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In der letzten Saison gewann Maria Riesch die Weltcup-Wertung im Super-G © getty

Maria Riesch enttäuscht im Super-G von Lake Louise. Im Riesenslalom der Herren entscheidet eine am Ende Hundertstel Sekunde.

München - Top-Favoritin Lindsey Vonn verpatzte ihre Fahrt, doch Maria Riesch konnte die Gunst der Stunde nicht nutzen.

Die Partenkirchenerin stürzte zum Abschluss der Nordamerika-Rennen beim Weltcup-Super-G im kanadischen Lake Louise nach einem schweren Fahrfehler förmlich ab und belegte beim ersten Sieg der Italienerin Nadia Fanchini in ihrer Paradedisziplin nur den 24. Platz.

"Das ist schon ein bisschen ernüchternd", sagte sie.

Als die 24-Jährige bei anhaltendem Schneefall und schlechter Sicht mit Nummer 19 die erste Zwischenzeit passierte, lag sie sogar noch vor Nadia Fanchini, die bereits als Fünfte gestartet war.

Schwerer Patzer von Riesch

Doch noch im oberen Streckenabschnitt patzte Maria Riesch schwer und kam schließlich mit 1,64 Sekunden Verspätung auf die Siegerin (1:20,97 Minuten) ins Ziel.

Damit konnte sie auch nicht vom eher schwachen Abschneiden von Lindsey Vonn (USA/9.) profitieren.

Der Norweger Aksel Lund Svindal verpasste in Beaver Creek im US-Bundesstaat Colodaro nur knapp einen Hattrick.

Svindal verpasst dritten Sieg

Nach den Siegen in der Abfahrt und im Super-G (Svindals zweiter Streich) verfehlte er ein Jahr nach einem beinahe lebensgefährlichen Sturz im abschließenden Riesenslalom lediglich um eine Zehntelsekunde einen dritten Sieg und belegte Rang drei.

Der Österreicher Benjamin Raich gewann mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung vor Ted Ligety aus den USA. (Alle Wintersport-News)

Riesch: "Piste zu weich"

"Das waren heute nicht meine Bedingungen, die Piste war mir viel zu weich, und dann habe ich noch diesen Fehler gemacht", klagte Maria Riesch nach ihrer missglückten Fahrt.

Wegen der Schneefälle in Lake Louise hatte die zweite Abfahrt auf der Piste "Men's Olympic Downhill" am Samstag abgesagt werden müssen, der Super-G wurde mit einer halben Stunde Verspätung gestartet, um den Pistenkommandos noch Zeit zum Präparieren zu geben.

Die 22 Jahre alte Nadia Fanchini, am Freitag in der Abfahrt Zweite hinter Lindsey Vonn und vor Maria Riesch, konnte nach ihrer Fahrt fast seelenruhig mitansehen, wie eine Konkurrentin nach der anderen an ihrer Zeit scheiterte.

Vonn mäßig, Stechert übermütig

Am nächsten kamen ihr noch Andrea Fischbacher (Österreich) und Fabienne Suter (Schweiz) mit jeweils 0, 28 Sekunden Rückstand. Auch Lindsey Vonn lag nach einer für sie mäßigen Fahrt 0,60 Sekunden zurück.

Nicht wunschgemäß lief es auch für Gina Stechert (Oberstdorf), die in der Abfahrt am Freitag mit Rang vier überraschend ihr bestes Weltcup-Resultat erzielt hatte.

Mit der Startnummer 35 gestartet, lag die Allgäuerin bei der ersten Zwischenzeit sogar 0,21 Sekunden vor Nadia Fanchini, schied dann aber nach einem Fahrfehler aus.

Maria Riesch verpasste durch ihre schlechte Platzierung die große Chance, im Gesamtweltcup näher an Lindsey Vonn heranzurücken. Die Titelverteidigerin aus den USA behauptete mit 358 Punkten ihre Spitzenposition, ihre deutsche Freundin folgt mit 202 Punkten auf Rang drei.

Svindal Erster im Gesamt-Weltcup

Bei den Männer führt Svindal in der Gesamtwertung souverän vor Altmeister Hermann Maier (Österreich), der im Super-G am Samstag Rang zwei hinter dem Norweger belegt hatte.

Svindal war 2007 bereits Doppel-Weltmeister und Gesamtsieger im Weltcup, ehe ihn am 27. November des Jahres ein Trainingssturz in Beaver Creek im Wortsinn aus der Bahn warf.

Ein Ski bohrte sich dabei in seinen Oberschenkel und verfehlte die Arterie nur um Millimeter. Beim heftigen Einschlag ins Sicherheitsnetz zog sich Svindal außerdem mehrere Knochenbrüche im Gesicht zu, die Saison war gelaufen. Nach nur einem Jahr scheint er jetzt stark wie eh und je.

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