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Maria Riesch gewann in der Saison 2010/2011 den Gesamtweltcup im Ski-Alpin © getty

Die Doppel-Olympiasiegerin zeigt sich vor der kommenden Saison entspannt. Die Freundschaft mit Lindsay Vonn liegt weiter auf Eis.

Neuss - Alexander ist neun Jahre alt, und von Maria Höfl-Riesch wollte er vor allem eines wissen: "Wieviel verdienst du?"

Die Doppel-Olympiasiegerin konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, ehe sie dem Knirps einen guten Rat gab: "Wenn du ein guter Fußballer bist, solltest du lieber Fußball spielen."

Die kompletteste Skifahrerin der Welt war anlässlich eines Schulprojektes in die Neusser Skihalle gekommen, wo sie Schülern auf der Piste zusah und wertvolle Tipps gab.

Locker und gelöst war die 26-Jährige, sie weiß, dass sie niemandem mehr etwas beweisen muss: "Ich bin durch den Erfolg gelassener geworden."

"Der ganz große Druck ist weg"

Zwei olympische Goldmedaillen hat sie schon, in der vergangenen Saison kam der Gesamtweltcup hinzu, doch Motivationsprobleme sieht die 26-Jährige bei sich nicht: (DATENCENTER: Ergebnisse und Termine)

"Ich habe nach wie vor großen Spaß am Skifahren, aber der ganz große Druck ist weg. Egal, wie die nächsten Jahre laufen, was ich habe, habe ich, und das ist ein gutes Gefühl."

Dass sich Maria Höfl-Riesch nicht auf den Erfolgen der Vergangenheit ausruht, zeigt ihr strammes Vorbereitungsprogramm. Seit Mai stimmt sie sich mit täglichen Ausdauereinheiten auf den Weltcup ein, der am 22. Oktober auf dem Rettenbachferner in Sölden beginnt.

Fehlendes Großereignis sehr willkommen

Anfang August geht es für dreieinhalb Wochen zum Techniktraining nach Neuseeland, anschließend wird in Chile weitergearbeitet.

Ende September ist Höfl-Riesch dann zurück in Deutschland, um sich den letzten Feinschliff zu holen.

Dass im kommenden Winter kein Großereignis auf dem Programm steht, ist ihr sogar sehr willkommen: "Es tut nach Olympia und der Heim-WM auch mal gut, sich nur auf den Weltcup zu konzentrieren."

Maria Höfl-Riesch ist erfolgsorientiert wie eh und je, ihre Ziele verfolgt sie mit großem Ehrgeiz - auch deshalb, weil sie weiß, welches Glück es ist, das Hobby zum Beruf machen zu können: "Dafür bin ich jeden Tag dankbar. Das genieße ich, aber es treibt mich auch an."

Sotschi 2014 als Fernziel

Höfl-Riesch ist noch lange nicht satt, die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi sind das erklärte Fernziel der dann 29-Jährigen.

Bis dahin hofft die Ausnahmeathletin, seit April dieses Jahres mit ihrem Manager Marcus Höfl verheiratet, unter anderem auf eine weitere Olympiabewerbung aus München.

Zwar habe die Entscheidung, die Spiele 2018 ins südkoreanische Pyeongchang zu vergeben, allgemein für große Enttäuschung gesorgt, aber München müsse es unbedingt wieder versuchen. "Sich nicht nochmal zu bewerben, würde heißen, die ganze Arbeit aus dem Fenster zu werfen", sagte Höfl-Riesch.

Sie hatte aktiv an der Bewerbung mitgewirkt und war unter anderem bei der Präsentation in Durban mit dabei.

Teilnahme am "Buddy-Programm"

Anlass des Termins in der Neusser Skihalle war die Vorstellung eines speziellen "Buddy-Programms", in dem Schüler nicht nur lernen, sondern auch frühzeitig soziale und emotionale Kompetenz entwickeln, Verantwortung übernehmen und Konflikte lösen sollen.

Rückblickend auf ihre eigene Schulzeit hätte Höfl-Riesch auch gerne ein solches Programm gehabt.

"Gerade, weil ich aufgrund des Leistungssports oft gefehlt habe, hätte ich es sehr begrüßt. Zum Glück hatte ich eine Freundin, die mich immer mit den nötigen Unterlagen versorgt hat."

Kein Kontakt zu Vonn

Apropos Freundin: Zum Thema Lindsey Vonn wollte sich Höfl-Riesch nicht äußern: "Ich möchte dazu eigentlich nichts sagen. Wir haben keinen Kontakt, und alles ist so, wie es zum Ende der Saison war."

Vonn und Höfl-Riesch waren jahrelang eng befreundet, hatten sich am Ende der abgelaufenen Saison aber anscheinend zerstritten. Spätestens auf der Piste werden sich die beiden demnächst wieder treffen.

Was Maria Höfl-Riesch betrifft, mit viel Freude und Gelassenheit.

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