Ersatz für beim Finale ausgefallene Rennen erlaubt, sei jedoch überdenkenswert, meinte sie.

Riesch war der Titel zugefallen, weil sie bei der Absage des letzten Saisonrennens in Lenzerheide in der Gesamtwertung mit drei Punkten vor Vonn führte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Termine)

Sorge um Athletinnen

Vonn wies in ihrer langen Stellungnahme auch Kritik an ihrem Auftreten bei der WM in Garmisch-Partenkirchen zurück.

Die Pistenverhältnisse habe sie dort lediglich aus Sorge um die Sicherheit der Athletinnen kritisiert.

Dabei habe die FIS im Fokus ihrer Kritik gestanden, niemand sonst.

Vonn wünscht sich weniger Drama

Sie sei deshalb "sehr überrascht" über die negativen Reaktionen der deutschen Medien gewesen. Der Presse warf sie vor, "Boulevard-Mist" verbreitet zu haben.

In der kommenden Saison wünscht sich Vonn "etwas weniger Drama".

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