vergrößernverkleinern
Maria Riesch bejubelt in La Molina ihren ersten Saisonsieg © getty

Die Deutsche feiert ausgerechnet im Slalom ihren ersten Saisonsieg. In La Molina hängt Riesch ihre Freundin Lindsey Vonn ab.

La Molina - Mit zwei Traumläufen wie aus dem Ski-Lehrbuch hat Maria Riesch die Konkurrenz beim Slalom im spanischen La Molina deklassiert und ihren ersten Triumph im WM-Winter gefeiert.

Die 24 Jahre alte Partenkirchenerin fuhr ihre Rivalinnen bei ihrem siebten Weltcup-Sieg in Grund und Boden und hatte letztlich fast eineinhalb Sekunden Vorsprung auf ihre zweitplatzierte Freundin Lindsey Vonn.

Während Vonn Rang eins in der Gesamtwertung eroberte, machte Riesch Boden gut und kletterte auf Platz drei.

Riesch überstrahlte damit wie bereits beim Riesenslalom an gleicher Stelle als Zehnte die schwache deutsche Mannschaft. Beim Slalom betrieben Monika Bergmann aus Lam auf Rang 19 und Fanny Chmelar (Partenkirchen) als 22. Schadensbegrenzung.

Deutlich im Schatten von Riesch

Beide standen jedoch deutlich im Schatten von Riesch. Die ging nach dem Klasselauf im ersten Durchgang mit 0,89 Sekunden Vorsprung auf die spätere Dritte Kathrin Zettel (Österreich) ins Finale - und behielt dort bei schwierigsten Bedingungen die Nerven.

"Ich wollte mich nur auf meinen Lauf konzentrieren, das ist gelungen. Dass ich nach so langer Zeit wieder einen Slalom gewinne, ist der Wahnsinn", sagte die strahlende Siegerin: "Das letzte Mal ist ja ewig her."

Fast fünf Jahre, um genau zu sein. Am 29. Februar 2004 stand Riesch im finnischen Levi zuletzt bei einem Torlauf ganz oben auf dem Podest (Alle Wintersport-News).

"Maria ist ein Rennpferd"

"Es macht mich mächtig stolz, es endlich wieder einmal geschafft zu haben", betonte Riesch.

Cheftrainer Matthias Berthold war zufrieden mit seiner Besten: "Die Sicht war schlecht, der Lauf unrhythmisch. Aber die Maria ist ein Rennpferd, vor ihr kann man nur den Hut ziehen. Sie hat das gut gemacht, besser als erwartet."

Ein kleiner Wermutstropfen war aber doch im Siegerkelch, weil Vonn als Zweite nur 20 Punkte weniger holte als Riesch.

Vonn im Gesamt-Weltcup klar vorn

"Ich stehe immer gerne mit ihr auf dem Podium. Schade nur, dass es für meinen großen Vorsprung nicht mehr Punkte gibt", scherzte Riesch.

Mit 438 Zählern liegt die Amerikanerin nun klar vor Riesenslalom-Siegerin Tanja Poutiainen aus Finnland (400) und Riesch (328).

Für Riesch ein perfektes Wochenende

Für Letztgenannte ging im Slalom ein perfektes Wochenende zu Ende. Schon nach dem Riesenslalom hatte sie beglückt festgestellt: "So gut war ich ja schon lange nicht mehr."

Tatsächlich war Riesch in den 40 Riesenslalom-Rennen, die sie zuvor im Weltcup bestritten hat, nur zweimal besser: Im Februar 2004 fuhr sie einmal auf Rang vier und einmal auf Rang fünf.

Neureuther frustriert

Felix Neureuther war nur noch genervt. Der beste deutsche Ski-Rennläufer wollte sich bei der WM-Generalprobe in Val d'Isere Selbstvertrauen für die Titelkämpfe Anfang Februar holen, doch er verließ die Pisten im französischen Hoch-Savoyen mit einer gehörigen Portion Frust im Gepäck.

Weil der Slalom am Sonntag dem Wind zum Opfer fiel, verpasste Neureuther einen wichtigen Test für die WM ebenso wie die Gelegenheit, sich für das enttäuschende Abschneiden bei der Super-Kombination vom Freitag zu revanchieren.

"Das ist echt bitter. Ich war extrem motiviert und wollte hier einiges wiedergutmachen. Ich habe mich sehr auf das Rennen gefreut und mich gut gefühlt. Schade, dass es dann so windig ist", klagte der 24-Jährige.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel